Goodbye, Herbie! VW stellt die Produktion des Beetle ein

14.09.2018, 15:33

Der VW-Käfer – international als Beetle bekannt – hat eine bewegte Karriere hinter sich: Die Entwicklung des Autos wurde Anfang der 1930er von Adolf Hitler in Auftrag gegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg verwandelte sich der kleine Flitzer dann trotzdem weltweit zum Kultobjekt. Jetzt hat Volkswagen bekannt gegeben: Nächstes Jahr ist Schluss mit der Käfer-Produktion.

Der Verlust des Käfers nach drei Generationen und fast sieben Jahrzehnten werde bei den "sehr zahlreichen" treuen Fans viele Emotionen hervorrufen, sagte VWs Nordamerika-Chef Hinrich Woebcken. Doch wolle sich Volkswagen in den USA auf größere Familienautos und Elektrofahrzeuge konzentrieren.

Zum Abschied werden nochmal zwei letzte Modelle aufgelegt: die "Final Edition" soll es als Cabrio und als sportlichen Coupé in den Farben Beige und Hellblau geben. Eine kleine Hintertür für Fans auf der ganzen Welt ließ Woebcken allerdings offen. Zwar gebe es keine Pläne für einen neuen Beetle. Doch: "Sag niemals nie".

Oben klassisch, unten neu: Der Käfer.

Bild: imago

Die Produktion des Original-Käfers ist bereits seit langem beendet – 2003 ging in Puebla der letzte vom Band. Schon damals gab es aber den "New Beetle", der in seiner runden Form an das legendäre "Volksfahrzeug" der westdeutschen Nachkriegsjahrzehnte erinnerte.

Vom Nazi-Auto zum weltweiten Kultobjekt

Wie gesagt, der Käfer wurde Anfang der 30er Jahre im Auftrag Adolf Hitlers von Ferdinand Porsche entwickelt. Schon der ursprüngliche Name des Autos verrät viel über diese Herkunft: Der Käfer hieß zunächst "KdF-Wagen", kurz für die Nazi-Losung "Kraft durch Freude". Das Auto sollte für möglichst viele Menschen erschwinglich sein.

Eine ganze Reihe an KdF-Wagen 1938 vor dem Brandenburger Tor in Berlin.
Eine ganze Reihe an KdF-Wagen 1938 vor dem Brandenburger Tor in Berlin.
imago

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Auto im von den Alliierten besetzten Deutschland in die Massenproduktion. Ab den 50er Jahren wurde der dort auch "Bug" genannte Käfer in die USA exportiert. In den folgenden Jahren wurde das kugelige Auto mit den an Augen erinnernden Scheinwerfern zum Kult.

Der Beatle John Lennon fuhr einen Beetle, auf dem Cover des letzten Studioalbums der Beatles, "Abbey Road", wurde ein Käfer verewigt, Pop-Art-Künstler Andy Warhol bildete den Wagen mehrfach ab. Auch in mehreren Kinofilmen spielte der Käfer die Hauptrolle: "Herbie" war 1968 der Star in der Disney-Produktion "Ein toller Käfer".

(fh/dpa)

Einige der schönsten (alten und neuen) Käfer im Bild:

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Der VW-Käfer – vom Nazi-Auto zum Kultobjekt
quelle: imago stock&people / imago stock&people
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