Die Finalistinnen Sarah P. (l-r), Maureen, Jacky und Lijana stellen sich am Donnerstagabend den kritischen Blicken der "GNTM"-Jury.
Die Finalistinnen Sarah P. (l-r), Maureen, Jacky und Lijana stellen sich am Donnerstagabend den kritischen Blicken der "GNTM"-Jury.
Bild: dpa / Jens Kalaene

"Unfassbar sexistisch": Vor Finale entbrennt Debatte um "GNTM"

22.05.2020, 07:15

Gestern Abend war es so weit: Trotz Corona-Krise wurde bei ProSieben die Siegerin der aktuellen Staffel "Germany's next Topmodel" gekürt. Unmittelbar vor dem Showdown um die Model-Krone ist um die Show wieder eine Sexismus-Debatte entbrannt.

Die Frauenrechtlerin Düzen Tekkal sagte am Donnerstag in der BILD-Talkshow "Jetzt reden Vier": "Bei 'Germany‘s next Topmodel' gibt es eine Bootcamp-Mentalität: Richtig ist der, der sich unterordnet, wer den Mund hält und sich anpasst. Das ist auch die, die den Job kriegt, aber nicht die, die widerspenstig ist, oder aufmüpfig ist". Tekkal kritisiert auch das Frauenbild, das Kindern durch die Sendung vermittelt werde. Es bestünde vor allem aus Perfektion und Optimierung der Optik.

Die Moderatorin Patricia Platiel geht bei ihrer Kritik sogar noch einen Schritt weiter und fordert die generelle Abschaffung von Models.

"Wir brauchen überhaupt gar keine Models. Ich weiß nicht, warum wir einen Beruf brauchen, der Frauen wie lebendige Kleiderständer irgendwo lang marschieren lässt."

Sie empfinde die Sendung als "unfassbar sexistisch", da Frauen ausschließlich nach ihrem Aussehen beurteilt würden, was junge Menschen unter Druck setze.

Rückendeckung aus Gesellschaft und Politik

Für diese drastische Ansicht hat Moderatorin Charlotte Würdig nur wenig Verständnis. Sie sagt dazu: "Ich finde immer, die Aufklärung gehört dazu. Und für mich gibt es ganz viele andere Sachen, die sehr viel schlimmer und frauenfeindlicher sind als 'Germany’s Next Topmodel'."

Das sieht auch CSU-Politikerin und Unternehmerin Dagmar Wöhrl ähnlich. Sie selber nahm an der Miss Germany Wahl teil. Ihr habe die Modelkarriere nicht geschadet. "Mir hat es geholfen selbstständiger, kommunikativer zu werden und sich auch mehr zu behaupten", so Wöhrl zur "Bild"-Zeitung. Sie fordert: "Lasst die Mädchen doch selber entscheiden, was sie wollen."

Das Finale der 15. Staffel startet am Donnerstagabend um 20.15 Uhr bei ProSieben. Modelmama Heidi Klum wird zum ersten Mal in der Geschichte der Show nicht persönlich dabei sein. Die Corona-Krise erlaubt es ihr nicht, nach Deutschland zu kommen. "Dieses Jahr ist bei 'Germany’s next Topmodel' alles etwas anders. Ich entschuldige mich – ich kann leider nicht nach Berlin reisen", bat Klum Fans und Sender um Verständnis. Sie wird der Sendung allerdings per Videoschalte beiwohnen und die Finalistinnen Jacky, Maureen, Lijana und Sarah bewerten. Vor Ort in Berlin werden zudem Thomas Hayo, Designer Philipp Plein und Starfotograf Christian Anwander durch die Show führen.

Heidi macht sich bereit

(pcl)

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