Klimaschutz
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So kennen wir das. Auf den traditionellen Umzügen (Foto: Mainz) regnet es Konfetti und hagelt es Bonbons. Bild: dpa / Andreas Arnold

Nachhaltiger Karneval: Studenten erfinden Bio-Konfetti mit genialer Überraschung

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug erreichte dieses Jahr Rekordgröße: Fast 12.000 Menschen bildeten auf 131 Wagen, in 90 Fußgruppen und mit 24 Musikkapellen einen mehr als fünf Kilometer langen Zug.

Besonders krass: Auf der über vier Kilometer langen Strecke wurden rund 250 Tonnen Kamelle (Süßigkeiten) zu den vielen Hunderttausend Narren geworfen. In Köln regnete es sogar über 300 Tonnen süßes "Wurfmaterial"!

Alternatives Karnevals-Konzept

"Und längst nicht alles davon wird begeistert aufgesammelt. Vieles bleibt einfach liegen. Es wird nach dem Zug von der Straßenreinigung zusammengefegt und landet im Müll", beklagte der Kölner Oliver Szabo im "Deutschlandfunk". Szabo ist Gründer der nachhaltigen Karnevalsgesellschaft "Grüne Rheinfunken".

Ihr alternatives Konzept: Statt in Plastiktüten verpackte Billig-Süßigkeiten gibt es Beutel aus Gardinenresten. Inhalt: Popcorn-Mais dazu Äpfel und Möhren direkt vom Bio-Bauern aus der Umgebung.

Noch eine nachhaltig gute Idee kommt aus Kassel...

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Was für ein Spaß? Düsseldorfs Straßen waren auch dieses Jahr total vermüllt. Bild: www.imago-images.de / jochen tack

Start-up bietet Bio-Konfetti

Katja Filippenko, Philip Weyer und Christoph Timborn sind Studenten der Kunsthochschule Kassel. Ihre Idee: Wir produzieren und vertreiben nachhaltiges Konfetti. Also gründeten die drei das Start-up "Saatgutkonfetti", welches sich durch Crowdfunding finanziert.

Ihr Motto lautet: "Erst feiert der Mensch, dann die Natur."

Sie erklären den praktischen Sinn auf ihrer Website: "Auf lange Sicht kann das Konfetti Artenvielfalt an Orten wie Industriebrachen, Wegesrändern, Innenstädten, Vorgärten etc. entstehen lassen, die bisher Ihre Biodiversität durch unseren Lebensstil eingebüßt haben. Saatgutkonfetti verbreitet mehrjährige Pflanzen, die zur Heimat und Nahrungsquelle für Insekten und kleinere Säugetiere werden."

"In unserem Konfetti verstecken sich 26 unterschiedliche Pflanzenarten", erklärt Gründerin Katja Filippenko. Das genaue Herstellungs-Verfahren soll aber ein Betriebsgeheimnis bleiben. Den "Stuttgarter Nachrichten" verriet die Kunststudentin nur soviel: "Das Saatgut wird in eine Stärkemischung gepresst und erhält durch natürliche Farbstoffe seine für Konfetti typische Farbe."

"Wer dann also das Konfetti in die Luft wirft, sät gleichzeitig heimische Samen."

Gründerin Katja Filippenko

Hier siehst du ein kurzes Video:

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Video: YouTube/Saatgut Konfetti

Ihr kompostierbares Konfetti sehen die Kunststudenten vor allem als ein wichtiges Kommunikationsmittel im Kampf gegen Artensterben und Klimawandel – aber ihr Produkt verkauft sich auch ganz gut.

So soll laut "Stuttgarter Nachrichten" in diesem Jahr der "Bund Deutscher Karneval-Jugend" eine große Bestellung aufgegeben haben. Und zum letztjährigen Sommerfestival "Stuttgart am Meer" soll die Stadt Stuttgart bereits über 1.000 Tütchen des Konfettis geordert haben.

(lj)

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