Klima
Reflection of sea on the sunset

Der Meeresspiegel steigt offenbar noch schneller, als bisher gedacht. Bild: iStockphoto / Elena Mostipan

Experten: Meeresspiegel könnte bis 2100 um über einen Meter steigen

Der globale mittlere Anstieg des Meeresspiegels könnte bis zum Jahr 2100 über einen Meter und bis 2300 sogar über fünf Meter betragen - wenn die Menschheit weiter so viel Treibhausgas ausstößt wie bislang. Das ist Ergebnis einer aktuellen Umfrage unter gut hundert Meeresspiegelexperten, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Freitag mitteilte.

Die neuen Risikoabschätzungen liegen demnach alles in allem höher als die bislang vom Weltklimarat veröffentlichten. Die Abschätzung basiert auf zunehmendem Wissen über Ozeane, Eismassen und Wasserkreisläufe. Die Wissenschaftler zeigen die verbleibenden Unsicherheiten auf, halten aber zugleich frühere Schätzungen des Meeresspiegelanstiegs für zu niedrig.

"Was wir heute innerhalb weniger Jahrzehnte tun, bestimmt den Meeresspiegelanstieg für viele Jahrhunderte", sagte Ko-Autor Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) nach einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung seines Instituts. "Das ist aber auch eine gute Nachricht: Wir haben es beim Ausstoß von Treibhausgasen selbst in der Hand, wie stark wir die Risiken für Millionen von Menschen an den Küsten der Welt ansteigen lassen."

Im schlimmsten Fall steigt der Meeresspiegel bis 2300 um 5,6 Meter

Für das Szenario eines unverminderten Ausstoßes und einer durchschnittlichen Klimaerwärmung von 4,5 Grad Celsius sagten die Experten einen Anstieg des Meeresspiegels zwischen 0,6 und 1,3 Metern voraus.

Bis 2300 könne der Meeresspiegel demnach sogar zwischen 1,7 und 5,6 Metern ansteigen. Selbst bei einer schwächeren Erwärmung von 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau sagen die Experten einen steigenden Meeresspiegel von durchschnittlich etwa 0,5 Metern bis 2100 voraus.

Die aktuellen Schätzungen der Experten liegen nach PIK-Angaben im Schnitt höher als die jüngsten Prognosen des Weltklimarat (IPCC). Die Befragung wurde im Journal "npj Climate and Atmospheric Science" veröffentlicht.

(hau/dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Greta Thunberg über ihre Berühmtheit: "Auf eine gewisse Weise bin ich sehr schwach"

Der Klimastreik geht weiter: Während das Coronavirus das öffentliche Leben weltweit lahmlegt, macht die schwedische Aktivistin Greta Thunberg weiter auf ihr Anliegen aufmerksam.

Am Freitag teilte sie auf Twitter ein Foto von sich mit einem Klimastreik-Plakat. "Fridays for Future" setzen ihren Protest online fort.

Greta Thunberg scheint es gut zu gehen. Nach eigenen Angaben in dieser Woche hatte sie sich "sehr wahrscheinlich" mit dem Coronavirus infiziert.

Nach einer Europareise habe sie mehrere …

Artikel lesen
Link zum Artikel