Sponsored Story
Bild

madlen krippendorf

Sponsored Story

Auf den Spuren von Guaraná fand ich: Clicia, die Königin des Dschungels

Ja, der Koffein-Kakao hat es mir angetan. Und er hatte es nicht leicht bei mir als überzeugtem Kaffee-Junkie. Nach meinem Selbsttest (ein Tag kein Kaffee, nur Koffein-Kakao☕🐒!) habe ich die Koffer gepackt. Ich musste da hin, wo alles passiert. Ich musste nach Superpflanzenhausen - in den Amazonas! Was ich vom Dschungel wollte: den Wachmacher Guaraná sehen und verstehen. Was ich von dort mit nach Hause brachte: Kratzer und Stiche, einen Blutegel, heiliges Öl, Koffein-Lust. Eine neue Freundin. Und eine Erleuchtung.

Anna Meran
Anna Meran

Präsentiert von

Markenlogo

Ihr Blick ist hochkonzentriert, während sie in mein Telefon tippt – einen Namen nach dem anderen: Guaraná, Açaí, Acerola, Bananen, Andiroba, Cumarú, Kakao, Abacaba … Als Apfel-Birne-Pflaume-Deutsche staune ich nicht schlecht. Clicia hört nicht mehr auf zu schreiben. All diese Früchte sollen hier um mich herum wachsen. Die meisten sind mir total fremd.

Hier ist alles fremd - mitten im brasilianischen Amazonas-Dschungel auf der etwa 11 Hektar großen Plantage von Clicia und ihrem Mann Odielio. Clicia hat mich eingeladen. Ich bin auf großer Wachmacher-Expedition, um alles über die geheime Zutat des Koffein-Kakaos - Guaraná - herauszufinden. Deshalb diese Reise um die halbe Welt, nach Urucará, dem Hotspot des Guaraná-Anbaus. Hier kommt man nur mit dem Boot hin, und nur, wenn man einen Bootsführer mit genügend Sprit und gutem Orientierungssinn hat (ich bin angekommen - irgendwann).

Bild

Hier, zwischen Schlangen und Vogelspinnen kommt alles zusammen: Produzentin Clicia zeigt uns den Ort des Geschehens - ihre Plantage. Koawach-Chef Daniel zeigt Clicia, was daraus entsteht: der koawach Koffein-Kakao. Und ich? Bin baff madlen krippendorf

Guaraná! Das ist meine Mission in den nächsten Tagen. Guaraná ist in Brasilien wie die Kaffeebohne bei uns - der Oberwachmacher. Die Studenten mischen sich das Pulver in Drinks für bessere Konzentration beim Lernen oder um länger durchzuhalten beim Feiern. Die Produzenten zerkauen die Beeren beim Arbeiten, die coolen Dudes mischen es in Açaí- Bowls und schlendern damit die Copacabana entlang. Jedes Getränk, jeden Saft, jeden Tee gibt es auch mit Guaraná Pulver.

Die Guaraná-Beeren sind mein Amazonas-Kaugummi

Für gejetlagte Sensibelchen wie mich ist es ein Segen: In meiner Brasilienwoche ernähre ich mich von Guaraná-Säften und gerösteten Guaraná-Kernen – mein Amazonas-Kaugummi. Die Müdigkeit soll gar nicht erst aufkeimen.

Bild

Mein Reise-Dauerbrenner Guaraná. Ich konsumiere es in Brasilien wie die Einwohner: 24/7 in jeder Form von Kakao über Limo bis zur puren Beere madlen krippendorf

Mein Wachplan geht auf: Ich schwebe auf einem Dauerhigh durch den brasilianischen Dschungel - geil :). Der Zustand des Guaraná-Rausches ist ein angenehmer: Keine übertriebene Wachheit; kein Laberflash (zum Glück meiner Reisebegleiter); kein Herzrasen. Eher steht man lässig und gediegen über den Dingen. So hatte ich es ja schon bei meinem Koffein-Kakao-Selbsttest in Berlin erlebt. Die koawach Schoko-Drinks haben mich angenehm wach gehalten. Kaffee war überflüssig und konnte leider auch geschmacklich nicht mehr mithalten.

