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Alexander Kekulé warnt vor Lockerungen beim Reisen. Bild: www.imago-images.de / Müller-Stauffenberg via www.imago-images.de

"Zu schnell, zu unkoordiniert": Virologe Kekulé kritisiert Grenzöffnungen

Der Virologe Alexander Kekulé hält die von der Regierung geplanten Grenzöffnungen für "ein bisschen zu schnell und zu unkoordiniert". In seinem Podcast "Corona-Kompass" von MDR Aktuell äußerte er am Mittwoch die Befürchtung, dass das Corona-Virus langfristig immer wieder über die Grenzen eingeschleppt werde. Das betreffe nicht nur die unmittelbaren Nachbarländer, sondern auch entferntere Länder.

Der zentrale Kritik von Kekulé:

Aus virologischer Sicht seien Grenzöffnungen verantwortbar, wenn es auf beiden Seiten der Grenze ähnlich viele Corona-Nachweise gebe und auch die Kontrollmechanismen ähnlich seien, argumentierte der Virologe der Universität Halle.

Bei Österreich sei das sicher der Fall, bei Frankreich eher nicht.

"Frankreich ist wesentlich schlechter aufgestellt bei der Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter als Deutschland", warnte Kekulé. Zudem sei die Ausbruchslage dort weniger unter Kontrolle.

Warnung vor Osteuropa

In Osteuropa würden zwar nur wenige Fälle gemeldet, jedoch seien dort die Überwachungssysteme auch nicht ansatzweise mit denen in Deutschland vergleichbar. Deshalb sei nicht davon ausgehen, dass die Meldezahlen dort der tatsächlichen Verbreitung von Covid-19 entsprechen.

Kekulé warnte daher, "dass das perfekte Saubermachen im eigenen Zimmer keinen Sinn hat, wenn die Tür offen ist und nebenan der Staub sich bis an die Decke türmt".

(ll/afp)

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