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Tag 1: Dschungelprüfung

Daniel Hartwich und Sonja Zietlow führen durch die "Dschungelshow". Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Dschungelcamp

Keine Quarantäne vor "Dschungelshow"-Halbfinale: Epidemiologe schlägt Alarm und warnt RTL

Momentan ist das Pandemie-bedingte Ersatzformat für das alljährliche Dschungelcamp auf RTL noch voll im Gange: Nicht alle zwölf Kandidaten trafen in der "Dschungelshow" gleichzeitig aufeinander, jeweils drei Promis lebten für drei Tage zusammen in einem Tiny House, jeweils zwei aus den Dreier-Grüppchen wurden von den Zuschauern ins Halbfinale gevotet.

Die beiden Weitergekommenen aus der Gruppe 2, Lars Tönsfeuerborn und Lydia Kelovitz, machten nach ihrem Auftritt im Dschungel-Format anschließend kein Geheimnis daraus, dass sie sich jetzt wieder frei bewegen, nach Hause fahren dürfen und sich so ganz entspannt auf die nächste Runde vorbereiten können.

Lars gab bereits zuvor gegenüber watson über die kurze Auszeit vor dem Halbfinale zu verstehen: "Ich werde die Zeit zu Hause in Düsseldorf verbringen und einfach nichts tun. Das heißt für mich erstmal Entspannung pur und vor allem viel Zeit mit den wichtigen Menschen in meinem Leben." Der Epidemiologe Timo Ulrichs hält das Vorgehen von RTL für problematisch, wie er auf Anfrage von watson mitteilt.

Promis müssen vor "Dschungelshow"-Halbfinale nicht in Quarantäne

In eine Quarantäne müssen die weitergevoteten Promis also nach dem Tiny-House-Aufenthalt und vor dem Halbfinale nicht. Das bedeutet aber auch, dass die Teilnehmer wieder Kontakte außerhalb des Produktions-Kosmos haben. "DSDS"-Sternchen Lydia kommt beispielsweise aus Österreich und wurde in einem Hotel in Köln untergebracht. Dort empfing sie jedoch auch schon Besuch.

Bevor es mit dem Halbfinale in den TV-Studios in Hürth am Mittwoch weitergeht, sollen die dann verbliebenen acht Kandidaten noch einmal auf Corona getestet werden, wie RTL auf watson-Anfrage erklärte, um eine mögliche Corona-Infektion rechtzeitig aufzuspüren. Ulrichs hält dieses Konzept allerdings für sehr riskant, wie er gegenüber watson sagt. Die Tage, die die Promis zu Hause verbringen, sind laut dem Experten in der Tat problematisch:

"In dieser Zeit könnte eine Ansteckung erfolgen, die bei Wiedereintritt in die Show möglicherweise vom Test (Antigenschnelltest oder Virus-PCR) noch nicht erkannt wird, und die infizierten Teilnehmer werden dann während des Halbfinales positiv und kontagiös, könnten also das Virus an die anderen sieben weitergeben."

Ulrichs ergänzt in seinem Statement gegenüber watson, dass die folgende Methode besser wäre: "Zwischen Vorrunde und Halbfinale keine Zwischenzeit zu ermöglichen, sondern alle Teilnehmer abgeschirmt zu halten, damit keine Infektion eingeschleppt wird."

Lydia Kelovitz, Lars Tönsfeuerborn und Bea Fiedler lebten zusammen im Tiny House. Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Eigentlich gibt es strenge Corona-Regeln am "Dschungelshow"-Set

Dieser Experten-Empfehlung kommt RTL allerdings nicht nach. Und das ist bemerkenswert, denn vor dem Beginn der Staffel wollte die Produktion in Sachen Corona eigentlich nichts dem Zufall überlassen.

Zum Start der Show und nach wiederholter Nachfrage von watson äußerte sich ein RTL-Sprecher hierzu wie folgt:

"Die Produktion von 'Ich bin ein Star – Die große Dschungelshow' findet unter aktuellsten und strengsten Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen sowie ohne Publikum statt. Auf Basis der Maßgaben der Behörden, des Gesundheitsamtes und berufsgenossenschaftlichen Empfehlungen und unter Hinzuziehung einer Betriebsärztin und Fachkraft für Arbeitssicherheit ist ein umfangreicher Maßnahmenkatalog mit Hygiene- und Sicherheitsanweisungen zur Gefährdungsabwehr erstellt worden. Zur fachkundigen Beratung und Überwachung haben wir eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, einen Infektionsschutzhelfer sowie einen Set-Medic vor Ort."

Nachlesbar sind die strengen Sicherheitsmaßnahmen auch auf der Website von RTL. Dort ist unter anderem die Rede von einer fünftägigen "Voll-Schutzzeit", in der die Stars ihre Unterkunft nicht mehr verlassen durften, bevor es ins Tiny House ging. Am Anfang und am Ende der Schutzzeit erfolgte jeweils ein Corona-Test, Abstandsregeln, tägliche Körpertemperaturmessungen und Maskenpflicht sollen demnach zudem für das gesamte Produktionsteam gelten.

Warum geht RTL aber vor dem Halbfinale nun doch solch ein Risiko ein? Klar ist jedenfalls, dass sich der Sender noch bedeckt hält, wie genau das Halbfinale mit den letzten acht Kandidaten ablaufen wird. Dr. Bob verkündete jetzt in einem Video bei "RTL.de" zwar ein paar Details, aber wirklich schlau wird der Fan daraus noch nicht.

Oliver Sanne mit Sam Dylan und Christina Dimitriou bei einer Dschungeltauglichkeitsprüfung.

Oliver Sanne, Sam Dylan und Christina Dimitriou bei einer ihrer Dschungelprüfungen. Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Es könnte im Halbfinale nur noch Dschungelprüfungen geben

Eine mögliche Erklärung dafür, dass die Kandidaten sich nicht noch einmal tagelang isolieren müssen, könnte sein, dass im Halbfinale der "Dschungelshow" die verbliebenen Dschungelcamp-Anwärter gar nicht wieder eng zusammenkommen müssen. Möglicherweise fällt ein erneuter Aufenthalt im Tiny House komplett aus, sodass RTL auf engen Kandidatenkontakt gänzlich verzichtet.

Denkbar wäre es durchaus, dass die Promis nur noch zu Dschungeltauglichkeitsprüfungen ins Studio kommen müssen. Dafür spräche, dass die Sendezeit bis zum großen Finale am kommenden Freitag stark verkürzt ist. Nicht mehr knapp zwei Stunden, sondern lediglich rund 60 Minuten werden die kommenden Ausgaben gehen. Und auch Dr. Bobs Ankündigung lässt darauf schließen.

So oder so, auch wenn die verbliebenen Kandidaten sich nicht alle gleichzeitig und mit Abstand begegnen: Aus epidemiologischer Sicht bleibt das Vorgehen ohne Quarantäne in der "Dschungelshow" dennoch gefährlich.

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