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Diese sechs gehen wählen – und erzählen uns, warum ihnen das so wichtig ist. Bild: privat/montage: watson

Politikverdrossen? Von wegen! 6 junge Menschen erzählen, warum sie wählen gehen

Es ist eine wahre Mammutwahl: In 28 EU-Staaten sind die Menschen bei der Europawahl aufgerufen, wählen zu gehen. Kann der Urnengang die Menschen wirklich begeistern?

Oft heißt es, vor allem die junge Generation sei nicht an der Politik interessiert. Politikverdrossenheit ist das große Schlagwort.

Aber die Wochen vor der Wahl haben gezeigt: Das stimmt nicht. "Fridays for Future" hat Hunderttausende in Deutschland auf die Straße gebracht, Youtuber mischen sich nun in die Wahl ein und treiben die CDU vor sich her. Deutschland und Europa lassen sich begeistern für Politik.

Wir haben sechs junge Menschen gefragt, die sich in Jugend-Organsiationen engagieren, warum ihnen die Europawahl wichtig ist und warum sie wählen gehen.

Moritz Bayerl, 18

Aktiv in der Landesschüler*innenvertretung NRW

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bild: privat

"2018 war ein Jahr der gemischten Gefühle: Die 'Fridays for Future'-Bewegung kam ins Rollen, rechtspopulistische Parteien zogen in mehr und mehr Parlamente ein. 2019 steht auch die EU vor einem politischen Umbruch. Doch stehen wir jungen, modernen Europäer*innen hinter Einreiseverboten für Flüchtlinge oder der Auflösung der EU? Nein! Wir, diejenigen, die noch ein ganzes Leben vor sich haben, müssen jetzt unsere Meinung vertreten! Wenn wir alle am 26.05. für ein modernes, solidarisches und umweltbewusstes Europa eintreten, kann unsere Stimme etwas bewirken."

Kassandra Wuttig, 20

Aktiv in der Naturschutzjugend

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"Ich will ein Zeichen gegen den erstarkenden Nationalismus setzen. Viele drängende Probleme können die europäischen Staaten nur gemeinsam lösen. Wir brauchen grenzübergreifende Klima- und Umweltschutzmaßnahmen sowie eine nachhaltige Landwirtschaft. Außerdem eine gemeinsame Sozialpolitik der Staaten, gleiche Rechte für alle EU-Bürger und die gemeinsame Aufnahme und den Schutz von Flüchtenden. Mit meiner Stimme möchte ich mich für all das einsetzen."

Devin Can, 26

Aktiv in der DGB-Jugend

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"In der globalisierten Welt ist die EU der einzige Weg, auf dem die Errungenschaften der europäischen Arbeiter*innen langfristig verteidigt werden können. Getrennt sind wir einfach nicht stark genug, um beispielsweise soziale Absicherung, gute Bildung für alle, Arbeitsschutz oder Mitbestimmung aufrecht zu erhalten. Gemeinsam hingegen definieren wir als EU Standards, die übrigens weltweit kopiert werden. Die DGB-Jugend, aber auch ich, fordern eine Mindestbesteuerung von Unternehmensgewinnen in Europa, Mitbestimmung am Arbeitsplatz und Europäische Mindestlöhne, die übrigens auch für Deutschland eine Erhöhung des Mindestlohns bedeuten würden. Diese Projekte haben nur eine Chance Realität zu werden, wenn am 26. Mai eine Mehrheit progressiver Parteien in das nächste EU-Parlament gewählt wird. Wenn Du nicht wählen gehst, überlässt du es anderen über deinen Alltag und deine Zukunft zu entscheiden."

Nora Wacker, 23

Aktiv in der Naturschutzjugend

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"Unser Plastikmüll aus Elbe, Weser und vom Festland dreht nicht an der Grenze zu den Niederlanden um. Nein, er schwimmt weiter, bleibt an Großbritanniens Küsten kleben, schwimmt, wer weiß wohin. Den Klimawandel interessiert es nicht, ob man deutsch ist, aus Griechenland oder aus Estland kommt und wer am meisten Kohlenstoffdioxid produziert. Solche Herausforderungen können nur gemeinsam angegangen werden. Und zwar mit Europa! Durch die Europäische Union können viele Arten geschützt werden, die nichts auf Grenzen geben und es kann gemeinsam am Klimaschutz gearbeitet werden. Nicht zu vergessen, dass es möglich ist, mal eben unsere Nachbarländer zu besuchen, ohne stundenlang kontrolliert zu werden, ein Semester auf Korsika zu studieren, ohne Roaming europaweit zu telefonieren… Durch Europa haben wir so viele Möglichkeiten und ich wähle, damit sie selbstverständlich bleiben!"

Anna-Lena Wörlein, 24

Aktiv im Christlichen Verein Junger Menschen

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Am 26. Mai bin ich unterwegs und habe deshalb am Montag meine Stimme für die Europawahl per Briefwahl abgegeben. Der Aufwand ist es mir wert, weil es mir wichtig ist, meine Stimme zu erheben. Das Recht zu wählen, sollten wir ernst nehmen. Ich bin Europäerin und fühle mich als Teil der Europäischen Union. Ich möchte gerne aktiv Veränderungen gestalten, indem ich mitbestimme, welche Vertreter*innen Entscheidungen für meine Mitmenschen, mein Land, unseren Planeten und nicht zuletzt für mich und meine Familie treffen. Nur gemeinsam – mit deiner und meiner Stimme – können wir eine wertschätzende und respektvolle Kultur, einen schonenden Umgang mit der Umwelt und einen nachhaltigen Frieden schaffen."

Marcus Ott, 23

Aktiv bei Fridays for Future im Saarland

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"Die Europäische Union ist eine der größten Errungenschaften, die wir in den letzten Jahrzehnte reicht haben. Sie hat dafür gesorgt, dass die Gedanken, die sonst nur auf nationaler Ebene geführt wurden, auf Europa ausgeweitet werden. Sie gibt uns Stabilität, offene Grenzen, Solidarität, Gemeinschaftsgefühl und noch viel mehr. Ich sehe es als Pflicht an, diese Errungenschaft zu erhalten und zu verbessern, indem man zur EU-Wahl geht, damit die wirklich wichtigen Dinge debattiert und Lösungen beschlossen werden. Die wichtigsten Themen sind meiner Meinung nach an erster Stelle die Bewältigung der bereits eingetroffenen Klimakrise und die Förderung eines ökologisch und sozial nachhaltigen Europas sowie der Schutz der EU vor europafeindlichen Parteien und Organisationen."

(fh)

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