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Der Nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un bei einer Militärübung. Bild: YONHAP / KCNA/dpa

Keine Ahnung, worum es im Korea-Konflikt geht? Hier ist die Timeline!

27.04.18, 13:54

Es erschien utopisch, aber tatsächlich: Es scheint ernsthafte Bewegung in den Korea-Konflikt zu kommen.

Bei ihrem Gipfeltreffen am Freitag vereinbarten der südkoreanische Präsident Moon Jae-in und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un, dass bis Jahresende eine Friedensregelung für die bisher verfeindeten Nachbarstaaten erreicht werden soll.

Nach fast 70 Jahren Spannungen und Krieg besteht damit vielleicht sogar die Aussicht auf eine Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten.

Aber warum sind sie überhaupt geteilt? Hier ist der Überblick über die wichtigsten Momente im Konflikt zwischen Nord- und Südkorea.

Der Korea-Krieg

Amerikanische Militärflieger im Korea-Krieg. Bild: dpa

Am 25. Juni 1950 beginnen auf der koreanischen Halbinsel verheerende Kämpfe: Die nordkoreanischen Truppen überqueren den 38. Breitengrad, die Grenze zwischen dem kommunistischen Norden und dem prowestlichen Süden.

Bild: dpa-Grafik

Die Nordkoreaner erobern innerhalb von drei Tagen Seoul. Zwischen zwei und vier Millionen Menschen werden in den kommenden drei Jahren getötet, wobei China den Norden und die USA den Süden unterstützen.

Nach dem Waffenstillstandsabkommen vom 27. Juli 1953 wird kein Frieden geschlossen. Nord- und Südkorea befinden sich formal weiter im Kriegszustand.

Angriffe aus dem Norden

Nordkorea stellt den Waffenstillstand wiederholt auf die Probe. Am 21. Januar 1968 soll ein von Pjöngjang entsandtes Kommando den südkoreanischen Präsidenten Park Chung Hee in Seoul ermorden. Das Kommando wird wenige hundert Meter vor dem Präsidentenpalast gestoppt. Bei einem Schusswechsel werden mehr als 90 Südkoreaner getötet.

Am 18. August 1976 töten nordkoreanische Soldaten zwei US-Soldaten, die in der entmilitarisierten Zone entlang der Grenze eine Pappel zurückschneiden wollen. Nach Nordkoreas Darstellung waren die US-Soldaten auf nordkoreanisches Territorium vorgedrungen.

Am 9. Oktober 1983 attackiert Nordkorea in der myanmarischen Stadt Rangun ein Mausoleum, das der südkoreanische Präsident Chun Doo Hwan besucht. Es gibt 21 Tote.

Am 18. September 1996 werden 24 nordkoreanische Agenten und vier Südkoreaner getötet, als ein U-Boot nahe der östlichen Hafenstadt Gangneung versucht, in südkoreanisches Gebiet vorzudringen.

Der Führerkult der Kim-Dynastie ist in Nordkorea allgegenwärtig. Bild: Getty Images

Direkte Konfrontation

Am 15. Juni 1999 liefern sich zwei Schiffe beider Seiten vor der Insel Yeonpyeong ein Seegefecht. Rund 50 Nordkoreaner werden getötet.

Am 26. März 2010 wird die südkoreanische Schiff Cheonan laut Seoul von einem nordkoreanischen U-Boot zerstört, 46 Seeleute werden getötet. Pjöngjang bestreitet jede Verantwortung.

Am 23. November 2010 schießt Nordkorea 170 Raketen auf die Insel Yeonpyeong - es ist der erste Angriff auf ein von Zivilisten bewohntes Gebiet seit dem Krieg. Zwei Soldaten und zwei Zivilisten werden getötet, Südkoreas Militär schießt zurück.

Der Korea-Konflikt ist nicht der einzige, der in den vergangenen Jahrzehnten Anlass zur Sorge war:

Nordkoreas nukleare Ambitionen

Am 9. Oktober 2006 gibt Nordkorea seinen ersten Atomtest bekannt. Der UN-Sicherheitsrat beschließt erstmals Sanktionen und weitet die Strafmaßnahmen nach weiteren Atom- und Raketentests in den folgenden Jahren aus.

Ein Nordkoreanischer Raketentest. Bild: KCNA via KNS/dpa

Im Jahr 2017 testet Nordkorea mehrfach Raketen und nimmt am 3. September seinen sechsten und bislang gewaltigsten Atomtest vor. Machthaber Kim Jong Un liefert sich einen verbalen Schlagabtausch mit US-Präsident Donald Trump und erklärt sein Land zur Atommacht.

Versuche der Annäherung

Trotz der Spannungen suchen Nord- und Südkorea immer wieder das Gespräch. 2000 und 2007 beruft Nordkoreas damaliger Staatschef Kim Jong Il zwei Gipfeltreffen ein, was zu einer Beruhigung der Lage führt.

Tauwetter zu Olympia

Nach der Eskalation mit den USA signalisiert Nordkoreas Kim Anfang 2018 Dialogbereitschaft. Am 9. Januar folgt ein Treffen ranghoher Vertreter beider Staaten, dabei kündigt Nordkorea seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Südkorea an.

Nordkoreas große Propaganda-Show zur WM: Weltweit berichteten Medien tagelang vor allem über die "hübschen Cheerleader", anstatt über Nordkoreas gefährliche Diktatur. Bild: Jean-Christophe Bott/KEYSTONE/dpa

Bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele in Pyeongchang am 9. Februar ziehen Sportler aus Süd- und Nordkorea gemeinsam ins Stadion ein. Auf der Tribüne reicht Moon der Schwester von Nordkoreas Machthaber, Kim Yo Jong, und dem protokollarischen Staatsoberhaupt Nordkoreas, Kim Yong Nam, die Hand.

Kim Jong Un lädt den südkoreanischen Präsidenten zu einem Treffen in Pjöngjang ein. Im März vereinbaren beide Seiten ein Gipfeltreffen für April, ein Gipfel zwischen Kim und US-Präsident Donald Trump soll Ende Mai oder Anfang Juni folgen.

Donald Trumps Außenpolitik wurde bislang viel kritisiert. Schafft er es nun tatsächlich, für eine Annäherung mit Nordkorea zu sorgen? Bild: Ryu Seung-Il/ZUMA Wire/dpa

Historisches Gipfeltreffen

Am 27. April treffen sich Kim und Moon im Grenzort Panmunjom in der demilitarisierten Zone. Beide reichen sich lange die Hände, gehen symbolisch den Schritt über die Grenze nach Nord- beziehungsweise Südkorea. In einer gemeinsamen Erklärung kündigen sie danach an, dass bis Jahresende eine "dauerhafte und stabile" Friedensregelung gefunden werden solle.

Die Halbinsel soll zudem atomwaffenfrei werden. Kim und Moon unterschreiben auch einen weiteren historischen Satz: "Es wird keinen Krieg mehr auf der koreanischen Halbinsel geben."

(fh/afp)

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