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Warum Zuwanderer in Frankreich wie der "Spiderman von Paris" sein wollen

Am Montag feierte Paris einen jungen Zuwanderer aus Mali, nachdem er ein Kleinkind an einem Balkon im vierten Stock eines Wohnhauses rettete. 

In weniger als 30 Sekunden kletterte Mamoudou Gassama die Fassade hoch und rettete das Kind

Gassama, der nun den Spitznamen "Spiderman von Paris" trägt, wurde im Anschluss von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Elysée-Palast empfangen. 

Er soll die französische Staatsbürgerschaft bekommen: 

Migranten posten nun Kletter-Fotos

Als nicht registrierter Zuwanderer die Staatsbürgerschaft in Frankreich – und in anderen europäischen Ländern – zu bekommen, ist ein harter Prozess, der Jahre dauern kann. Im französischen System kann jemand eingebürgert werden, der dem Land einen besonderen Dienst durch seine Fähigkeiten oder Talente erwiesen hat. Das hat der 22-jährige aus Mali durch seine Rettungsaktion zweifellos. Er hatte aber auch Glück, dass er dabei gefilmt wurde und dass Macron es mitbekam.  

Einige Zuwanderer in Frankreich, die sich auch die Staatsbürgerschaft wünschen posten zurzeit Fotos von sich, wie sie Wände hochklettern und "für die Staatsbürgerschaft üben". 

NGOs kritisieren die Regierung: "Das ist Heuchelei"

Charities, die mit Migranten arbeiten, beschuldigten die Regierung, den Fall als PR zu benutzen, um davon abzulenken, dass vergangene Woche ein Gesetz verabschiedet wurde, das eine schnellere Abschiebung von Zuwanderern ermöglicht. Die Regierung solle sich auch um die Tausenden von Flüchtlingen kümmern, die wie Gassama bisher unter schlechten Bedingungen in den Vorstädten leben.

Claire Rodier von der NGO "GISTI", die Migranten unterstützt sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Das ist Heuchelei". Sie sagte, dass es einen Widerspruch zwischen der Behandlung von Gassama und der "repressiven Politik der Regierung gegen Migranten und Menschen ohne Papiere" gäbe.

Gassama wird Feuerwehrmann

Und Gassama? Der wird seine Staatsbürgerschaft innerhalb der nächsten drei Monate bekommen und durfte aufgrund seiner Kletter-Skills ein 10-monatiges Praktikum bei der französischen Feuerwehr anfangen. 

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Bild: MAXPPP

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