Gesundes Leben
Woman in quarantine with face mask using smartphone and looking through the window. Pandemic of Coronavirus / Covid-19.

Covid-19-Erkrankte sollen sich in Quarantäne begeben. Aber wie lange sind sie ansteckend? Bild: getty images / E+ / urbazon

Corona: Virologe erklärt, ab wann Kranke kaum noch ansteckend sind

Bis zu 14 Tage dauert die Inkubationszeit von Corona. So viel haben wir inzwischen gelernt. Die Krankheitsphase danach kann mehrere Wochen lang gehen, aber auch schon nach vier Tagen vorbei sein (laut Robert-Koch-Institut). Nur: Ab wann sind Corona-Kranke eigentlich weniger ansteckend?

Christian Drosten beantwortete diese Frage am Montag mithilfe einer Pre-Print-Studie aus Singapur in seinem täglichen NDR-Podcast "Coronavirus-Update". Und seine These macht Hoffnung.

Viren sind auch in der Raumluft

Im Rahmen der von Drosten genannten Studie wurden ausschließlich SARS-CoV-2-Patienten betrachtet, was es laut dem Virologen "besonders interessant" macht. Zuerst wurden die Krankenzimmer dreier Infizierter analysiert und dabei eine erhebliche Viruskonzentration in der Luft gefunden. Was die Frage beantwortet, ob das Virus sich (als kleine und große Tröpfchen) durch die Luft verbreitet: Ja, tut es.

Virus in der Luft also? Im Alltag sei das aber keine Gefahr:

"Viele Supermärkte und öffentliche Gebäude haben raumlufttechnische Anlagen, die eine erhebliche Austauschrate der Raumluft ermöglichen, so dass man nicht in der ängstlichen Vorstellung leben muss, dass die Luft voller Virus ist."

Christian Drosten

Besserung schon in der zweiten Woche

Viel wichtiger ist für Drosten aber eine zweite Erkenntnis der Studie, nämlich die Frage: Wann werden die Viren wieder weniger?

Die gute Nachricht: Bereits in der zweiten Krankheitswoche waren die Corona-Patienten der Studie kaum mehr ansteckend. Aus den Krankenzimmern von 30 Patienten wurden Wischproben aller möglichen Oberflächen genommen, um sie auf Covid-19 zu testen. Und anfangs war die Virusmenge darauf auch noch ergiebig.

"Bei Proben vom Fußboden war über die Hälfte der Wischproben viruspositiv", so der Wissenschaftler. "Aber dann erkannte man noch etwas anderes, sehr Wichtiges. Bei diesen 30 Patienten waren die Virus-Wischproben immer nur in der ersten Symptomwoche positiv."

"In der zweiten Woche – wo die Patienten durchaus noch krank waren – waren die Wischproben nicht mehr positiv."

Christian Drosten

Innerhalb von sieben Tagen hatte sich die Ansteckungsgefahr massiv verringert, in der Raumluft war keine nennenswerte Viruskonzentration mehr und auf den Oberflächen hatten sich kaum mehr Tröpfchen abgesetzt. Der Patient war zwar noch krank, aber nicht mehr so stark infektiös. "Das liegt daran, dass diese Patienten später in der Erkrankung weniger Virus von sich geben."

Eine enorm wichtige Erkenntnis für alle, die mit Corona-Kranken zu tun haben, Klinikpersonal zum Beispiel. Und vielleicht ein weiterer Schritt zur Entschlüsselung dieses Virus, das derzeit unsere Welt lahmlegt.

(jd)

Die wichtigsten Telefonnummern zum Coronavirus

Unter der 030 346 465 100 erreichst du das Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums.

Weitere wichtige Nummern:

116 117: Ärztlicher Bereitschaftsdienst
115: Einheitliche Behördennummer
0800 011 77 22: Unabhängige Patientenberatung Deutschland

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