Bild

Neben der Plantage ihr Ein und Alles: Clicia mit ihrem 4-jährigen Sohn Jorge madlen krippendorf

Was mich mitnimmt, sind die 95 Prozent Luftfeuchtigkeit bei 35 Grad Hitze. Das ist eine neue Herausforderung für meinen verwöhnten Europakörper. Dafür bin ich im Verstecken meiner Angst vor Kobras, Vogelspinnen und giftigen Mücken viel besser. All das gibt es nämlich hier neben den Früchten auch im Überfluss. Im Amazonas fühlen sich eben alle wohl 😎.

Die große Dschungeltour mit dem Erfinder des Koffein-Kakaos

abspielen

Video: Max Weishäutel, Madlen Krippendorf, Anna Meran

Halt – hat es da nicht gerade geraschelt?! Schnell weiter, im Windschatten der flinken Clicia. Sie ist schon ein Stück vorweg geprescht. Es gibt keine Sekunde zu verlieren. Ich stolpere hinterher. Meine neue Freundin hat auch eine klare Mission: Sie will mich begeistern von ihrem Baby, der Plantage.

Das hier ist nicht nur irgendein Job für sie. Die Plantage ist ihr Herzblut, ihre Lebenserfüllung. Mir gewährt sie Zugang. Vielleicht weil Jorge und ich vorher mit einem Stock und einem platten Ball Baseball gespielt haben (ich bin so durchgeschwitzt, dass ich jetzt weiß, wie sich ein nasser Hund fühlt). Oder weil sie schon die Verbindung spürt, die auch mich noch ergreifen wird.

Bild

Das Glück: Jorge mit einem Stück selbstgemachter Schokolade aus dem eigens angebauten Kakao (für die Kids mal OHNE Koffein :) ) madlen krippendorf

Mitten im Dickicht bleibt sie vor einem enormen Baum stehen: “Andiroba“ – sagt sie, und hebt liebevoll eine Frucht auf, die wie eine kleine, orangene Kokosnuss aussieht. Sie sieht mich an und - hat sie tatsächlich Tränen in den Augen? Wegen einer Frucht?! Aaaaalter.

"Das Öl des Andiroba-Baumes hat meinem Sohn das Leben gerettet"

"Das Öl dieser Pflanze hat meinem Sohn Jorge das Leben gerettet," sagt sie so langsam, dass ich es mit meinen gebrochenen Portugiesisch-Sprachkenntnissen verstehen kann.

Bild

heilende Kraft: Das Öl aus der Nuss des Andiroba-Baumes wirkt entzündungshemmend und ist ein natürlicher Schutz gegen Mücken madlen krippendorf

Andiroba ist heilig für Clicia und ihre Familie: Acht Bäume hegen und pflegen sie auf ihrer Plantage. Nach einem indigenen Rezept, das von ihren Ahnen stammt, gewinnt Clicia das Öl des 30 Meter hohen Andiroba-Baumes. Für sie ist es ein Wundermittel. Als Jorge mit zwei Jahren im Krankenhaus lag und keine Heilung fand, rieb sie ihn damit ein und er wurde gesund. So geht ihre Geschichte. Und für sie ist es die Wahrheit. Dieses Grundvertrauen und der Glaube in die Kraft der Natur wundern und berühren mich.

Bild

Harte Arbeit oder Meditation? Es scheint, als würden Clicia und Odielio bei der Arbeit mit den Pflanzen verschmelzen madlen krippendorf

Auch die Guaraná-Bäume liegen Clicia und ihrem Mann Odielio sehr am Herzen. Die beiden sind ein echtes Power-Couple – und Vorreiter in den traditionell-bäuerlichen Dorfstrukturen Brasiliens. Clicia ist die Alice Schwarzer des Dschungels – nur in nett :). Sie weiß alles über ihr Geschäft.

Safra: Zur Erntezeit treffen sich die Produzenten um 6 Uhr morgens mit Machete und Zange

Wie sehr sie dafür brennt, zeigt mir ihre Antwort auf die Frage, was denn ihr liebster Aspekt des Guaraná-Anbaus sei. „Safra“, Ernte, flüstert sie fast beschämt. Safra ist ein Wort, das sich auch bei mir eingebrannt hat: Für die Produzenten bedeutet es jedes Jahr im Spätherbst harte Arbeit: Um 6 Uhr morgens treffen sich Clicia, Odielio und noch drei weitere Helfer mit Machete, Zange und Korb und legen los. Jorge ist zur Erntezeit nach der Schule bei seiner Tante oder den Großeltern. Alle helfen auf ihre Art mit. Die Früchte sind erntereif, wenn der schwarze Kern die rote Schale sprengt. Jede Frucht muss per Hand abgepflückt werden. Die Ausbeute: Ein Baum gibt bis zu 300 Gramm Guaraná ab - in koawach umgerechnet 300 Tassen Koffein-Kakao!

