Matthias Opdenhövel führte auch durch die Weihnachtsausgabe von "The Masked Singer".
Matthias Opdenhövel führte auch durch die Weihnachtsausgabe von "The Masked Singer".Bild: ProSieben/Willi Weber
Meinung

"The Masked Singer"-Special enttäuscht: Diese Fehler hat ProSieben gemacht

28.12.2021, 09:57

Normalerweise gibt es "The Masked Singer" nur als komplette Staffel, in denen die kostümierten Stars über mehrere Folgen hinweg alles geben und um den Sieg kämpfen. Nicht so jedoch am zweiten Weihnachtsfeiertag: In "The Masked Singer – die rätselhafte Weihnachtsshow" traten nur drei Prominente gegeneinander an, die im Verlauf des Abends allesamt demaskiert wurden. Was für die Fans zunächst wie ein tolles Highlight zum Weihnachtsfest klang, sorgte am Ende dann aber doch für Ernüchterung.

Wenig Stars, viel Werbung

In einer regulären "Masked Singer"-Staffel haben die Fans und das Rateteam die Möglichkeit, die verschiedenen Kostüme richtig ins Herz zu schließen. Die Stars, auf der anderen Seite, bekommen mehrere Chancen, ihren Show-Charakter mit Leben zu füllen. Eben das jedoch war in der Sendung zu Weihnachten nicht möglich – das Format war in Windeseile vorbei (tatsächlich ging es "nur" bis 22.15 Uhr), ohne, dass nennenswerte Emotionen aufkamen. Das Verhältnis der Werbung zur Gesamtlänge blieb dabei etwa gleich, was die Bindung zum Publikum nicht gerade förderte.

Zwar sind die vielen Werbeblöcke bei "The Masked Singer" seit jeher ein Kritikpunkt, doch wenn die Sendung insgesamt bis nach 23.00 Uhr dauert und mehr Star-Performances bietet, wirkt das Gesamtprodukt immerhin organischer.

Das Special wurde diesmal vorab aufgezeichnet – ein weiterer Unterschied, der sich negativ bemerkbar machte. So nämlich entfiel das ansonsten obligatorische Voting durch die Fernseh-Zuschauer, vielmehr durfte lediglich das bei der Aufzeichnung anwesende Studio-Publikum mit abstimmen. Die Fan-Tipps zu den Kostümen waren während der Ausstrahlung in der ProSieben-App einsehbar, konnten aber natürlich nicht in der Sendung selbst aufgegriffen werden. Auch eine nachträgliche Einblendung gab es nicht, was das Mitraten und Mitfiebern zusätzlich trübte.

An dem Star-Faktor der maskierten Promis lag es jedenfalls nicht, dass die Weihnachtsausgabe enttäuschte: Steven Gätjen (als Rentier), Mickie Krause (als Geschenk) und Yvonne Catterfeld (als Gans) sind durchaus repräsentativ für das Level, auf dem sich die Produktion nach fünf Staffeln eingependelt hat. Problematisch im Hinblick auf die Show war bei ihnen eher, dass sie auf Grundlage ihrer Bühnen-Darbietungen allesamt leicht zu erkennen waren bzw. einfach auch sehr markante Persönlichkeiten sind.

Das Rentier wurde zuerst enttarnt.
Das Rentier wurde zuerst enttarnt.Bild: ProSieben/Willi Weber

Positiv tat sich immerhin "Engel" Bülent Ceylan hervor, der in angenehmer Kürze die Hinweise zu den Kostümen vortrug. Dies war eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Einspielern, die für gewöhnlich mehr Fragen aufwerfen als beantworten und immer wieder für Frustration sorgen.

ProSieben hat sich verzockt

Insgesamt jedoch muss sich ProSieben vorwerfen, bei "The Masked Singer" zu Weihnachten an den falschen Schrauben gedreht zu haben. Das Format funktioniert kaum als einmaliges Event und lebt klar von seinem Live-Charakter – eine wichtige Erkenntnis, die sich die Verantwortlichen nun zu Herzen nehmen sollten.

Den Versuch war es allerdings wert, gerade im Hinblick auf die TV-Konkurrenz und den damit verbundenen Quoten-Kampf: "The Masked Singer" war in Deutschland das einzige Show-Format an diesem Abend, die übrigen Sender zeigten Spielfilme oder Serien. Und nicht zuletzt offenbarte das weihnachtliche Spezial indirekt ja gerade auch, wovon die Sendung wirklich lebt.

Am Ende jedoch dürfte sich ProSieben in Anbetracht der Zahlen mehr erhofft haben: Laut "dwdl.de" brachte es "The Masked Singer" bei der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen auf einen Marktanteil von 12,7 Prozent, was hinter dem "Traumschiff" und dem "Tatort" nur für Rang drei an diesem Abend reichte. Die öffentlich-rechtliche Konkurrenz hatte somit die Nase vorn.

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Warum Bachelorette Sharon Battiste besser als ihre Vorgängerinnen ist

RTL hat mit Sharon Battiste eine gute Besetzung für die diesjährige Bachelorette gefunden. Die 30-Jährige erfüllt ein entscheidendes Kriterium, das dem Sender bei der TV-Junggesellin wohl wichtig ist: Sharon ist keine Unbekannte, im TV war sie bereits in dem RTL-Zwei-Format "Köln 50667" zu sehen. Die letzte unbekannte Bachelorette war Alisa Persch, die 2015 ihr Glück bei dem Format versuchte – danach engagierte RTL nur Frauen als Bachelorette, die bereits Erfahrung im Fernsehen vorweisen konnten.

Zur Story