Viele Geschenke unter dem Baum werden im Internet bestellt.
Viele Geschenke unter dem Baum werden im Internet bestellt.bild: pexels / laura james
Geld & Shopping

Weihnachtsgeschäft: Onlinehandel meldet überraschende Zahlen

13.12.2022, 11:02
Helen Kleinschmidt
Helen Kleinschmidt
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Viele Menschen denken erst im Dezember daran, Weihnachtsgeschenke für ihre Liebsten zu kaufen. Doch auch der November und sogar der Oktober gehören zum Vorweihnachtsgeschäft. Vor allem in der Woche rund um den Black Friday im November kommen einige auf die Idee, bei den Schnäppchen zuzugreifen und erste Geschenke sicher zu haben, um kurz vor Heiligabend nicht noch hektisch auf die Suche gehen zu müssen.

Zwar lassen sich viele Käufer:innen auch noch in den Läden oder auf Weihnachtsmärkten inspirieren, doch der Trend ging vor Weihnachten – und auch in den anderen Jahreszeiten – eigentlich immer mehr in Richtung Online-Shopping. Jetzt veröffentlicht der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) allerdings Zahlen, die überraschen: Einer Umfrage zufolge läuft das Weihnachtsgeschäft des Versandhandels in diesem Jahr deutlich schlechter als im Vorjahr.

Die Post hat es kurz vor Weihnachten besonders schwer, alle Geschenke rechtzeitig zu liefern.
Die Post hat es kurz vor Weihnachten besonders schwer, alle Geschenke rechtzeitig zu liefern.Bild: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Umsatz ist erstmals wieder rückläufig

Das Umsatzminus beträgt in den Monaten Oktober und November im Vergleich zu 2021 demnach knapp 17 Prozent. Das berichtet die "Lebensmittelzeitung". In diesem Zeitraum habe es seit 2014 keinen Rückgang gegeben. Trotzdem liege der Umsatz noch rund 13 Prozent über dem Niveau des Jahres 2019.

Der Grund: In den zwei Pandemie-Jahren 2020 und 2021 waren die Online-Umsätze wegen der Corona-Beschränkungen besonders hoch. Das bestätigt auch der stellvertretende BEVH-Hauptgeschäftsführer Martin Groß-Albenhausen. Die Beschränkungen sind nun jedoch weitestgehend aufgehoben, sodass man wie zuvor üblich in der Innenstadt einkaufen gehen kann.

Nach zwei Jahren Pandemie sind die Innenstädte 2022 vor Weihnachten wieder voller.
Nach zwei Jahren Pandemie sind die Innenstädte 2022 vor Weihnachten wieder voller.bild: IMAGO / Jochen Tack

Manche Branchen sind stärker betroffen

Laut Groß-Albenhausen komme nun die allgemeine Konsumflaute hinzu. Wegen der Energiekrise und der Inflation werden die meisten Dinge immer teurer, was eine geringere Kauflust zur Folge hat. Auch für das Gesamtjahr sei demnach ein Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten.

Am meisten sparen die Deutschen der Umfrage zufolge bei Mode-Artikeln: Hier sanken die Umsätze um 28,1 Prozent. Besser lief es beim Versand von Gütern des täglichen Bedarfs, darunter Lebensmittel, Drogerieartikel und Tierbedarf mit einem Minus von 8,4 Prozent.

Außerdem betreffe der Absturz laut BEVH die stationären Anbieter am meisten, die neben ihren Läden in den Städten auch einen Online-Handel anbieten. Diejenigen Händler, die ihre Produkte direkt über das Internet vermarkten, hätte es weniger getroffen.

Nach Gravis: Mobilfunkanbieter schafft Bargeld-Zahlung ab

Die Digitalisierung verändert das Leben der Menschen weltweit. Längst steckt der digitale Wandel nicht mehr in den Kinderschuhen. Doch Deutschland hält an einer Sache fest wie kaum ein anderes Land in Europa: am Bargeld. Für 54 Prozent der Deutschen sind Münzen und Scheine laut einer Studie der Unternehmensberatung Strategy& immer noch das beliebteste Zahlungsmittel. Zum Vergleich: Im Schnitt sagten das nur 37 Prozent der Menschen in den befragten Nationen.

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