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Male mountain climber with backpack is enjoying the view

Werden wir im Sommer in Österreich Urlaub machen? Bild: Getty / iStockphoto / Patrick Daxenbichler

Tourismus-Ministerin: So will Österreich zum "besonders Corona-sicheren Land" werden

Die Tourismusbranche ist ein Pfeiler der österreichischen Wirtschaft. Ein Totalausfall der Urlaubssaison wegen des Coronavirus hätte verheerende Folgen für das Land in den Alpen.

Doch wie in Deutschland sinken die Infektionszahlen in Österreich längst, die Urlaubssaison scheint gerettet. Ganz normal wird dieser Urlaub wohl nicht werden. Welche Maßnahmen die österreichische Bundesregierung treffen will, um den Urlaub zu ermöglichen, hat nun Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in einem Interview mit der "Welt" erklärt.

"Weltweites Alleinstellungsmerkmal"

Das ambitionierte Ziel sei es, Österreich "ein weltweites Alleinstellungsmerkmal als besonders Corona-sicheres Land" zu verschaffen. Gelingen soll das durch "präventive flächendeckende Tests für eine Branche, die ganz stark vom Kontakt zum Menschen lebt".

"Mit unserem Testprogramm für Tourismusmitarbeiter wollen wir potenzielle Superspreader, also Infizierte ohne Symptome, aber mit vielen Kontakten, frühzeitig isolieren", erklärt die Politikerin. "Damit treffen wir als eines der ersten Länder weltweit die bestmöglichen Vorkehrungen für einen absolut sicheren und trotzdem gastfreundlichen Urlaub."

Ab Juli sollen demnach bis zu 65.000 Personen pro Woche getestet werden. "Das Ziel ist, alle Mitarbeiter mit Gästekontakt wöchentlich zu testen."

Drei Prinzipen sollen für Schutz sorgen

Für die Touristen werden natürlich weiterhin Regeln gelten. Drei Prinzipien nennt Köstinger im "Welt"-Interview: "Hygieneauflagen beachten, Mindestabstand einhalten und bei Menschenansammlungen Mund-Nasen-Schutz tragen". Gäste und Gastgeber seien selbst dafür verantwortlich, dass diese Regeln eingehalten würden.

Reichen diese Maßnahmen? Anfang März sorgte Österreichs Tourismusbranche schon einmal für eine rasante Verbreitung des Coronavirus. Skifahrer in Ischgl steckten einander beim Après-Ski an – und trugen das Virus in die Welt.

Österreich habe aus Ischgl gelernt, betont Köstinger. Bei Tests und beim Nachverfolgen von Infektionsketten seien die österreichischen Behörden schneller geworden. Eine Expertenkommission werde die Vorfälle im Skiort außerdem aufklären.

Wann aber der Startschuss für den Urlaub gegeben wird, steht noch nicht genau fest. Am 15. Juni sollen die Kontrollen an der Grenze zu Deutschland nach dem Willen der österreichischen Regierung enden. Köstinger betont aber, dass ihr Land bei Grenzöffnungen für "ein EU-weit koordiniertes Vorgehen" ist.

In Deutschland gilt ohnehin noch eine Reisewarnung für das Ausland bis zum 14. Juni.

(ll)

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