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Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß gefällt die Kritik an Clemens Tönnies nicht. Bild: screenshot br

Hoeneß verteidigt Tönnies: "Kann nicht sein, dass man alles in Schutt und Asche redet"

Während die Kritik an Fleischfabrikant Clemens Tönnies immer lauter wird und der Corona-Ausbruch in seinem Werk in Gütersloh eine breite Diskussion über Fleischkonsum ausgelöst, springt Ex-Bayern-Präsident Uli Hoeneß dem Unternehmer nun bei.

In der Sendung "Blickpunkt Sport" beim BR erklärte Hoeneß am Sonntagabend, man müsse zwar zu Fehlern stehen und diese korrigieren. Das erwarte er auch von Tönnies.

"Aber dass man alles, was er geleistet hat, plötzlich in Schutt und Asche redet, das kann es nicht sein."

Hoeneß ist selbst Wurstfabrikant, die eigene Fabrik wird seit einigen Jahren von seinem Sohn Florian geführt. Er deutete die Kritik an Tönnies als "Zeichen unserer Gesellschaft": "Wenn du dran bist, dann gibt's kein Halten mehr."

Erinnerung an eigene Fehler

Das habe er selbst am eigenen Leib erfahren müssen, erklärte Hoeneß, bei dem der Fall Tönnies unangenehme Erinnerungen weckte.

"Teilweise erinnert's mich an meine Zeit mit der Steuersache."

Hoeneß war 2014 wegen Steuerhinterziehung in Höhe von rund 28,5 Millionen Euro zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Nach Verbüßung der Hälfte wurde er vorzeitig entlassen.

Fleisch-Unternehmer Tönnies steht derzeit in der Kritik. Seit Tagen sorgen die massenhaften Corona-Infektionen in seinem Großbetrieb in Rheda-Wiedenbrück sowie die Unterbringung und Bezahlung der Werksarbeiter für negative Schlagzeilen.

Hoeneß vermisst Talkshows

Ginge es nach Hoeneß, so würde man seine kontroversen Meinungsbeiträge wieder öfter im Fernsehen hören. "Ich hätte große Lust mal wieder in eine dieser Talkshows zu gehen, zu 'Anne Will' oder 'Maybrit Illner'", erklärte er im "Blickpunkt Sport". Aber er wisse, dass er sich nicht zurückhalten könne, wenn der eine oder andere "Schwachsinn verzapfe". Den anschließenden Shitstorm sei das aber nicht wert.

"Ansonsten sind die Talkshows zum Vergessen, weil sich keiner mehr was zu sagen traut".

Das wiederum konnte man Hoeneß noch nie vorwerfen. So fand er in der Sendung auch eindeutige Worte zu einer möglichen Gehaltsobergrenze für Fußballprofis. "Die können sie vergessen", erklärte er. Es handele sich um eine "scheinheilige Diskussion". Wichtiger sei eine gerechte Verteilung der Fernsehgelder. Nach der Corona-Krise werde der Fußball ohnehin wieder prosperieren, prophezeite Hoeneß optimistisch.

(om)

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