Mick Schumacher (vorn) musste einen kleinen Seitenhieb von Teamkollege Kevin Magnussen einstecken.
Mick Schumacher (vorn) musste einen kleinen Seitenhieb von Teamkollege Kevin Magnussen einstecken.Bild: dpa / Erwin Scheriau

Teamkollege stichelt gegen Mick Schumacher – Steiner klärt Illusion auf

11.07.2022, 14:41

Seine bisher beste Karriereleistung vor einer Woche in Silverstone (Platz 8) konnte Mick Schumacher am Sonntag beim Großen Preis von Österreich sogar noch toppen: Beim Rennen in Spielberg kam Mick Schumacher nicht nur als Sechster ins Ziel, sondern wurde sogar zum "Fahrer des Tages" gewählt. Zuvor hatte er sich unter anderem mit Ex-Weltmeister Lewis Hamilton ein spannendes Duell geliefert.

Seine ersten WM-Punkte feierte Mick Schumacher in Silverstone mit Champagner und Familie.
Seine ersten WM-Punkte feierte Mick Schumacher in Silverstone mit Champagner und Familie.Bild: HOCH ZWEI / HOCH ZWEI

Teamkollege Magnussen stichelt gegen Mick Schumacher

Damit fuhr Schumacher erstmals auch mehr Punkte ein als sein Teamkollege Kevin Magnussen im anderen Haas-Cockpit. In der WM-Wertung liegt Magnussen (22 Punkte) damit nur noch zehn Zähler (entspricht einem fünften Platz) vor seinem deutschen Stallrivalen.

"Ich freue mich für Mick und das Team", zitiert die "Bild" den 29-jährigen Dänen. "Wir sind jetzt auf Rang sieben in der Team-WM und wollen noch besser werden. Dafür brauchen wir zwei Fahrer, die in die Punkte fahren." Eine kleine Stichelei kann sich das eigentliche Zugpferd des Rennstalls jedoch nicht verkneifen: "Es ist schwer, wenn man der einzige ist, der es regelmäßig in die Punkte schafft."

Dem Boulevardblatt zufolge sei Magnussen keine Ausnahme, wenn es um Formel 1-Fahrer mit großem Ego gehe. Beim Rennen in Spielberg hatte er etliche Runden lang Mick Schumacher blockiert, während dem Deutschen wiederum Lewis Hamilton im Nacken saß.

Beim Grand Prix von Österreich stecken Mick Schmumacher (M.) und Lewis Hamilton (hinten) hinter Kevin Magnussen fest.
Beim Grand Prix von Österreich stecken Mick Schmumacher (M.) und Lewis Hamilton (hinten) hinter Kevin Magnussen fest.Bild: picture alliance / Erwin Scheriau

Letztendlich zogen Schumacher und Hamilton beide vorbei. Da Schumacher aber die Überholversuche des aufgerückten Mercedes nicht bis ins Ziel abwehren konnte, ging zumindest das Duell mit dem Briten offiziell verloren.

Schumacher fühlt sich schneller, hätte sich Team-Order erhofft

Schumacher wollte sich nach derm erneuten Punktgewinn nicht darüber ärgern, hätte sich in dieser Situation jedoch etwas Unterstützung aus der Box gewünscht. "Ich hatte das Gefühl, dass ich schneller war [als Magnussen]. Ich weiß nicht, warum das Team nicht das Gefühl hatte. Ich denke, dass wir dadurch Punkte verloren haben."

Ralf Schumacher gewann seinerzeit sechs Formel-1-Rennen.
Ralf Schumacher gewann seinerzeit sechs Formel-1-Rennen.Bild: dpa / Erwin Scheriau

Ex-Formel 1-Fahrer Ralf Schumacher sieht das ähnlich: "Er [Mick] war der schnellere Mann. Aber Kevin hat sich gewehrt. Durch den Infight kamen andere immer näher. [...] Teamplay ist ein bisschen anders." Sein Tipp an seinen Neffen: "Als Fahrer würde ich Günther [Steiner] fragen, was er sich dabei gedacht hat."

Haas-Teamchef Steiner klärt Illusion auf und lobt Schumacher

Tatsächlich hat der Teamchef von Haas inzwischen öffentlich zu dem Vorfall Stellung bezogen und widerspricht beiden Schumachers: "Es hätte nicht funktioniert, weil er nicht schneller war." Steiner erklärt, dass Schumacher nur durch den Windschatten das Gefühl gehabt habe, schneller zu sein als sein Teamkollege: "Sobald du vorne fährst, hat der andere den Vorteil."

Haas-Teamchef Steiner hatte in den letzten Monaten immer wieder bessere Leistungen von Mick Schumacher gefordert. Gerade ist er sehr zufrieden.
Haas-Teamchef Steiner hatte in den letzten Monaten immer wieder bessere Leistungen von Mick Schumacher gefordert. Gerade ist er sehr zufrieden.Bild: picture alliance

Demensprechend habe das Team richtig gehandelt, "sonst wären wir mit beiden Autos aus den Punkten geflogen oder hätten maximal einen Punkt geholt."

Auch mit der Leistung seines Nachwuchspiloten war er hochzufrieden: "Er hat einen fantastischen Job gemacht, sich zu verteidigen und sich gegen Hamilton zu wehren. Das hätte man nicht besser machen können. Erst dadurch konnte Kevin die Punkte für das Team heimbringen."

Zuletzt hatte Steiner angekündigt, in den Rennen bis Ende des Monats Schumachers Leistungen genau unter die Lupe zu nehmen. Danach wolle man entscheiden, mit welchen Piloten man ins nächste Kalenderjahr gehe.

(kpk)

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