Deutschland
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Die Nachspielzeit ist vorbei. Hat Seehofer gewonnen oder verloren?

06.07.18, 17:11 07.07.18, 14:08
Max Biederbeck
Max Biederbeck

Horst Seehofer scheint zu merken, dass sein neues Asylpaket nicht der Sieg geworden ist, den er sich erhofft hat. Nur einen Tag nach seinem Kompromiss hat der CSU-Chef schon wieder in den Drohmodus geschaltet:

Seehofer sagte:

"Es wäre keine gute Strategie, darauf zu setzen, dass es keine bilateralen Vereinbarungen gibt. Dann müssten wir darauf zurückgreifen, direkt an der Grenze abzuweisen"

der Spiegel

Bedeutet: Das gestern soll kein leeres Gerede gewesen sein, liebe Kollegen. Gibt es keine Rücknahme-Abkommen, gibt es ein Problem. "Die Sache ginge dann wieder von vorne los", sagte Seehofer zum Spiegel.

Niemand soll also denken, die CSU würde sich hier mit einem Formelkompromiss abspeisen lassen.

Allerdings, es sieht genauso aus. Das zeigt der Vergleich zwischen den Zielen, die Seehofer hatte, und den Ergebnissen, die da jetzt stehen.

Was wollte Horst Seehofer?

Was hat Horst Seehofer bekommen?

Nein. Wirklich niemand außerhalb der CSU (und vermutlich nicht einmal dort) redet noch über einen "Erfolg" des Innenministers. Über Horst Seehofer, der doch das Ultimatum stellte. Über Seehofer, der mit Rücktritt ob seiner politischen Überzeugungen drohte. Über Seehofer, der jetzt eigentlich als einer der Ziehväter einer neuen europäischen Migrationspolitik dastehen sollte. Nein, die große Aufmerksamkeit bekommt gerade ein anderer.

Ausgerechnet die SPD

Deren Führung schien lange überhaupt keine Stellung beziehen zu wollen im Streit der Union. Hier und da erinnerte mal ein Genosse an den Koalitionsvertrag und schimpfte über den Bayernwahlkampf auf Bundesebene, aber sonst? Kam da wenig.

Bis zum Finale des Unionstreits diese Woche. Mittendrin präsentierten die Sozialdemokraten einen eigenen Plan zur Migrationspoltitik. Zogen Grenzen dafür, was geht und was nicht.

Und in dem Moment, in dem sich die Union einigte, waren es plötzlich die Sozialdemokraten, die einen Kompromiss ins Ziel trugen – einen noch, der die ursprünglichen Forderungen der CSU auszuhebeln scheint.

Und dafür feiern sie sich jetzt bei der SPD.

Sogar der sonst so GroKo-kritische Jusos-Chef Kevin Kühnert postet:

Seine Genossen teilen die Freude:

Nun lässt sich diese Liste durchaus kritisch sehen:

Dennoch: Erst nach dem Gespräch mit der SPD gab es einen Kompromiss. Das ist ein politischer Erfolg für die Sozialdemokraten, auch wenn alles andere als klar ist, ob die Wähler ihn auch honorieren werden.

So sieht es aus, wenn "der Horst mal wieder droht":

Umfrage

Willst du wissen, was er gesagt hat?

102 Votes zu: Willst du wissen, was er gesagt hat?

  • 98%Nein

Du blickst im Asylstreit der Union nicht mehr durch? Dann schau dir diese Artikel an:

Um diesen Punkt aus Seehofers "Masterplan" streiten CDU und CSU so erbittert

In diesen 3 Aussagen nimmt der "Lifeline"-Kapitän Seehofer und die EU auseinander

Lars Klingbeil rechnet mit Seehofer ab: "Entzaubert, gescheitert, nichts verändert"

Horst Seehofer hat ein Problem mit verschwundenen Traktoren. Wir haben nachgezählt...

Warum Söder plötzlich nicht mehr von "Asyltourismus" reden will

So kam es zum Bruch zwischen Merkel und Seehofer – Chronologie eines Streits

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Grüne Spitzenkandidatin: "Die Demonstranten von Chemnitz tragen ALLE die Verantwortung"

Sogar im wohlhabenden Bayern sind die Bürger gespalten.  Anders lässt sich kaum erklären, dass die Grünen rund um Spitzenkandidatin Katharina Schulze bei einer Umfrage von Insa mit 15 Prozent der Wählerstimmen auf Platz 2 liegen. Und, dass dicht dahinter die AfD folgt mit 14 Prozent.

In den entscheidenden Wochen des Wahlkampfs vor dem Stichtag im Oktober ist die Stimmung unter den Wahlkämpfen geladen. Die Ereignisse von Chemnitz haben den Streit zwischen den politischen Lagern noch einmal …

Artikel lesen