ARCHIV - 13.01.2020, Baden-W

Thomas Gottschalk bei seiner Radioshow in SWR3. Bild: dpa / Tom Weller

Gottschalk keilt gegen RTL-Stars: "Gehören nicht ins Fernsehen"

Thomas Gottschalk ist kein großer Fan der Promis, die die zahlreichen RTL-Shows beehren. "Die gehören nicht ins Fernsehen, vor denen habe ich weder Respekt noch kann ich was von ihnen lernen", sagt die Moderatoren-Legende dem Medienmagazin "DWDL". Der mittlerweile 70-Jährige mach sich vor allem über das "Sommerhaus der Stars" lustig und stellt klar, dass er nie bei einer solchen Sendung auftreten würde.

Gottschalk beantwortet die Frage, bei welchen Fernseheinladungen er nein sage, folgendermaßen: "Ich sage nein, wenn ich mit Personal konfrontiert werde, an das ich nicht glaube. Wenn ich sehe, was sich da im "Sommerhaus der Stars" rumtreibt", schießt er gegen die Show. Es passiere ihm, dass er in solchen Sendungen Prominente sehe, bei denen er sich frage:

"Gibt's die wirklich?"

Auch vor dem Wendler schreckt Gottschalk nicht zurück

Er spricht den Entertainern aber nicht ihre Berechtigung ab. Er habe zwar in seinem Leben noch nie die Amigos singen hören, aber "es gibt sie offensichtlich, und viele Menschen weinen vor Glück, wenn sie auftreten. Ich gönne ihnen das von Herzen", sagt der Radiomoderator. Wenn er solche Prominente ankündigen müsse, dann würde er das mit großer Geste tun, aber in sich hinein murmeln, "Ihr habt es ja nicht anders gewollt."

Auch vor dem abgedrifteten Schlagersänger Michael Wendler macht Gottschalk keinen Halt. Er habe ihn das erste Mal in seinem Leben bei der Sendung "Denn sie wissen nicht, was passiert" zur Kenntnis genommen. "Hätte auch 'Ich weiß nicht, wer das ist' heißen können", bekundet er süffisant sein Desinteresse.

Gottschalks Rezept: Spontanität während der Sendungen

Insgesamt scheint Gottschalk jüngerer Prominenz nicht gewogen zu sein. "Wenn ich neben einer spargeldürren Influencerin sitze und mich noch vor ihr verbeugen muss, weil sie mehrere Millionen Follower hat, dann bin ich nicht mehr dazu bereit", sagt er, "Ich saß schon neben Barbra Streisand und dem Dalai Lama."

Der Moderator spricht über die alten Zeiten des Fernsehens und seinen Stil des Moderierens. Er habe versucht so spontan wie möglich zu bleiben und einfach Dinge auszuprobieren, "ob das funktionieren würde, konnte ich nicht wissen. Wenn einem aber dazu nichts einfällt, dann gehört man nicht ins Fernsehen!", sagt er. Manchmal sei auch etwas schiefgelaufen, so habe er zum Beispiel Madonna als Cher angekündigt. "Das war lustig und obendrein egal, weil es am Lauf der Welt nichts geändert hat", erzählt Gottschalk, "und für mehr als zehn Millionen Zuschauer hat’s immer gereicht."

Jahr 2020 war gut für die Fernsehindustrie

Das Jahr 2020 sei für den Entertainer zwar "verkorkst" gewesen, aber, "uns Fernsehmachern hat diese Seuche doch sogar in die Hände gespielt, weil die Leute auf einmal mehr Zeit vor dem TV-Gerät verbringen", sagt er. Nur wolle er nicht zur Verzweiflung der Leute beitragen, sondern sie aufheitern. "Das Letzte, das wir verlieren dürfen, ist heute die gute Laune und morgen den Optimismus", rät er.

Am 21. Dezember präsentiert Gottschalk seinen Jahresrückblick "2020 – Gottschalk holt's nach". Die Sendung läuft um 20.15 Uhr im Ersten und soll all die großen Events nachholen, die im Jahr 2020 ausgefallen sind.

(lfr)

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