29.06.2021, Gro

Deutschlands Joshua Kimmich (l) und Thomas Müller stehen nach dem Spiel enttäuscht auf dem Rasen. Bild: Pool AFP / Justin Tallis

Nach zwei Tagen Stille: Kimmich meldet sich mit emotionaler Botschaft zum EM-Aus zurück

Nach dem bitteren EM-Aus gegen England sitzt die Enttäuschung tief – bei Fans, aber auch in der deutschen Nationalmannschaft selbst. Thomas Müller gab zu, ihm tue die Niederlage "verdammt weh". Mats Hummels meldete sich mit einer Botschaft – aber ein Nationalspieler blieb lange still: Auf Joshua Kimmichs Social-Media-Accounts war bis Donnerstagabend alles wie vor dem Spiel.

Gerade bei ihm waren Fans auf eine Reaktion gespannt – denn er war es, der nach dem Schlusspfiff am stärksten seine Enttäuschung und Trauer zeigte: Kimmich konnte die Tränen nicht zurückhalten. Er war sichtlich mitgenommen – fiel dem ebenfalls enttäuschten Mats Hummels weinend in die Arme.

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Nach dem bitteren EM-Aus musste Mats Hummels den weinenden Kimmich in den Arm nehmen. Bild: Screeenshot /ARD

Auf seinem Instagram-Profil stand bis Donnerstagabend der letzte Post von vor dem Spiel: Ein Bild des Mittelfeldspielers beim Training mit der Bildunterschrift "Gewaltige Vorfreude!".

Doch nun hat Kimmich sich doch noch geäußert: Zwei Tage nach dem EM-Aus postete er am Donnerstagabend ein Foto und einige sehr persönliche Worte als Reaktion auf die Niederlage. Daraus wird deutlich, dass er immer noch an der Enttäuschung zu knabbern hat.

"Die Enttäuschung sitzt tief und es ist wirklich schwierig für mich das Ganze zu verarbeiten", schreibt Kimmich bei Instagram. Er macht klar, dass er wirklich optimistisch war vor dem Spiel: "Ich habe zu jeder Zeit 100 Prozent daran geglaubt, dass wir das Turnier gewinnen können und ich bin sehr traurig darüber, dass wir euch und uns alle nicht stolz machen konnten."

"Bin sicher, dass wir zurück kommen werden"

Kimmich gibt sich zuversichtlich, dass die Nationalmannschaft aus diesem Tief wieder herauskommen wird: "Es war eine große Chance, die wir leider nicht nutzen konnten und dennoch bin ich sicher, dass wir zurück kommen werden." Zum Schluss bedankt er sich bei Fans für die Unterstützung – und schließlich auch noch beim Trainer Jogi Löw, dessen 15-jährige Laufbahn bei der Nationalmannschaft mit dem Spiel am Dienstagabend endete.

"Die Ära, die er geprägt hat, bleibt unvergessen", schreibt Kimmich. Ich bin dankbar für das Vertrauen, das er all die Jahre in mich hatte. Es ist jedes Mal eine Ehre für unser Land spielen zu dürfen."

Unterschrieben ist die Nachricht mit zwei Hashtags auf Englisch, die aufmuntern sollen – sicher auch ihn selbst: "Der Traum bleibt" und "Glaub an dich selbst".

Zuvor hatten Thomas Müller und Mats Hummels sich bereits geäußert

Seine Teamkollegen sprachen teilweise direkt nach dem Spiel offen über ihre Enttäuschung. In einem Post beschreibt Müller seine Emotionen nach einer verpassten Torchance: "Da war er, dieser eine Moment, der dir am Ende in Erinnerung bleibt, der dich Nachts um den Schlaf bringt. Für den du als Fußballer arbeitest, trainierst und lebst. Dieser Moment, wenn du es alleine in der Hand hast, deine Mannschaft in ein enges KO-Spiel zurückzubringen und eine ganze Fußballnation in Ekstase zu versetzen."

Müller zeigt sich gewohnt offen und schreibt: "Diese Möglichkeit zu bekommen und sie dann ungenutzt zu lassen, tut mir verdammt weh." Er fügt hinzu: "vor allem schmerzt es wegen all der Deutschland-Fans da draußen, die während dieser EM trotz schwieriger Vorzeichen zu uns gehalten und uns unterstützt haben!"

Auch den Bundestrainer Joachim Löw nahm die Niederlage mit, er sagte in der ARD. "Es war eine große Enttäuschung für uns alle. Es tut uns leid, dass wir jetzt aus dem Turnier raus sind. Wir hätten uns natürlich was anderes erhofft. Im Moment ist bei allen Spielern Totenstille, alle Spieler sind maßlos enttäuscht".

Auch Mats Hummels meldete sich nach dem Spiel auf Instagram "Will es nicht wahrhaben"

Der Innenverteidiger Mats Hummels meldete sich direkt nach dem Spiel mit einem Instagram-Post: "So, that’s it. Die EM ist für uns vorbei und ich sitze hier im Bus und will es nicht wahrhaben." Doch der 32-Jährige zeigte sich auch selbstkritisch. "Am Ende haben wir nur eins von vier Spielen gewonnen und fahren dann irgendwie auch verdient nach Hause."

(lfr/mit Material von dpa)

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