Das darf doch nicht wahr sein! Liverpools Stürmer Sadio Mané fasst sich an den Kopf.
Das darf doch nicht wahr sein! Liverpools Stürmer Sadio Mané fasst sich an den Kopf.Bild: imago images/Insidefoto / Antonietta Baldassarre

Und dann kam Corona: Für diese Sportler und Teams ist die Virus-Pause besonders bitter

25.04.2020, 20:20

Eine der wichtigsten Botschaften seiner Karriere überbrachte Jürgen Klopp den Fans des FC Liverpool nicht per Megafon von einem offenen Bus oder über das Stadionmikro. Sondern schriftlich auf der Homepage des Klubs. "Wenn es eine Wahl zwischen Fußball und dem Wohl der Gesellschaft ist, ist es kein Wettbewerb. Wirklich nicht", schrieb der 52-Jährige Ende März, als die Premier League ihre Saison wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochen hatte – und die erste Meisterschaft des Vereins in mehr als 30 Jahren auf einmal wieder ganz weit weg war.

Ausgebremst durch das Virus: Der LFC ist damit nicht allein in der Welt des Sports.

FC Liverpool

Jürgen Klopp sieht nicht glücklich aus.
Jürgen Klopp sieht nicht glücklich aus.Bild: imago images/Sportimage / Darren Staples

Die Meisterschaft und der FC Liverpool, das ist seit sehr langer Zeit eine schwierige Geschichte. 30 Jahre lang gab es für die Fans diesen Titel nicht mehr zu feiern. Nun endlich sprach alles für die Reds. 25 Punkte Vorsprung auf Rang zwei hatte sich das Team von Jürgen Klopp erarbeitet, nur zwei Siege fehlten noch, um den Triumph auch rechnerisch perfekt zu machen. Und dann kam Corona.

1. FC Saarbrücken

Elfmeterkiller: Daniel Batz, der Torwart der Saarbrücker, avancierte in dieser Saison zum Pokalhelden.
Elfmeterkiller: Daniel Batz, der Torwart der Saarbrücker, avancierte in dieser Saison zum Pokalhelden.Bild: imago images/Sportfoto Rudel

Der Viertligist hatte im DFB-Pokal in dieser Saison bereits zwei Bundesligisten aus dem Wettbewerb geworfen – zuletzt Fortuna Düsseldorf im Viertelfinale. Im Halbfinale soll es gegen Bayer Leverkusen gehen. In der Regionalliga steht der Traditionsklub mit sechs Punkten Vorsprung vor dem SV Elversberg an der Spitze und war voll auf Aufstiegskurs in Richtung 3. Liga. Und dann kam Corona.

BG Göttingen

Es lief so gut für die Basketballer der BG Göttingen...
Es lief so gut für die Basketballer der BG Göttingen...Bild: imago images/spfimages/swen pförtner

Die Basketballer gingen als Abstiegskandidat in die Saison und verloren die ersten sechs Spiele. Im Oktober verpflichtete der Klub zwei Amerikaner nach – und startete durch. Neun der vergangenen elf Spiele wurden gewonnen, selbst der deutsche Meister Bayern München ging in Göttingen unter. Die Niedersachsen sind jetzt punktgleich mit einem Playoff-Platz. Doch dann kam Corona – und die Amerikaner sind wieder weg.

BR Volleys

Gegen das Corona-Virus hat auch die stärkste Defensive keine Chance.
Gegen das Corona-Virus hat auch die stärkste Defensive keine Chance.Bild: imago images / nordphoto/ Witke

Zwei Spieltage vor Ende der Hauptrunde war der Volleyball-Klub aus Berlin uneinholbar Tabellenführer. Für die Playoffs schien das Team bestens gerüstet, der deutsche Meister fühlte sich bereit für die Mission Titelverteidigung. Doch ohne jedes Playoffspiel wurde die Saison abgebrochen. Denn es kam Corona.

BVB-Handballfrauen

Die Handballerinnen aus der Fußball-Hochburg Dortmund spielten bisher die Saison ihres Lebens.
Die Handballerinnen aus der Fußball-Hochburg Dortmund spielten bisher die Saison ihres Lebens.Bild: imago images/Eibner

Nach 17 Siegen in 18 Partien waren die Handballfrauen von Borussia Dortmund auf einem guten Weg zu ihrem ersten Meistertitel. Der vorläufige Abbruch der Saison drückt bei allen Beteiligten mächtig aufs Gemüt. "Du spielst eine überragende Saison, hast nur ein Spiel verloren, sonst keinen Punkt abgegeben und bekommst – nichts", klagte Vorstand Andreas Heiermann. Denn es kam Corona.

Arminia Bielefeld

In Bielefeld hatten sich die Fans der in den vergangenen Jahren leidgeplagten Arminia schon lange gefragt, wo jetzt der Haken an der Sache ist, dass man souveräner Spitzenreiter ist. Tada: Corona!
In Bielefeld hatten sich die Fans der in den vergangenen Jahren leidgeplagten Arminia schon lange gefragt, wo jetzt der Haken an der Sache ist, dass man souveräner Spitzenreiter ist. Tada: Corona!Bild: imago images/Sportfoto Rudel

Der Aufstieg schien schon beschlossene Sache. Souverän marschierten die Ostwestfalen durch die Zweitliga-Saison, hielten die Topfavoriten aus Stuttgart und Hamburg hinter sich. Die Rückkehr in die Bundesliga nach elf Jahren ist bei einer Saison-Fortsetzung noch zu schaffen, sieben Punkte Vorsprung auf Rang drei sind ein gutes Polster. Aber der Lauf ist weg. Denn es kam Corona.

Leon Draisaitl

Der Kölner Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers hatte in der NHL die Scorerliste angeführt.
Der Kölner Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers hatte in der NHL die Scorerliste angeführt.Bild: imago images/Icon SMI/curtis comeau

In den USA längst ein sportlicher Superstar, ist Leon Draisaitl in Deutschland noch immer nur Eishockey-Fans ein Begriff. Der Nationalspieler lieferte für die Edmonton Oilers die Saison seines Lebens, nur in 14 von 70 Spielen hatte er keine direkte Torbeteiligung und führte die NHL-Scorerliste mit 110 Punkten an. Topscorer in der stärksten Eishockey-Liga der Welt, das hat noch kein Deutscher geschafft. Doch dann kam Corona.

(as/dpa)

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quelle: imago images / eibner
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Letzter WM-Held von 1954: Horst Eckel im Alter von 89 Jahren gestorben

Das "Wunder von Bern" ist endgültig Geschichte – Fußball-Deutschland hat seinen letzten "Helden" von 1954 verloren. Horst Eckel, der zuletzt einzig noch lebende Weltmeister der legendären Walter-Elf, ist am Freitag im Alter von 89 Jahren gestorben. Die Ikone des 1. FC Kaiserslautern, der mit seinen vier Klubkollegen Fritz Walter, Ottmar Walter, Werner Kohlmeyer und Werner Liebrich den FCK-Block der deutschen WM-Elf bildete, war der jüngste Spieler in der Mannschaft von Trainer Sepp Herberger. Eckel hinterlässt seine Ehefrau Hannelore sowie die beiden Töchter Susanne und Dagmar.

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