Charles wurd am Samstag als neuer englischer König proklamiert.
Charles wurd am Samstag als neuer englischer König proklamiert.Bild: www.imago-images.de / imago images
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Nach Tod der Queen: Charles offiziell zum neuen König ernannt

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10.09.2022, 15:27

Charles als König proklamiert

Charles III. ist offiziell zum König ernannt worden. Bei der Proklamation am Samstag in London handelte es sich um einen formalen Akt. Dafür wurde eigens ein Accession Council einberufen, ein "Thronbesteigungsrat". Als erster unterzeichnete der älteste Sohn des Königs und neuer Thronfolger Prinz William die Proklamation, danach Charles' Ehefrau Königin Camilla. Charles war bereits mit dem Tod seiner Mutter Königin Elizabeth II. automatisch britischer König geworden.

Der erste Teil der Zeremonie im St.-James's-Palast fand ohne den Monarchen statt. Anschließend sollte Charles erstmals eine Sitzung des Privy Council genannten Kronrats leiten. Später wird die Proklamation vom Balkon des Palastes verlesen. Weitere Lesungen gibt es in der City von London sowie am Sonntag dann auch in Schottland, Nordirland und Wales.

Zum Accession Council gehören Mitglieder des Kronrates, also aktive und frühere Regierungsmitglieder, Kirchenvertreter, Richter, Mitglieder der königlichen Familie und andere Persönlichkeiten.

Unterschiedliche Expertenmeinungen zu Corona-Welle im Winter

In Bezug auf die Stärke der Corona-Welle im Herbst und Winter gehen die Meinungen von Virologe Christian Drosten und Bioinformatiker Lars Kaderali auseinander.

Drosten, Direktor der Virologie am Berliner Universitätsklinikum Charité, sagte der "Süddeutschen Zeitung", neue Virusvarianten sorgten immer noch für viele neue Krankheitsfälle. Selbst bei leichten Krankheitsverläufen werde dies wahrscheinlich zu erheblichen Arbeitsausfällen führen. "Infizierte kommen vielleicht nicht ins Krankenhaus, aber sehr viele sind eine Woche krank. Wenn es zu viele auf einmal sind, wird es zum Problem", so Drosten.

Christian Drosten ist seit 2017 Professor an der Charité in Berlin.
Christian Drosten ist seit 2017 Professor an der Charité in Berlin.Bild: www.imago-images.de / imago images

Hingegen meint der Greifswalder Bioinformatiker Kaderali, der dem Corona-Expertenrat der Bundesregierung angehört, in den zurückliegenden Monaten seien viele Menschen durch Kontakt mit dem Virus immunisiert worden. Die Infektionszahlen seien gesunken, ohne dass besondere Maßnahmen ergriffen worden sein. "Das bedeutet eben, das Virus ist wirklich durchgelaufen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Wegen der breiteren Immunität zusätzlich zu Impfungen rechnet Kaderali nach eigenen Worten damit, dass die Winterwelle nicht allzu heftig wird – zumindest, solange keine völlig neue Variante auftaucht. Er gehe eher davon aus, dass sich das Infektionsgeschehen längere Zeit auf dem jetzigen Niveau bewegen werde oder möglicherweise sogar noch etwas zurückgehe.

Baerbock in Ukraine gereist

Außenministerin Annalena Baerbock ist zu ihrem zweiten Ukraine-Besuch seit Kriegsbeginn in Kiew eingetroffen. Sie wolle mit der Reise zeigen, "dass wir der Ukraine weiter beistehen, so lange es nötig ist - mit der Lieferung von Waffen, mit humanitärer und finanzieller Unterstützung", sagte sie bei ihrer Ankunft. In Kiew will Baerbock unter anderem Gespräche mit Außenminister Dmytro Kuleba führen.

Mehr Informationen zu Baerbocks Reise und zum Ukraine-Krieg findest du hier.