Bild

Nach der Trocknung kommen die Guaraná-Beeren in den Ofen zur Röstung. Je aufwendiger die Konstruktion, desto effizienter der Prozess madlen krippendorf

Am späten Nachmittag füllen Clicia und ihr Team die Früchte in Säcke und lagern sie zum Fermentieren etwa fünf Tage in einer Hütte. Dabei löst sich die Schale vom Kern und der Koffeingehalt steigt auf bis zu vier Prozent – mehr als doppelt so viel wie in einer "normalen" Kaffeebohne.

Früher mussten die Kerne noch zerstampft werden: Da war auch Sohn Jorge voll dabei! Denn das passierte hier – natürlich - im Samba-Takt. Der Sinn dabei: die Schalen lösen sich von den Kernen. Clicia musste jeden Kern von Hand verlesen und ihn dann in einem Wassertank waschen. Die übrigen Schalen dienen als Naturdünger. Verschwendung kann und will sich hier keiner leisten.

Wach oder nicht wach - das große Dschungelinterview

abspielen

Video: Sascha Huncke, Anna Meran

So wird bei den feierlustigen Brasilianern alles zur Party – sogar die Erntezeit. Geburtstage feiern Clicia und ihre Familie übrigens nicht jährlich, sondern monatlich! Als Clicia mich zum fünfMONATIGEN (!) Geburtstag ihres Neffen Hektor – heute Abend – spontan zu sich nach Hause einlädt, bin ich diejenige, die sich die Tränen zurückhält. So viel Großzügigkeit und Herzlichkeit haut mich um. Keiner hat hier wirklich viel. Aber das, was da ist, wird geteilt. Ich bin sprachlos.

Bild

Auch auf Guaraná? Fußball ist Nationalsport Nummer eins in Brasilien. Tag und Nacht! madlen krippendorf

Während die Produzenten die langen Arbeitstage – natürlich feiernd – ausklingen lassen, trocknen die Guaraná-Kerne. In den folgenden Tagen transportieren Clicia und ihre Helfer das Guaraná in großen Säcken ins Dorf. Die finale Röstung findet im hofeigenen Ofen statt.

Energydrink ist gleich Energydrink? Nein! Hier kommt die Wachmacher-Wahrheit. Check it out:

Bild

sascha huncke

Clicia und Odielio sind Teil einer Kooperative namens Agrofrut, die aus 65 Einheiten besteht. Die meisten Hersteller besitzen zwei bis drei Hektar. Clicia und Odielio sind mit ihren elf Hektar eine Ausnahme. Das konnten sie sich nur leisten, weil beide hart arbeiten. So auch ihr eigenes Haus und die Privatschule des Sohnes.

Bild

Die Seligkeit: Clicia mit den fertigen Guaraná-Beeren, die mir den Schlaf geraubt haben madlen krippendorf

Jeder Hersteller hat sein eigenes Produktions-Kleinod: Ein Ofen zum Trocknen der Kerne. Und seit Kurzem besitzen Clicia und Odielio ein Gerät, das die Samen von der Schale trennt. "Diese Maschine ersetzt 10 Sambatänzer", sagt Clicia lachend und stolz. Beide Geräte sind aus Lehm und sehen aus wie aus einer anderen Zeit. Für die Produzenten des Amazonas sind sie Gold wert. "Seitdem ich den Röster habe, kann ich drei mal so viel Guaraná produzieren am Tag wie vorher", erklärt Odielio stolz.

Durch die Kooperative können Clicia und Odielio die Schule ihres Sohnes bezahlen

Nur ein Vorteil der Kooperative. Die Bauern-Genossenschaft ermöglicht ihnen einen besseren Informationsaustausch, eine stärkere Verhandlungsposition für gute Preise und ein selbstbewussteres Auftreten. Früher wurden sie vom Markt verdrängt, da internationale Unternehmen größere Mengen produzieren konnten. Seit der Kooperative können sie vom Guaraná-Anbau leben.

