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Fortunen unter sich: Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel und Sänger Campino (l.). Bild: imago images / Jan Huebner

Die Toten Hosen: Fortuna Düsseldorf stichelt mit Sondertrikot gegen FC Bayern

Huch, warum tragen die denn einen Totenkopf auf der Brust? Das dachten sich wohl viele Fans, die beim Torspektakel des FC Bayern bei Fortuna Düsseldorf einschalteten. Immerhin 4:0 gewann der FC Bayern am Ende. Da half auch nicht der Totenkopf, den die Düsseldorfer auf ihren Trikots trugen. Der martialisch anmutende Schädel ist nichts weniger als das Logo der deutschen Punk-Band "Die Toten Hosen".

Unter dem Motto "Alles aus Liebe" liefen die Profis im Heimspiel gegen den Rekordmeister am Samstag mit dem Sondertrikot auf. "Fortuna und die Toten Hosen, das gehört zusammen wie Düsseldorf und Altbier. Dass die Mannschaft mit unserem Logo ausgerechnet gegen die Bayern antritt, da geht so etwas wie ein Kindheitstraum in Erfüllung", kommentierten die Toten Hosen die Kooperation mit der Fortuna.

Sondertrikot ist nicht die erste Aktion

Dass es ausgerechnet jetzt ein Sondertrikot gibt, kommt nicht von ungefähr. Einer der bekanntesten Songs der Hosen heißt "Bayern" – mit Songzeilen wie: "Es kann soviel passieren. Es kann soviel geschehen. Nur eins weiß ich hundertprozentig: Nie im Leben würde ich zu Bayern gehen." Der Song ist kult und wird seit 20 Jahren auch immer wieder von Stadion-Djs gespielt. Die Aktion dürfte also auch als kleine Provokation mit Augenzwinkern in Richtung FC Bayern verstanden werden.

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Kaan Ayhan (l.) versucht Philippe Coutinho (mitte) mit Hilfe von Erik Thommy vom Ball zu trennen. Bild: imago images / Uwe Kraft

Doch es gibt noch weitere Gründe: Seit 30 Jahren haben die Düsseldorfer Band und "ihr" Klub ein enges Verhältnis. Im Jahr 1989 gaben die Toten Hosen von jeder für ihre damalige Tournee verkauften Eintrittskarte eine Mark an die Fortuna ab, um Jugendspieler Oliver Gensch einen Profivertrag und den Transfer von Anthony Baffoe zu ermöglichen.

Funkel outet sich als Fan

2001 sprangen die Musiker zwischenzeitlich als Haupt- und Trikotsponsor ein. Damit sollte der finanziell angeschlagene Klub unterstützt werden. Die damaligen Trikots mit einem Totenkopf auf der Brust gehören zu den meistverkauften der Vereinsgeschichte. Für ihre Verdienste rund um die Fortuna erhielt die Band im Jahr 2012 die Ehrenmitgliedschaft.

Vor dem Spiel outete sich Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel natürlich als Fan der Band. TV-Sender Sky hatte Hosen-Sänger Campino und den Trainer zusammengebracht und Funkel äußerte gleich mal Interesse an Konzert-Tickets: "Ich glaube, in diesem Jahr habt ihr noch hier in der Arena ein Konzert", sagte der 65-Jährige am Samstag zu Campino.

Der 57 Jahre alte Musiker, der wie einige der übrigen Bandmitglieder seit Kindertagen Fortuna-Anhänger ist, erklärte nur: "Das wird auch noch erledigt. Wichtig ist erstmal, dass Friedhelm die Mannschaft gut einstellt, das Vergnügen kommt danach." Das Konzert, die 0:4-Niederlage im Hinterkopf, dürfte tatsächlich mehr Spaß machen.

(bn)

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