Keine Fan-Meile während Weltmeisterschaft

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar wird es am Brandenburger Tor in Berlin voraussichtlich keine Fanmeile geben. Das teilte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität und Klimaschutz der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Organisation der Fanmeile ist nicht Sache des Senats, die Senatsverwaltung ist aber für die Genehmigung entsprechender Sondernutzungsanträge zuständig. Ein privater Veranstalter habe zunächst solche Überlegungen gehabt, seinen Antrag aber inzwischen zurückgezogen, hieß es.

Bastian Schweinsteiger feierte mit der Nationalmannschaft auf der Fanmeile den WM-Titel 2014.
Bastian Schweinsteiger feierte mit der Nationalmannschaft auf der Fanmeile den WM-Titel 2014.Bild: imago sportfotodienst / imago images

Der Geschäftsführer der in Berlin ansässigen K.I.T. Group, Willi Kausch, sagte, die Fanmeile sei wegen zu vieler Unwägbarkeiten nicht realisierbar. In der Vorweihnachtszeit sei dies ohnehin schwierig. Hinzu komme die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie. "Wir haben uns dann entschlossen, das nicht zu machen."

Die Fanmeile am Brandenburger Tor mit Imbissbuden, Bühne und Leinwänden für die Übertragung der Spiele hat bei früheren WM-Turnieren oft Hunderttausende von Fans angezogen. Im WM-Sommer 2006, als Deutschland Gastgeber war, waren es in vier Wochen Sommermärchen insgesamt rund neun Millionen. 2014, als Deutschland Weltmeister in Brasilien wurde, wurde die Mannschaft nach der Rückkehr auf der Berliner Fanmeile gefeiert. Zuletzt gab es im Juli 2018 eine WM-Fanmeile am Brandenburger Tor.

CDU beschließt Frauenquote

Am Freitagabend hatte der CDU-Parteitag die schrittweise Einführung einer Frauenquote in der CDU beschlossen. Für einen vom Parteivorsitzenden Friedrich Merz vorgelegten Kompromiss stimmten 559 Delegierte – 409 Delegierte votierten mit Nein, elf enthielten sich. Die Regelung sieht vor, bis 2025, beginnend bei Vorstandswahlen auf Kreisebene, schrittweise eine Frauenquote von bis zu 50 Prozent einzuführen. Merz hatte als Kompromiss vorgeschlagen, dass diese Regelung Ende 2029 wieder auslaufen soll.

Der Abstimmung war eine knapp zweistündige kontroverse Diskussion vorausgegangen, an der sich überwiegend Frauen beteiligten. Die sechs Männer, die redeten, befürworteten eine Quote. Darunter auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther, der berichtete, in seiner Landespartei schon eine hälftige Quote anzuwenden. Wenn Leute sagten, das sei leistungsfeindlich, sei das eine Beleidigung für die Frauen der CDU, die einen "saumäßig geilen Job" in ihren Funktionen machten. Auch Hendrik Wüst, Ministerpräsident und CDU-Landeschef in Nordrhein-Westfalen, warb für die Quote.

Annette Widmann-Mauz sprach sich für die Frauenquote aus.
Annette Widmann-Mauz sprach sich für die Frauenquote aus.Bild: IMAGO images/Political-Moments

Ex-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Chefin der Frauen-Union Annette Widmann-Mauz und Bundes-Vize Karin Prien sprachen sich ebenfalls für die Quote aus. Kramp-Karrenbauer betonte dabei den Anspruch, eine Partei für alle zu sein. Sie selbst habe den allerersten Schritt nur gehen können, weil damals ein Frauenquorum ihr die Chance gegeben habe, sagte die frühere Ministerpräsidentin. Gegen die Quote waren unter anderem Bundesvorstandsmitglied Wiebke Winter und die Vorsitzende der Wirtschafts- und Mittelstandsunion (MIT), Gitta Connemann.

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Habeck: Atomausstieg auf April 2023 verschoben
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Der deutsche Atomausstieg ist offiziell verschoben. Die AKW Isar 2 und Neckarwestheim 2 müssten laut Wirtschaftsminister Robert Habeck nach derzeitigem Stand über das Jahresende hinaus laufen.

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