Dazu ist das Guaraná von Clicia Bio- und Fairtrade-zertifiziert - Agrofrut ist dabei die weltweit erste Guaraná-Kooperative mit Fairtrade-Zertifizierung! Regelmäßig kommen Prüfer, die die Standards bewerten. Für die Hersteller bedeutet das einerseits mehr Geld, aber auch eine stetige Entwicklung der Prozesse. Die Professionalisierung der Organisation hat die Gemeinschaft noch intensiviert. Der finanzielle Vorteil: über den fairen Handel erhält die Kooperative einen höheren Preis pro verkauftem Kilo. Diese Einnahmen werden für die Gemeinschaft eingesetzt, zum Beispiel für eine neue Verarbeitungsanlage.

Bild

Unser ganzes Team mit koawach-Chef Daniel (plus halber Jorge :)) und dem Präsident der Agrofrut-Kooperative, Antonio, in der Mitte madlen krippendorf

"An Erntetagen sind wir den ganzen Tag auf der Plantage. Wir frühstücken dort und auch zu Mittag picknicken wir alle zusammen." Harte Abend bis zur Dunkelheit. Über mehrere Wochen. Doch Clicias Augen strahlen, wenn sie davon spricht. So, als würde sie daraus Energie ziehen. Diese Frau fasziniert mich.

Clicia: Powerfrau und Guaraná-Flüsterin zugleich

Auf dem Weg nach Hause kaue ich auf einem Guaraná-Kern herum und werde den Gedanken nicht mehr los, etwas Größeres verstanden zu haben. Der heilige Baum, Clicias leuchtende Augen, wenn sie von der Arbeit mit den Pflanzen spricht – je näher dran, desto besser. Wie hart und körperlich die Arbeit dabei ist, spielt keine Rolle. Clicia braucht den direkten Kontakt mit ihren Pflanzen. Er ist ihr Elixier. Liebevoll streichelt sie bei ihren Erklärungen über die Blätter – genauso liebevoll, wie sie mit Tränen in den Augen über Jorge spricht und ihn bei der Fahrt auf die Plantage auf der Ladeklappe festgehalten hat. Alles fügt sich zusammen. Auch in mir herrscht Einheit und Einklang. Mutter, Sohn. Mensch, Natur. Die vollkommene Harmonie …

Bild

Freiheitsgefühle: Auf der Ladeklappe am Weg in den Dschungel mit den Mitgliedern der Kooperative und dem Reise-Team madlen krippendorf

Ein Schlagloch reißt mich aus meinen Gedanken. Was geht mit mir?! Leide ich an Hitzestau oder zu hoher Luftfeuchtigkeit? Versinke ich im Guaranárausch oder bin ich einfach todmüde? Eine kleine Träne läuft über meine Wange. Ich lasse sie laufen. Könnte ja auch der Fahrtwind sein. Egal. Es ist schön, so viel zu spüren. Ich will es zulassen. Es ist mein kleiner, sehr persönlicher und emotionaler Erleuchtungsmoment. Hier schwirrt mehr in der Luft als nur Mücken! Ich pflanze es in mir ein, um es zu säen: Der Status Quo vom urdeutschen Kaffee und Kuchen wird neu erfunden. Der Koffein-Kakao wird date-tauglich. Koffein-Kakao und Kuchen. Genau. Da geht noch was!

Bild

Das sogenannte "Meeting of the waters": Hier fließen die beiden Flüsse, der schwarze Rio Negro und der sandfarbene Amazonas, ineinander madlen krippendorf

Einer indigenen Legende nach lebte einst ein Junge mit wunderschönen Augen, der plötzlich verstarb. An jenem Ort soll ein Baum gewachsen sein, der eine Frucht trug, die den Augen des Jungen glich: Guaraná. Mit ihrem wachen Blick würde sie alle Kinder der Welt hüten.

Geliebte Legende, ich nehme dich beim Wort. Zum Schutze der Kinder und Erwachsenen ebenso - werde ich den Guaraná-Wachmacher nach Deutschland tragen! Aber vorher muss ich noch zur Party von Klein-Hektor! Clicia, die Königin des Dschungels, hat mich eingeladen!

Bild

Stolzer Cousin: Heute wird der kleine Hektor fünf Monate alt. Das feiern wir madlen krippendorf

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen