Tiere
Close up on cement plaster wall surface. Color treatment made with Photoshop.

Paula lässt es gemütlich angehen. Bild: picture alliance/Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/watson

Das ist Paula, das älteste Faultier der Welt – sie kommt nun ins Guinness-Buch

Das mit 50 Jahren älteste bekannte Faultier der Welt kommt ins Guinness-Buch der Rekorde.

"Wir haben das für Paula beantragt und es wurde bestätigt", sagte Jutta Heuer, die das Zuchtbuch dieser Tiere für Europa führt, der Deutschen Presse-Agentur vor dem Weltfaultiertag (19. Oktober).

Die Zweifingerfaultier-Dame lebt seit 1971 im Bergzoo Halle (Saale) und feierte im Juni Geburtstag. "Es ist kein Exemplar in Zoos oder freier Wildbahn bekannt, das mehr Jahre auf dem Buckel hat." Laut Heuer gab es Ende 2018 insgesamt 65 Faultiere in Deutschlands Zoos und 266 europaweit.

Fakten zum Weltfaultiertag

Seit 2010 macht der Weltfaultiertag (19. Oktober) jährlich auf diese zahnarmen Säugetiere und ihre Gefährdung durch die Vernichtung des Regenwaldes in Süd- und Mittelamerika aufmerksam.

Hier einige Fakten zu den Faultieren:

Sie sind Energiesparmeister, denn ihr Körper läuft auf Sparflamme: Sie brauchen wenig Nahrung und schlafen bis zu 20 Stunden pro Tag.

Dreifingerfaultiere hätten den langsamsten Stoffwechsel aller Säugetiere überhaupt, sagt Camila Mazzoni vom Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung. "Den brauchen sie auch, denn ihre Nahrung – Blätter – ist sehr energiearm."

Sie können ihre Innentemperatur niedriger halten als andere Säugetiere und auch über Sonne und Baumschatten kontrollieren. "Und sie sind natürlich auch sehr, sehr langsam", erklärte Mazzoni.

Weil Faultiere meist hängend leben, wächst ihr Fell verkehrt herum vom Bauch zum Rücken, damit Regenwasser ablaufen kann. Bis zu zehn Zentimeter lange Krallen geben sicheren Halt – je nach Gattung zwei oder drei an den Vorder- sowie drei an den Hinterbeinen.

Zwei Dreifingerfaultier-Arten sind laut Mazzoni vom Aussterben bedroht: das Kragenfaultier im Atlantikwald Brasiliens und das Zwergfaultier auf einer winzigen Insel in Panama. Abholzung und Brände im Regenwald gefährden auch die anderen Tiere, sie werden auf den durch Rodung entstehenden Inseln isoliert oder bei der Überquerung von Straßen überfahren, erklärt Heuer.

(ll/dpa)

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Ich wünschte, meine Eltern hätten sich scheiden lassen

Emilia Schneider (Name von der Redaktion geändert) hat das Leid von Scheidungskindern nie richtig nachvollziehen können. Denn die heute 32-Jährige hat sich immer gewünscht, dass ihre Eltern sich trennen. Die Geschichte eines Wunsch-Scheidungskinds.

Meine Kindheit war sehr laut oder sehr leise. Dazwischen gab es nicht viel.

Sehr laut war es, wenn meine Eltern sich wieder einmal gegenseitig anschrien. Manchmal, weil meine Mutter wieder einmal etwas falsch gemacht hatte und mein Vater vor Wut tobte. Manchmal, weil das Geld zu Hause knapp war. Manchmal war mir der Grund auch nicht ganz klar.

Und sehr leise wurde es dann, wenn mein Vater schmollte und weder meine Mutter noch ich uns trauten, ein weiteres Wort zu sagen.

Die Beziehung meiner …

Artikel lesen
Link zum Artikel