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"Ich will nicht nach Berlin" lautete Felix Kummers Credo im gleichnamigen Kraftklub-Hit. Bild: imago images / STAR-MEDIA

Kraftklub-Sänger will doch nach Berlin – falls AfD und CDU in Sachsen regieren

Ein Jahr ist es nun her, dass Daniel Hillig in Chemnitz erstochen worden ist. Und ein Jahr liegen die darauffolgenden Übergriffe auf Menschen mit Migrationshintergrund zurück, zu denen rechte Gruppierungen als Antwort auf den Mordfall aufgerufen haben.

Die Nachwirkungen des tödlichen Vorfalls und der rechten Ausschreitungen sind auch heute noch spüren, wenige Tage nach Verurteilung des Geflüchteten Alaa S. und kurz vor der Wahl am 1. September in Sachsen.

"Diese Woche vor einem Jahr war zu viel für alle", meint auch Felix Kummer, Sänger der Band Krafrtklub, laut dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Kummer hat damals das "Wir sind mehr"-Konzert in Chemnitz mitorganisiert, um ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Heute befürchtet er, dass sich trotz aller Bemühungen die AfD in Sachsen durchsetzen könnte – und zwar als Koalitionspartner der CDU.

"Ich habe sehr konkrete Befürchtungen, dass es so kommen wird."

Das sagte Felix Kummer dem RND.

Wenn AfD und CDU in die Regierung Sachsens einziehen, ist Kummer weg

Sollte es tatsächlich so kommen, dass AfD und CDU gemeinsam Sachsen regieren, will Kummer womöglich nicht länger in Chemnitz bleiben und lieber in die Hauptstadt ziehen:

"Wenn die AfD hier wirklich in die Landesregierung kommt, dann bin ich wahrscheinlich weg von hier. Dann schmeiß ich all meinen Chemnitz-Lokalpatriotismus über Bord, geh' nach Berlin und gentrifiziere schön was weg."

Und das ausgerechnet aus dem Mund des Sängers, der 2012 in Kraftklubs ironischer Anti-Berlin-Hymne "Ich will nicht nach Berlin" beteuerte: "Doch auch wenn andere Städte scheiße sind: Ich will nicht nach Berlin! Und ich damit komplett alleine bin: Ich will nicht nach Berlin!"

Kummer hat schon viele Erfahrungen mit Rechtsextremen machen müssen. Seine Erinnerungen verarbeitet er in der kürzlich veröffentlichten Solo-Single "9010", die für die alte Postleitzahl von Karl-Marx-Stadt steht, wie Chemnitz ehemals hieß. In einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" erzählt er, wie die "Faschos" regelmäßig übergriffig wurden:

"Wir hingen vor dem Club rum, weil wir kein Geld für den Eintritt hatten, dann kamen drei Polos mit abgeklebten Nummernschildern, die sind raus, haben alle verdroschen und sind weitergefahren. Das ganze dauerte 30 Sekunden. Und so was passierte ständig. Das hat niemanden interessiert."

Laut Kummer wurde Chemnitz zum Knotenpunkt der rechten Szene, weil niemand diese Entwicklung wirklich ernst genommen hat. Kein Wunder also, dass der Künstler nun mit dem Gedanken spielt, nach Berlin auszuwandern.

(ak)

So demonstriert Berlin gegen die AfD

Natürlich sind die Aussagen von Clemens Tönnies rassistisch!

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