Michael Wendler hat sich mit seiner neuesten Entgleisung auf Telegram einmal mehr ins Aus manövriert.
Michael Wendler hat sich mit seiner neuesten Entgleisung auf Telegram einmal mehr ins Aus manövriert.
Bild: imago images / Mika Schmidt
Analyse

Wendler-Eklat: Experte sieht neuen Tiefpunkt für Laura Müller

10.01.2021, 09:42

Mit dieser Aussage hat Michael Wendler eindeutig eine Grenze überschritten. Auf Telegram hatte er jüngst die neuesten Anti-Corona-Maßnahmen der Bundesregierung mit den Worten "KZ Deutschland" beschrieben. Auch die spätere Behauptung, er habe "Krisen Zentrum" und nicht Konzentrationslager gemeint, kann den Musiker nicht mehr rehabilitieren. RTL zog Konsequenzen und schneidet den Wendler aus allen "DSDS"-Folgen.

Der Schritt kommt allerdings erst nach massiver Kritik am bisherigen Vorgehen des Senders. Ein früheres Einlenken wäre besser gewesen, sagt Medien- und PR-Experte Ferris Bühler im Gespräch mit watson.

Medienexperte: RTL hätte früher handeln müssen

"RTL hatte sich bereits nach dem Skandal im Oktober 2020 öffentlich vom Wendler distanziert. Wäre man konsequent gewesen, hätte man ihn daher auch aus der Sendung schneiden müssen, denn Zeit bis zum Sendestart blieb ja genügend", stellt Bühler klar und erklärt weiter:

"Dass sich nun der Geschäftsführer in den Medien äußert, zeigt, dass dieser Entscheid im Sender für größere Diskussionen gesorgt haben muss. Mit der Ausstrahlung der ersten 'DSDS'-Folge mit Wendler hat sich RTL definitiv keinen Gefallen getan."
Bei RTL findet Michael Wendler nicht mehr statt.
Bei RTL findet Michael Wendler nicht mehr statt.
Bild: imago images / imago stock&people

Seiner Meinung nach hätte RTL "zum Sendestart eine kleine Kick-off-Sendung produzieren können, worin die Moderation erklärt, weshalb der Wendler herausgeschnitten wurde und was dies für den weiteren Verlauf der Sendung und die teilnehmenden Kandidaten bedeutet".

RTL hätte Entwicklung vorhersehen müssen

Denn es ist klar, dass sich das Herausschneiden von Michael Wendler auf die Sendung auswirkt. Zusätzlich ist es mit einem großen technischen Aufwand verbunden. Bühler ist jedoch sicher, dass sich der Aufwand ausgezahlt hätte. Denn seiner Meinung nach "hätte RTL vorhersehen müssen, dass der Wendler die Ausstrahlung der Sendung nutzen wird, um sich in der Öffentlichkeit erneut zu äußern und seine Meinung als Verschwörungstheoretiker mit noch schärferen Äußerungen kundzutun – was er postwendend auch tat".

Für den Wendler scheint es spätestens nach dieser verbalen Entgleisung kaum noch eine Chance auf ein Bühnen- geschweige denn ein TV-Comeback zu geben. Sein Ex-Manager Markus Krampe prophezeite bereits, dass er nie wieder auf einer Bühne stehen und kein Geld mehr verdienen wird. Auch Ferris Bühler sieht für die mediale Zukunft des Wendlers schwarz:

"Mit seinen jüngsten Äußerungen und dem Rausschnitt aus der Sendung manövriert sich der Wendler weiter ins Abseits. Er setzt sich damit anscheinend bewusst auf die Blacklist sämtlicher deutscher Fernsehstationen und wird kurz- und mittelfristig wohl kaum mehr gebucht werden."

Neuer Tiefpunkt für Laura Müller

Für Wendlers Ehefrau Laura Müller dürften die aktuellen Entwicklungen ebenfalls einen neuen Tiefpunkt bedeuten. Auch sie wird einmal mehr Schaden nehmen, ist sich Bühler sicher, da "die Öffentlichkeit die beiden Persönlichkeiten als eine Einheit wahrnimmt".

Auch auf Wendlers Frau Laura Müller wird sich das Geschehen negativ auswirken, meint Medienexperte Ferris Bühler.
Auch auf Wendlers Frau Laura Müller wird sich das Geschehen negativ auswirken, meint Medienexperte Ferris Bühler.
Bild: imago images / Revierfoto

Da sich Laura weder in der Vergangenheit noch aktuell selbst weiter zu den Aussagen ihres Mannes äußert, "trägt sie seine Meinung für die Öffentlichkeit stillschweigend mit und schadet dadurch natürlich auch sich und ihren Auftraggebern", erklärt Bühler.

Dass der Wendler selbst auf Instagram zu den Vorwürfen Stellung bezogen hat und alle Antisemitismus-Vorwürfe zurückweist, kann die Situation auch nicht mehr entschärfen. Denn, wie auch bereits Markus Krampe feststellte, ist es eine typische Wendler-Masche, zurückzurudern, wenn die Aufmerksamkeit groß ist. Das sieht auch Bühler so.

Er beschreibt diesen Rechtfertigungsversuch als "fast schon symptomatisch" und in dem Kontext als wenig glaubhaft. Wie die vergangenen Monate gezeigt hätten, versuche der Wendler "jeweils aufgrund des öffentlichen Drucks seine Botschaften zu relativieren – glaubwürdig gelungen ist ihm dies aber nie wirklich".

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