"Fortschritt niemals aufhalten" – Iran droht mit neuer Urananreicherung

Der Iran will bei einem Scheitern des Atomabkommens seine Kapazitäten zur Anreicherung von Uran erhöhen. Das geistliche Oberhaupt der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chamenei, sagte am Montag, er habe für diesen Fall einen Ausbau der Anreicherungskapazitäten angeordnet.

In einer im Fernsehen übertragenen Rede sagte Chamenei:

"Unsere Feinde können unseren nuklearen Fortschritt niemals aufhalten."

Der Sprecher der Atombehörde des Landes, Behrouz Kamalvandi, sagte der Nachrichtenagentur ISNA, in einem Brief an die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) werde das Land ankündigen, ab Dienstag die Produktionskapazitäten für Uranhexafluorid zu erhöhen, einen Ausgangsstoff für die Herstellung atomarer Brennelemente. Iran könne auch die Herstellung von Zentrifugen für die Anreicherung forcieren.

So warnt Chameni Europa: 

Chamenei hat die Europäer außerdem davor gewarnt zu glauben, dass Teheran sein Atomprogramm weiterhin zurückfahren werde, während das Land neuen Strafmaßnahmen der USA ausgesetzt sei. Einige europäische Staaten wünschten, dass die Iraner die Sanktionen dulden und gleichzeitig die atomaren Aktivitäten aufgeben, sagte der Ayatollah am Montag in einer Rede in Teheran. Aber das sei ein "Traum", der niemals wahr werde.

"Die iranische Regierung und das iranische Volk werden niemals zulassen, sowohl unter Sanktionen als auch unter Einschränkungen im atomaren Bereich zu leiden", fügte Chamenei in seiner Rede aus Anlass des 29. Todestages des Gründers der Islamischen Republik Iran, Ayatollah Khomeini hinzu.

US-Präsident Donald Trump hatte am 8. Mai den Ausstieg seines Landes aus dem 2015 mit dem Iran geschlossenen internationalen Atomabkommen und die Wiedereinsetzung der US-Wirtschaftssanktionen gegen Teheran verkündet.

Das Wiener Atomabkommen hatten die fünf UN-Vetomächte und Deutschland mit dem Iran geschlossen. Es verpflichtet Teheran, seine Urananreicherung zu zivilen Zwecken drastisch herunterzufahren und verschärfte internationale Kontrollen zuzulassen. Im Gegenzug sollen die Strafmaßnahmen gegen das Land schrittweise aufgehoben werden. Trump fordert ein neues, umfassenderes Abkommen mit Teheran.

Der Ayatollah will Israel vernichten

Chamenei äußerte sich in den vergangenen Tagen nicht nur zum Atomdeal. Zu iranischen Staatsdoktrin gehört seit der Gründung der "Islamischen Republik" die komplette Auslöschung Israels.

Bei Twitter verkündete Ayatollah Chamenei nun zum wiederholten Mal: 

"Israel ist ein bösartiger Tumor in der westasiatischen Region, der entfernt und ausgelöscht werden muss. Das ist möglich und wird geschehen."

Israel reagierte mit Stil und Humor. Genauer: Mit einem Gif.

(fh/afp/rtr)

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