Armin Laschet im Interview mit Dunja Hayali.
Armin Laschet im Interview mit Dunja Hayali.
Bild: zdf screenshot

Laschet reagiert patzig auf eine Frage von ZDF-Moderatorin Dunja Hayali

09.04.2020, 16:37

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet plädiert für "differenzierte Lösungen" für die Zeit nach den Corona-Beschränkungen. Das wollte der CDU-Politiker am Mittwoch im Interview mit dem ZDF-"Morgenmagazin" erklären. Bei einer Nachfrage wurde es dann aber hitzig.

Zunächst sagte Laschet, dass er – anders als sein bayerischer Amtskollege Markus Söder – nicht für eine Maskenpflicht für ganz Deutschland sei.

Hier fragte ZDF-Moderatorin Dunja Hayali nach: Es scheine aber doch so, dass Bayern bei der Entscheidung für Corona-Maßnahmen den Takt vorgebe. Und, dass Söders Vorpreschen gut ankomme.

"In einer Umfrage liegt Markus Söder deutlich vorn. 26 Prozent geben an, dem Ministerpräsident am meisten zu vertrauen. Ihr Wert liegt bei gerade mal 2,5 Prozent. Das ist Schlusslicht. Was machen Sie falsch in der Kommunikation?", fragte Hayali.

Laschet zu Hayali: "Ich weiß nicht, ob das Ihr Ernst ist"

Hier wurde Laschet patzig, die Frage gefiel ihm nicht. "Ich weiß nicht, ob das Ihr Ernst ist, Frau Hayali, dass Sie angesichts dieses Themas Umfragewerte messen."

Er kümmere sich darum, dass Nordrhein-Westfalen gut durch die Krise komme. Und die Infektionsrate gebe ihm recht, die sei niedriger als im Bundesdurchschnitt. "Wenn Sie abends ins Bett gehen und an Corona denken und morgens aufstehen und an Corona denken, sind solche Fragen absurd."

Hayali widersprach ihm. "Dass Sie das mit den Zahlen nicht interessiert, habe ich mir gedacht." Sie verwies aber auf die Kritik an Laschet. Vorgeworfen wird Laschet, zögerlich gehandelt zu haben.

Der CDU-Politiker sah das anders. "Diese Theorie, dass 15 Ländern zu langsam sind und ein Land vorne liegt, entspricht nicht der Realität", behauptete Laschet – entgegen der Tatsache, dass Bayern als erstes Land eine Ausgangsbeschränkung erlassen hatte.

Laschet betonte aber: In der nächsten Woche werden die Bundesländer und die Bundesregierung einen Zeitplan für Lockerungen der Maßnahmen überlegen. Er plädiere für Besonnenheit.

(ll)

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