Ronald Tenholte gewann im März 2020 die Million bei "Wer wird Millionär?".
Ronald Tenholte gewann im März 2020 die Million bei "Wer wird Millionär?".
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Analyse

Gibt's ein "Wer wird Millionär?"-Geheimrezept? Die vier wichtigsten Schritte zur Million

09.06.2020, 08:27

Es war eine ganz besondere "Wer wird Millionär?"-Staffel in der Geschichte der Quiz-Show. Nicht aber, weil besonders viele Millionäre daraus hervorgegangen sind, sondern weil die Sendung größtenteils ohne Publikum stattfinden musste. Denn durch die Corona-Pandemie war im Studio für Moderator Günther Jauch vergleichsweise einsam.

Statt des Publikums nahmen mit Abstand die drei jungen Quiz-Millionäre Ronald Tenholte, der erst dieses Jahr, kurz bevor die Corona-Maßnahmen eingeführt wurden, die Millionen-Frage richtig beantwortete, sowie Leon Windscheid und Jan Stroh im Studio Platz. Sie fungierten als Publikums-Ersatz-Joker.

Und sie machten ihre Sache größtenteils gut – abgesehen von ein paar wenigen Wissenslücken, die dann aber auch zu bösen Fehlentscheidungen seitens der Kandidaten geführt hatten. So stürzte im Prominenten-Special beispielsweise Anke Engelke nach einem falschen Tipp von Leon Windscheid auf 500 Euro ab.

Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Nur gut, dass die "WWM"-Millionäre damals, bei ihren eigenen Quizrunden, mehr gewusst oder zumindest cleverer getippt haben. Wie genau sie den Weg zur Million bestritten haben, zeigt nun zum Ausklang der aktuellen "Wer wird Millionär?"-Staffel ein Spezial. In vier Folgen blickt RTL darauf zurück, wie sich die vergangenen vier Gewinner Leon Windscheid, Sebastian Langrock und Ralf Schnoor zur Million gespielt haben. Und wer dabei genau hinguckt, kann auch noch was lernen. Denn zum Sieg in der Quiz-Show braucht es mehr als nur Wissen. Was? Hier ein Überblick.

Die richtige Vorbereitung

Einfach auf sein gutes Allgemeinwissen vertrauen? Wer bei "Wer wird Millionär?" wirklich abräumen will, sollte sich etwas Besseres einfallen lassen. Denn die vergangenen Millionäre zeigen: Ohne Training geht nichts!

"Seit ich wusste, dass ich zur Sendung eingeladen werde, habe ich wirklich jeden Tag Quiz gespielt, um mir möglichst viel Wissen anzueignen", hatte Ronald Tenholte nach seinem Sieg im März verraten. Das bringt nämlich nicht nur Wissen, sondern auch eine gewisse Routine.

Und er ist nicht der einzige Millionär, der diese Strategie fährt. Leon Windscheid konnte das sogar noch toppen. Er gestand vergangenes Jahr in einem Interview:

"Ich habe mich damals drei Monate lang auf die Sendung vorbereitet. Sieben Tage die Woche, zehn Stunden täglich."

Selbst für die Auswahlrunde, die entscheidet, ob man überhaupt auf dem Ratestuhl landet, hat Leon hart trainiert. Dafür nutzte er die "WWM"-App, um sich mit dem typischen Layout vertraut zu machen. Damit erhoffte er sich auch einen Geschwindigkeitsvorteil für die Sendung. Allerdings stellt der heute 31-Jährige auch klar, dass Wissen nur etwa 20 Prozent des Erfolgs ausmachten. Auch Glück sei ein wichtiger Faktor.

Nervenstärke

Gerade als Psychologe weiß Leon Windscheid sehr genau, wie wichtig Nervenstärke für die Teilnahme an solch einer Sendung ist. "Ich habe trainiert, mit Psychotricks den Stress auf dem Stuhl zu bezwingen und einen klaren Kopf zu bewahren", berichtete Windscheid nach seinem Sieg im RTL-Interview. Es sei wichtig "die eigene Angst zu bewältigen". Auch bei Moderator Günther Jauch hatte er sich etwas abgeguckt: die entspannte Haltung. Cool bleiben und alles nicht so verbissen sehen, ist seiner Meinung nach ebenfalls wichtig.

Leon Windscheid konnte bei "WWM" Nervenstärke beweisen.
Leon Windscheid konnte bei "WWM" Nervenstärke beweisen.
Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Auch Ralf Schnoor, der im November 2010 die Million gewann, weiß, wie wichtig eine gewisse Gelassenheit ist. Er strahlte vor der Kamera so viel Gelassenheit aus und genoss es einfach, im Mittelpunkt zu stehen – das wirkte sich natürlich auch positiv auf seine Nerven aus.

Abwägung von Sicherheit und Risiko

An der Frage, wählt man die Risiko- oder Sicherheitsvariante, scheiden sich die Geister. Sicher ist: Beides kann zum Sieg führen. Man muss sich nur im Klaren darüber sein, wie sich die jeweilige Variante auch auf das Nervenkostüm auswirkt. Denn wer sich bei 16.000 Euro den Fallschutz einbaut, ist im Zweifelsfall eher dazu geneigt zu zocken. Ralf Schnoor hatte sich für eben diese Sicherheitsvariante entschieden und ist damit gut gefahren.

Auch Ronald Tenholte setzte auf Sicherheit – wohl wissend, dass er ab der 32.000-Euro-Frage mutig voranschreiten kann. "Dann hätte ich nicht gezockt, wenn ich auf 500 zurückgefallen wäre", begründete er noch in der Show seine Wahl.

Ronald Tenholte ist erst im März zum Millionär geworden.
Ronald Tenholte ist erst im März zum Millionär geworden.
Bild: TVNOW / Stefan Gregorowius

Aber eben nicht für alle ist es die beste Variante. So entschied sich Leon Windscheid für das Risiko. Er hatte aber auch bereits seine Nerven auf das große Quiz-Spektakel vorbereitet. Ebenfalls auf Risiko ging Sebastian Langrock. Als professioneller Pokerspieler kennt er sich allerdings auch mit dem Zocken aus und bringt dementsprechend Nervenstärke mit.

Wer also nicht sicher ist, ob er auch unter diesem enormen Druck einen kühlen Kopf behalten kann, setzt wohl besser auf die "Schisservariante", wie sie Jauch immer wieder nennt. Denn dann zockt es sich im Endspurt etwas leichter.

Die passende Chemie

Und was nicht zu unterschätzen ist: Die Chemie zwischen Kandidat und Moderator muss passen. Denn wenn man eins aus den vergangenen 20 Jahren "WWM" gelernt hat, dann, dass Günther Jauch einen unliebsamen Kandidaten durchaus auflaufen lassen kann. Wenn er jemandem allerdings wohlgesonnen ist, gibts auch schon mal einen Wink mehr mit dem Zaunpfahl.

Auch Leon Windscheid ist überzeugt, dass die richtige Chemie mit dem Moderator für mindestens 20 Prozent des Erfolgs verantwortlich ist. "Dafür hilft es, immer authentisch zu bleiben. Auch, wenn man mal daneben liegt oder sich blamiert", erklärte Leon in einem Gespräch mit dem Magazin des Instituts Staufenbiel.

Die Chemie stimmte 2010 auch zwischen Ralf Schnoor und Günther Jauch. Sogar so sehr, dass RTL den Millionär anschließend für die Show "500 – Die Quiz-Arena" als Schiedsrichter verpflichtete – an der Seite von Jauch.

(jei)

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