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Dagmar Rosenfeld kritisierte in der Sendung die naive Haltung der FDP und des Parteichefs Christian Lindner. Was vom ZDF und auch nicht von Maybrit Illner weggelassen wurde: Sie war lange mit Lindner liiert. Bild: screenshot zdf

"Illner": Journalistin veräppelt Lindner mit seinem eigenen Spruch

Knapp 25 Stunden hat es gedauert, bis die FDP das Chaos in Thüringen auflösen konnte. Mittlerweile hat Noch-Ministerpräsident Thomas Kemmerich seinen Rücktritt angekündigt, er sprach am Donnerstag von einem "Makel der Unterstützung durch die AfD". Die Stimmen der AfD hatten seine Ministerpräsidentschaft erst ermöglicht.

"Die Frage, die man sich schon stellen muss, ist doch: Wie konnte es überhaupt zu diesem Wahlergebnis kommen?", fragte "Welt"-Chefredakteurin Dagmar Rosenfeld am Donnerstagabend in der ZDF-Show "Maybrit Illner".

Die Erklärung der FDP, unter anderem von Parteichef Christian Lindner, dazu lautet: Man habe nicht damit gerechnet, dass die AfD im dritten Wahlgang in Thüringen nicht für den eigenen Kandidaten, sondern für Thomas Kemmerich stimmen würde.

Eine überzeugende Erklärung? Nicht für Rosenfeld. Sie führte aus: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer habe im Vorfeld an die Thüringer CDU appelliert, Kemmerich nicht zu wählen. Sie muss also gewusst haben, was drohen könnte. "Von Christian Lindner sind solche Sätze nicht bekannt", sagte Rosenfeld.

Rosenfeld über Lindner: "Dann muss man sagen: Politik ist was für Profis"

Aus dem Umfeld des FDP-Chefs gebe es zwei Versionen. Entweder habe Lindner die Wahl Kemmerichs als politisches Signal verstanden, oder einfach nicht geglaubt, dass die AfD für ihn stimmen könne.

Letztere Version kommentierte Rosenfeld bissig: "Wenn so wenig Überblick da ist, über eine AfD, die sich schon im November der CDU und FDP angeboten hat, dann muss man sagen: Politik ist was für Profis." Maybrit Illner kommentierte: "Hässlich schöner Satz in dieser Situation".

Es war Lindner, der "Fridays for Future" mit dem "Profis"-Satz kritisiert hatte. Mit dem Spruch kommentierte Rosenfeld auch am Freitagmorgen das Handeln der FDP für einen Kommentar in der "Welt".

Dagmar Rosenfeld ist eine perfekte Besetzung für jede Talkshow, sie ist unterhaltsam, tough und pointiert. Und auch dieses Mal brillierte sie mit scharfen Analysen.

Was vielleicht nicht jeder Zuschauer weiß: Die Journalistin war lange mit FDP-Chef Christian Lindner zusammen. Sie kamen 2009 zusammen, heirateten 2011. 2018 folgte dann die Trennung.

Ehe zwischen Lindner und Rosenfeld: "Maybrit Illner"-Zuschauer hätten sich mehr Transparenz gewünscht

Einige Zuschauer, denen das bekannt war, kommentierten den Rosenfeld-Auftritt auf Twitter. Dort wurde auch Kritik daran laut, dass bei "Maybrit Illner" nicht aus Transparenzgründen erwähnt wurde, dass Rosenfeld und Lindner mal zusammen waren.

Watson hat am Morgen beim ZDF angefragt, was der Sender zur Kritik sagt. Der Sender leitete die Anfrage an die Redaktion von "Maybrit Illner" weiter, am späten Nachmittag dann die Antwort: kein Kommentar.

Rosenfeld betonte in der Sendung auch, dass Christian Lindners Haltung am Mittwoch noch nicht so klar gewesen sei wie nun am Donnerstag. Zur Erinnerung: Am Mittwoch nach der Kemmerich-Wahl hatte Lindner zunächst dazu aufgerufen, dass CDU, Grüne und SPD mit Kemmerich über eine mögliche Regierung sprechen sollten. Wenn das zu keinem Ergebnis führe, seien Neuwahlen der einzige Weg. Am Donnerstag dann die Wende: Lindner besuchte Erfurt, wenig später kündigte Kemmerich seinen Rückzug an.

Die Journalistin kritisierte jedoch auch die CDU. Während der Sendung liefen die Gespräche zwischen der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer und Mike Mohring in Erfurt noch. Rosenfeld sagte: "Christian Lindner hat es schneller hinbekommen, mit Kemmerich eine Lösung zu finden."

(ll/hau)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Ansoko 07.02.2020 11:20
    Highlight Highlight Es ging nicht um die Ehe Rosenfeld/Lindner, sondern um die politischen Machtspielchen der FDP, für die nun mal ein Herr Lindner gerade stehen sollte. Die Ausrede, "man habe mal wieder nichts gewusst", ist so alt und so unprofessionell wie die Politik der FDP.

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