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Angela Merkel in Harvard: Ihre 5 wichtigsten Aussagen – und ein Witz

Schon vor ihrer Rede erhielt Angela Merkel tosenden Applaus: Nachdem die Bundeskanzlerin die Ehrendoktorwürde der US-Eliteuniversität Harvard erhalten hatte und zu den Studenten sprechen sollte, wurde sie mit den Worten angekündigt: 2015 habe Merkel ihr Land für die Kriegsflüchtlinge aus dem Nahen Osten geöffnet. Die Studenten klatschten begeistert.

Aber auch mit ihrer Abschlussrede löste Merkel immer wieder Begeisterung aus, sie wurde im liberalen Milieu der Uni gefeiert wie ein Popstar.

Hier die fünf wichtigsten Aussagen – und ein Lacher.

"Mehr denn je müssen wir multilateral statt unilateral denken und handeln. Global statt national."

Das ist die Weltsicht von Angela Merkel. Der Satz ist natürlich auch ein Seitenhieb auf jenen Mann, der Merkels Vorstellung der Welt gefährdet: US-Präsident Donald Trump.

Merkel nannte Trump nicht ausdrücklich. Und dennoch war der US-Präsident stets mit gemeint. Etwa auch bei dem nächsten Satz, der für Standing Ovations sorgte.

"Dazu gehört, dass wir Lügen nicht Wahrheiten nennen und Wahrheiten nicht Lügen."

Kaum etwas war deutlicher auf Trump gemünzt, der Berichterstattung kritischer Medien "Fake News" nennt und dessen Beraterin Kellyanne Conway den abstrusen Begriff "alternative Fakten" geprägt hat. An dieser Stelle bekam Merkel besonders großen Applaus, Jubel brach aus.

Die Bekämpfung des Klimawandels: "Noch ist das möglich – aber dazu muss jeder seinen Beitrag leisten. Und, das sage ich auch selbstkritisch: Besser werden!"

Merkel betonte in Harvard auch noch einmal ihr Ziel, dass Deutschland bis 2050 klimaneutral werden solle. Während die deutsche Regierung in des Bundesrepublik für ihre Klimapolitik heftig in der Kritik steht, kann sich Merkel dafür in den USA feiern lassen. Vor allem auch, weil mit Donald Trump ein Gegner des umfassenden Klimaschutzes im Weißen Haus sitzt.

"Und wer weiß, was für mich nach dem Leben als Politikerin folgt. Das ist völlig offen. Es wird wieder etwas Anderes und Neues sein."

Derzeit wird viel spekuliert über die Zeit Merkels nach dem Abtritt als Kanzlerin. Laut Berichten werben verschiedene EU-Chefs dafür, Merkel den Job als nächste EU-Ratspräsidentin schmackhaft zu machen. Die Kanzlerin betont stets, nicht mehr in der Politik bleiben zu wollen.

"Reißen Sie Mauern der Ignoranz und Engstirnigkeit ein, denn nichts muss so bleiben, wie es ist."

Nichts muss so bleiben, wie es ist. Mit diesem Motiv begann Merkel auch ihre Rede. Ihre Erfahrung in der DDR habe ihr gezeigt, dass Veränderung möglich ist.

Damit rief die Kanzlerin nicht nur das Motto ihres Freundes und Ex-Präsidenten Barack Obama ("Change") in Erinnerung. Sie gab den Studenten auch eine persönliche Botschaft mit. Und es war eine Botschaft, die auch direkt für das Weiße Haus formuliert war.

Bonus: ein Merkel-Witz

Für einen Lacher sorgte Merkel auch noch. Die Smartphones der Studenten haben vermutlich mehr Rechenleistung als der Supercomputer der Sowjets, den sie vor Jahrzehnten für ihre Doktorarbeit genutzt habe.

Die Studenten lachten fleißig. Auf den Witz waren sie nicht ganz vorbereitet.

(ll/ mit Material der dpa)

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