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Christian Drosten kritisiert den Virologen Alexander Kekulé.Bild: reuters / POOL
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Kekulé wirft Drosten Fehler vor – der reagiert kalt

28.05.2020, 10:5828.05.2020, 16:13

Der lautstarke Streit um eine Studie des Berliner Charité-Virologen Christian Drosten geht in eine neue Runde. Nachdem Anfang der Woche die "Bild"-Zeitung Drosten fehlerhafte Arbeit unterstellt hatte, legt nun der "Tagesspiegel" mit einem Gastbeitrag des Virologen Alexander Kekulé nach.

In dem längeren Artikel wirft Kekulé Drosten ebenfalls vor, methodisch unsauber gearbeitet zu haben und zitiert dabei den Züricher Statistiker Leonhard Held, der "gleich mehrere methodische Fehler" bei der Drosten-Studie nachgewiesen habe, die auch von anderen Statistikern bestätigt worden seien. Kekulé legt Drosten dann nahe, die Studie zurückzuziehen. "Warum Drosten die Studie nicht einfach zurückzieht, ist schwer nachvollziehbar", befindet der Virologe.

Auf diese Kritik an seiner Arbeit hat nun Drosten wiederum öffentlich auf Twitter reagiert. Er wirft, wie schon der Berichterstattung der "Bild", Kekulé vor, "tendenziös" zu sein. "Er kennt unsere Daten nicht und zitiert falsch", erklärt der Charité-Virologe. Dann schießt er selbst gegen Kekulé: Ihn könne man nicht kritisieren, "dazu müsste er erstmal etwas publizieren".

Drosten spricht Kekulé wissenschaftliche Relevanz ab

In einem weiteren Tweet schiebt er noch hinterher: "Der von Kekulé bemühte Leonhard Held sagt selbst über seine statistische Nachanalyse unserer Studie, dass diese nicht konklusiv ist. Kekulé ist das egal, er feuert trotzdem. Danke dafür." Solltet ihr kein Wissenschaft sprechen: Held sagt über seine Kritik an der Drosten-Studie, dass sie zu keinem eindeutigen Ergebnis führt.

Inzwischen hat Drosten in seiner Kritik an Kekulé noch einmal nachgelegt. Der Virologe spiele glücklicherweise "keine Rolle" in der Wissenschaftsgemeinschaft, twitterte Drosten am Donnerstagvormittag.

Ob sich Kekulé, der auch in der Vergangenheit schon öfter mit Drosten-entgegengesetzen Positionen auf sich aufmerksam gemacht hatte, mit dem "Tagesspiegel"-Artikel einen Gefallen getan hat, bleibt abzuwarten.

Liefert die Held-Analyse tatsächlich keinen stichhaltigen Beweis dafür, dass Drosten und sein Team unsauber gearbeitet haben, dann muss sich Kekulé denselben Vorwurf gefallen lassen, wie er ihn an Drosten formuliert.

(pcl)

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