"CDU-Streetfighters": Merz, Spahn oder Röttgen - wer gewinnt den Machtkampf in der CDU?
"CDU-Streetfighters": Merz, Spahn oder Röttgen - wer gewinnt den Machtkampf in der CDU? bild: zdf

"heute-show" sieht in der Union "Chaos, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung"

09.10.2021, 08:4409.10.2021, 10:53
jürgen winzer

"Die CDU/CSU ist asozialer als 'Das Sommerhaus der Stars'!" Oliver Welke reagierte in der "heute-show" (ZDF) auf das intrigante Bild, dass die Parteibruderschaft derzeit abgebe. Noch sei Armin Laschet nicht ganz weg, aber drei "CDU-Streetfighter" brächten sich bereits in Stellung.

Die Union schwankt zwischen Extremen. Einerseits biete sich in der Außendarstellung ein einzigartiges Bild der Zerstrittenheit (Oliver Welke: "Wie gnadenlos ist dieser Verein?!"), andererseits konstatierte Reporterin Birte Schneider (Christine Prayon) rund ums Konrad-Adenauer-Haus "Chaos, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung". Im Haus würden schon Akten verbrannt. Und doch ranke sich bereits jetzt ein Nachfolgekampf um die Führung dieser politischen Bruchbude einer ehemaligen Volkspartei.

Drei "CDU-Streetfighter" (Welke) würden gegeneinander ins Feld ziehen. Jens Spahn, der Youngster und mit dem Kampfnamen "The golden Mask", täte dies mit der Spezialkraft "Geld verbrennen". Norbert Röttgen könne auf sein cooles Image bauen, dass er der einzige Bundesminister sei, den Merkel je gefeuert hätte. Und Friedrich Merz setze auf seine Fähigkeit, durch die Zeit reisen zu können. Welke: "Leider nur in die 90er-Jahre."

Wann geht er und wenn ja, warum nicht? Oliver Welke zeigte sich in der "heute-show" ratlos über Armin Laschets halbherzige Rückzugserklärungen.
Wann geht er und wenn ja, warum nicht? Oliver Welke zeigte sich in der "heute-show" ratlos über Armin Laschets halbherzige Rückzugserklärungen. bild: zdf

Oliver Welke: "Die Ampel quetscht sich durch den Geburtskanal"

Der, über dessen Bärenfell da schon gestritten werde, hat seine Trophäe aber noch gar nicht freigegeben. Also nicht richtig. Laut Welke verbreitete Laschet nur eine vage Botschaft, dass er darüber nachdenke, "demnächst, vielleicht zu erwägen sich zurückzuziehen."

"Langsam wird es tragisch", meinte Welke zur letzten Demütigung, als Laschet sich erst weiter als "Ansprechpartner CDU/CSU" für die Grünen und die FDP andiente und knapp zehn Minuten später Markus Söder vor den öffentlichen Mikros der Jamaika-Koalition eine Absage - und Laschet mal wieder eine symbolische Ohrfeige - erteilte.

Weil er vermutete, dass Laschet noch immer nicht das wahrhaben wolle, was sich deutlich abzeichne, rief Welke es dem scheidenden CDU-Granden zu: "Armin, die Ampel kommt. Die Ampel quetscht sich durch den Geburtskanal."

Birte Schneider hoffte angesichts der Irrungen und Intrigen in der Union, dass diese sich nicht an falschen Idolen orientiere. Zuletzt hatten mehrere CDU-Politiker Österreich und dessen Kanzler Kurz als Vorbild dargestellt. "Und keine vier Tage später gibt's eine Hausdurchsuchung im Kanzleramt" und es bestünden Vorwürfe der Bestechung, Bestechlichkeit und Veruntreuung.

Impfgegner-Logik: "Wir machen erst das Richtige, wenn ihr es uns verbietet"

Angesichts des gerade gefeierten Tages der Deutschen Einheit warf Welke einen betrübten Blick gen Osten, wo die AfD in Sachsen und Thüringen viele Direktmandate holte. Welke sprach von regelrechten "rechten Bubbles im Erzgebirge", die keiner mehr erreiche.

Zwar habe die in der Parteispitze zerstrittene AfD (Welke: "Die hassen sich!") bei der Wahl Boden verloren, Dafür aber habe die Impfgegner-Partei Die Basis aus dem Stand 1,42 Prozent geholt und somit "erschreckend gut" abgeschnitten. Das Programm der Basis bestünde grob gesagt aus einer Forderung ("Alle Corona-Maßnahmen abschaffen") und der radikale Flügel der Partei vertrete die Meinung "Impfen sei organisierte Massentötung". "Wer glaubt nur so ein Zeug?", fragte sich Welke und gab selbst die Antwort: "Viel zu viele."

Beispiel: Immerhin zwei Drittel der sächsischen Hardcore-Impfgegner wollen aus purem Trotz ungeimpft bleiben wollten. Die "heute-show" schlug vor, hier auf "umgekehrte Psychologie" zu setzen: "Wir verbieten ihnen einfach das Impfen, dann machen sie's aus Sturheit", ganz nach dem Motto: "Sachsen - wir tun das Richtige erst, wenn ihr Schweine es uns verbietet!"

Blackout - der pure Horror für digitale Natives

Für "Millionen von Menschen" (Welke) wurde jüngst ein Albtraum wahr: Facebook, WhatsApp und Instagram - die Social-Media-Dienste von Digital-Tycoon Mark Zuckerberg - fielen aus. Sechs Stunden blanker Horror für die "Digital Natives", die mit der "analogen Realität" vielfach überfordert schienen. "Ich hab zum ersten Mal eine Nachricht per SMS geschickt, das war total neu für mich", berichtete ein verzweifelter User.

"Ganz schwere Zeiten": Die sechs Stunden Facebook-Blackout bedeuteten für "Millionen junger Menschen" puren analogen Horror.
"Ganz schwere Zeiten": Die sechs Stunden Facebook-Blackout bedeuteten für "Millionen junger Menschen" puren analogen Horror. bild: zdf

Börsenanalysten berichteten indes, dass Facebook vorübergehend am Aktienmarkt einige Milliarden weniger wert war und dass durch den Blackout 60 Millionen Dollar Werbegelder verloren gingen. Das war nicht der einzige Ärger für Zuckerberg: Eine Ex-Mitarbeiterin packte darüber aus, wie Facebook auf das "Geschäftsmodell Hass" baut und die Mitarbeiter anweist, Hassbotschaften zu verbreiten. Ein brisantes Thema. Welke: "Nur zur Erinnerung: Ohne Facebook wäre der Sturm aufs Capitol in Amerika gar nicht möglich gewesen." Warum Facebook die Hass-Schiene fahre? "Permanente Wut bringt mehr Reichweite."

Armin Laschet reif für die Insel?

Am Ende wurde dem englischen Premierminister Boris Johnson noch ein bisschen in sein Ale gespuckt. In England sind die Supermarktregale so leer wie die Tanks in den Autos. "Schuld ist Boris. Schuld ist der Brexit", brodelt die Volksseele, jedenfalls die, die Reporter Lutz van der Horst vor Ort befragte. Van der Horst ließ sich zum Trucker schulen. Die LKW-Fahrer fehlen nämlich, denn die (vor allem) osteuropäischen, die früher Könige der Landstraßen waren, wollte Brexit-Boris ja nicht mehr im Land haben.

Boris Johnson also vor dem Aus? Van der Horst brachte einen Nachfolger ins Spiel: "Nehmt doch Armin Laschet. Der hat demnächst viel Zeit."

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