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Australien will 16.000 Wildpferde aus Hubschraubern erschießen

Brumbies on Collen O'Brien's property near Beaufort, 17 July 2009. (Photo by Justin Mcmanus/The AGE/Fairfax Media via Getty Images via Getty Images)
In Australien leben bis zu 400.000 Brumbies.Bild: Fairfax Media / The AGE
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Australien will 16.000 Pferde aus Hubschraubern erschießen

30.10.2023, 17:26
Mehr «Nachhaltigkeit»

Australien ist bekannt für seine Wildtiere. Neben Wombats, Kängurus oder Koalas leben dort auch die sogenannten Brumbies. Von diesen Wildpferden könnte es aber schon bald nur noch wesentlich weniger geben.

Behörden des australischen Bundesstaats New South Wales haben jetzt nämlich angekündigt, dass ganze 16.000 der wilden Pferde abgeschossen werden sollen. Und das nicht im Rahmen einer konventionellen Jagd, sondern aus Hubschraubern heraus. Das steckt hinter dem Vorhaben.

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Die robusten Brumbies wurden erst zur Zeit der Kolonialisierung Australiens im 18. Jahrhundert aus Europa dorthin gebracht. Sie ähneln den amerikanischen Mustangs. Die heutigen Brumbies stammen also eigentlich von domestizierten Pferden ab. In Australiens Natur wurden sie heimisch, nachdem sie von den Siedlern freigelassen wurden.

Brumby at the Snowy Mountains
Die Brumbies kamen im 18. Jahrhundert nach Australien.Bild: iStockphoto / Kathryn Wilson

Australien: Anzahl der Wildpferde nimmt zu

Im Kosciuszko-Nationalpark, der etwa 350 Kilometer entfernt von Sydney liegt, leben derzeit 19.000 der Wildpferde. Doch besonders viele Fans haben die Tiere nicht. Die Umweltschutzministerin des Bundesstaats New South Wales, Penny Sharpe, teilte nun mit, man wolle 16.000 der Brumbies erschießen.

Dabei soll zu einer Methode gegriffen werden, die eigentlich seit dem Jahr 2000 verboten ist. Die Tiere sollen aus Hubschraubern heraus erschossen werden. Jedoch seien andere Vorgehensweisen in der Vergangenheit nur wenig erfolgreich gewesen. Schon jetzt würden die Parks mit Fallen und herkömmlicher Jagd gegen die steigende Pferde-Population vorgehen. Auch Umsiedlungsversuche zeigten bisher keine großen Erfolge.

Proteste gegen Abschuss-Aktion

Niemand wolle die Pferde töten, sagte Ministerin Sharpe. "Doch die Brumbies bedrohen allein durch ihre schiere Anzahl" einheimische Tiere und das Ökosystem als Ganzes. In den letzten zwei Jahren sei die Zahl der Brumbies im Kosciuszko-Nationalpark um ein Drittel angestiegen. Im ganzen Bundesstaat New South Wales würden es jährlich um die 15 bis 18 Prozent mehr Wildpferde werden. Die Umweltschutzministerin Sharpe erklärte daher:

"Wir müssen handeln."

Schon als die höchst umstrittene Abschuss-Methode das letzte Mal im Jahr 2000 zum Einsatz kam, gab es große Proteste. Damals waren innerhalb von drei Tagen über 600 Pferde erschossen worden. Wegen des starken Widerstandes aus der Bevölkerung musste der Einsatz abgebrochen werden. Vor allem die Gegner:innen des massenhaften Abschusses argumentieren, die Tiere gehörten mittlerweile eben auch zu Australien.

A woman holds a placard during a protest over the proposed culling of wild Brumby horses, in Melbourne on June 2, 2020 as the Victorian state government plans to cull the breed citing the damage cause ...
Die Proteste gegen den Abschuss waren in de Vergangenheit groß.Bild: AFP / WILLIAM WEST

Vor allem Naturschützer:innen sehen das wohl etwas differenzierter. Die Wildpferde würden sich extrem schnell vermehren. Aktuell könnte es bis zu 400.000 Brumbies in Australien geben. Die würden den Lebensraum andere Tiere schädigen und wären somit schlecht für den Erhalt anderer seltenerer Arten.

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