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Robert Lewandowski feiert mit David Alaba und Thomas Müller (v.l.n.r.) den Sieg gegen den BVB. Bild: imago images/Renate Feil/M.i.S.

Das derzeit größte Problem des FC Bayern scheint gelöst: "Einer der besten der Welt"

Mit einem 4:0 gegen Borussia Dortmund verabschiedete sich der FC Bayern München in die Länderspielpause. Es war eine Machtdemonstration. Nach dem Sieg scheinen beim zwischenzeitlich kriselnden Rekordmeister wieder einige Fragezeichen verschwunden zu sein. Die leidige Verletztungsproblematik in der Abwehr bleibt jedoch. Doch auch dafür scheint es nun eine Lösung zu geben.

Vor dem klaren Sieg gegen Borussia Dortmund gab es einige Fragen, die in den Köpfen der Bayern-Bosse herumkreisten. Wer soll das Team als Trainer anführen? Wie gut ist der Kader der Münchener? Wie können die verletzten Profis adäquat ersetzt werden?

Die Trainerfrage klärte sich schon nach Abpfiff – zumindest vorerst. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge stärkte Interimstrainer Hansi Flick den Rücken und sagte nach dem Spiel gegen den BVB: "Wir machen bis auf Weiteres mit Hansi weiter, er hat das jetzt gut gemacht und er hat unser Vertrauen." Der beherzte Auftritt der Bayern gegen einen der Mitfavoriten auf die Meisterschaft ließ auch die Zweifler verstummen, die zuletzt mit der Qualität des Kaders gehadert hatten.

Es bleibt eine Frage: Wie soll der FC Bayern die verletzten Profis vor allem in der Defensive ersetzen? Allen voran die langzeitverletzten Innenverteidiger Niklas Süle und Lucas Hernández sowie der rotgesperrte Jérôme Boateng rissen eine Lücke in die Innenverteidigung, die mit Spielern von anderen Positionen gestopft wurde. Joshua Kimmich hatte auf diese Frage eine Antwort und sparte dabei nicht mit Superlativen.

Joshua Kimmich adelt David Alaba

Joshua Kimmich schwärmte von David Alaba, der als linker Verteidiger in die Innenverteidigung rückte: "Ich habe es David schon mal gesagt: Er gefällt mir überragend als Linksverteidiger, aber in der Innenverteidigung ist er für mich einer der besten der Welt", sagte Kimmich dem Magazin "Kicker". Kimmich, der selbst von der Rechtsverteidiger-Position zuletzt immer wieder auf die Sechs rückte, erklärte weiter: "Seine Körpersprache ist Wahnsinn, er hat ein super Aufbauspiel und behält die Ruhe auch unter Druck."

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Joshua Kimmich (l.) schien gegen den BVB sehr glücklich darüber zu sein, dass ihm David Alaba den Rücken freihielt. Bild: Revierfoto via www.imago-images.de

FCB-Trainer Hansi Flick hatte den Flügelspieler Alphonso Davies auf die linke Verteidiger-Position gestellt – und Alaba, den linken Verteidiger, in die Innenverteidigung neben den defensiven Mittelfeldspieler Javi Martínez gezogen. Der eigentlich innen beheimatete Benjamin Pavard rückte auf die rechte Außenverteidiger-Position – wo eigentlich Joshua Kimmich zu Hause ist. Es wurde also einmal munter durchgetauscht.

Jetzt stellt sich die Frage: Wäre Alaba sogar mehr als eine Notlösung in der Innenverteidigung? Kimmich ist zumindest nicht der einzige Fußball-Experte, der in Alaba mehr sieht, als nur eine Alternative. Kein Geringerer als Bayerns Ex-Trainer Pep Guardiola prophezeihte im Jahr 2015, als er den Österreicher gelegentlich nach innen zog: "Er kann ohne Zweifel einer der besten Innenverteidiger der Welt werden."

Nächster Entwicklungsschritt für Alaba

Alaba selbst sieht sich offenbar aber lieber auf der Außenbahn: "Ich fühle mich links schon wohler, das ist kein Geheimnis", sagte der ÖFB-Nationalspieler nach dem Sieg gegen den BVB laut "Kicker" und erklärte, dass er wisse, was ihn auf der neuen Position erwarte: "Natürlich muss ich die Position anders ausfüllen als auf meiner angestammten links. Man muss das Spiel anders lesen und anders agieren."

Alaba zeigte gegen Borussia Dortmund aber, dass er alles mitbringt, was ein guter Innenverteidiger braucht: Er bestach mit gutem Stellungsspiel, herausragenden Pässen im Spielaufbau und cleverer Zweikampfführung. Eine Umstellung wäre nicht neu für Alaba. Der mittlerweile 27-Jährige hat in der österreichischen Nationalmannschaft schon länger seine angestammte Position verlassen und spielt "einen höher" auf dem linken Flügel. Über Jahre hatte er davor – ähnlich wie Kimmich – in der österreichischen Mittelfeld-Zentrale gekickt.

Alaba bescheinigte man jahrelang, mal der beste Linksverteidiger der Welt zu werden. Auf dieser Position stagnierte er aber auch lange, schaffte nie ganz den Durchbruch auf die Weltklasse-Ebene. Für Alaba wäre die Innenverteidiger-Position ein neuer Entwicklungsschritt. Und wer weiß, vielleicht schafft er nun tatsächlich den Sprung unter die besten Defensivspieler der Welt – nur eben in der Abwehrzentrale. Erfahrung hat er genug, die Qualitäten auch und mit 27 Jahren ist er im besten Fußballer-Alter. Was er aber jetzt schon geschafft hat, ist der Beweis, dass er einer der vielseitigsten Spieler im Bayern-Kader ist. Und das auf einem Niveau, auf dem kaum einer in der Bundesliga spielt. Wegen ihm kann der FC Bayern wohl ein weiteres Fragezeichen streichen.

(bn)

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