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Meister der Streiche: Mein Papa bild: montage/privat

Meinung

Von Papageien und O-Saft-Mischen: Warum der 1. April meinem Papa gehört

Mein Papa ist ein Scherzkeks. Würde man ihn fragen, was das Beste am Vatersein ist, würde er antworten: Der erste April. Denn seit ich denken kann, werden meine Brüder und ich an diesem Tag erfolgreich von ihm reingelegt. Hier ein Vorgeschmack, auf das, was mich heute noch erwarten wird:

Der Papagei im Garten

Es ist ein sonniger erster Apriltag 2014 und ich stecke mitten in den Abitur-Vorbereitungen, als ich meinen Vater aus der Küche rufen höre:

"Kommt alle schnell, da ist ein riesiger Papagei im Garten."

Sofort kommen meine Brüder angelaufen und auch die Mitarbeiter aus dem Büro meines Vaters, versammeln sich neugierig in der Küche. Papa erklärt die ernste Lage: Er habe einen großen Papagei im Garten gesehen, der wohl dem nahe gelegenen Tierpark entflohen ist. Wir sollen uns darum kümmern und probieren ihn zu fangen – er hätte leider einen Außentermin und kann nicht helfen.

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bild: giphy

Gesagt getan: Wir, meine zwei Brüder und die beiden Mitarbeiter meines Vaters, bewaffnen uns mit einem langstieligen Apfelpflücker und wandern in den Garten. Es beginnt eine halbstündige Suchaktion, inklusive hektischer Absprache mit den Nachbarn – vom Papagei keine Spur. Nach 45 Minuten geben wir auf. Frustriert rufe ich Papa an, um ihm mitzuteilen, dass die Suche aussichtslos ist.

Mein Vater gibt sich am Telefon stutzig: "Oh, sorry! Ich habe ganz vergessen, den Scherz aufzulösen. April April. Es gibt gar keinen Papagei."

Die Uni brennt

Wie es sich für eine klassische "Irgendetwas mit Medien"-Studentin gehört, verbrachte ich meine ersten Semesterferien auf der indonesischen Insel Bali. So kam es, dass ich gemütlich am Strand lag, als mich die Schreckensnachricht meines Vaters erreichte:

"Katharina, habt ihr es schon gehört? Die Uni ist abgebrannt über Nacht. Verletzt wurde niemand, aber es steht nur noch eine Ruine ..."

Große Aufregung bei meinen drei mitreisenden Kommilitoninnen und mir – hektisch schreibe ich in die Uni-Whatsapp-Gruppe, ob jemand etwas von der Katastrophe gehört hätte, während meine Freundinnen googeln.

Doch die Google-Suche bleibt erfolglos – im Internet steht nichts von der abgebrannten Universität. Das ist der Moment, an dem ich stutzig werde.

Der Blick auf das Datum klärt die Lage auf – leider eine halbe Stunde nachdem ich all meinen frischgebackenen Kommilitonen panisch Bescheid gesagt habe. April, April und Danke Papa.

Der verschwundene Alkohol

Ein Jahr später: Es ist der Abend des ersten Aprils und es sind wieder Semesterferien. Mein Bruder Felix und ich sind zu Besuch in unserer kleinen Heimatstadt in Brandenburg, denn ein gemeinsamer Freund von uns feiert seinen Geburtstag. Er wohnt im Nachbardorf, ungefähr zwei Kilometer entfernt. Der schnellste Weg dorthin führt durch den Wald.

Natürlich wollen wir auf der Party nicht mit leeren Händen auftauchen: Kurz vor dem Abendbrot gehen wir in den Supermarkt und kaufen zwei Flaschen Sekt sowie einen Schnaps als Geschenk. Unsere Ausbeute stellen wir auf den Tisch im Flur, um sie beim Aufbruch auf keinen Fall zu vergessen.

Gegen 20 Uhr wollen mein Bruder und ich los. Wir sind mit ein paar Freunden verabredet, um den dunklen Waldweg gemeinsam zu passieren. Felix und ich sind spät dran und ich flitze in den Flur, um den Alkohol einzupacken – doch auf dem Tisch stehen statt unseres Einkaufs zwei Flaschen O-Saft.

"Logisch", denke ich, "mein Bruder war so aufmerksam und hat noch an Saft gedacht, um den Alkohol zu mischen." In der festen Überzeugung, dass Felix den Alkohol bei sich trägt, packe ich den Saft ein und wir laufen los, um die anderen nicht zu verpassen.

Der Vater "zaubert" und wird von der Tochter entlarvt

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Video: watson/team watson

Die Stimmung auf dem Weg ist ausgelassen: Es ist einer der ersten warmen Frühlingsabende, wir haben uns alle lange nicht gesehen und laufen plaudernd durch den Wald. Nach zwanzig Minuten Fußmarsch komme ich auf die Idee, schon mal einen Sekt zu öffnen und frage meinen Bruder nach der Flasche. Irritiert guckt er mich an: "Ich habe die nicht. Hast du die nicht eingepackt?"

"Nein, ich habe den Saft zum Mischen eingesteckt ...", sage ich verunsichert. "Welchen Saft?", fragt Felix genervt, als es mir wie Schuppen von den Augen fällt – es ist der erste April. Frustriert rufe ich unseren Vater an, der schon beim ersten Klingeln mit frohlockender Stimme abhebt:

"April, April! Euer Alkohol steht noch hier. Ich hab ihn gegen den Saft getauscht."

Meine Mutter höre ich im Hintergrund genervt aufstöhnen. Ich lege auf. Dieses Mal ist Papa zu weit gegangen. Wir stehen mitten im dunklen Wald – noch einmal zurückzugehen, um den Alkohol zu holen, ist keine Option, denn wir sind schon fast im Nachbardorf angekommen.

Gefrustet ergeben wir uns, unserem Schicksal und überreichen 15 Minuten später unserem völlig irritierten Freund zwei Flaschen Orangensaft – mit freundlichen Grüßen von Papa: "April, April und Prost."

Mein Vater, der Phil Dunphy unter den Papas...

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bild: giphy

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