23.04.2019, Berlin, Deutschland - Pressetermin, Die PARTEI startet in den EU-Wahlkampf, mit dem Vorsitzenden Martin Sonneborn und dem Comedian Nico Semsrott. Foto: v.l. Martin Sonneborn, Vorsitzender von Die PARTEI und der Comedian Nico Semsrott, anlaesslich eines Pressetermins zum Start der Spasspartei Die PARTEI in den EU-Wahlkampf, vor der Volksbuehne in Berlin. *** 23 04 2019 Berlin Germany Press date PARTEI starts EU election campaign with President Martin Sonneborn and Comedian Nico Semsrott Photo v l Martin Sonneborn President of PARTEI and Comedian Nico Semsrott on the occasion of a press date for the launch of the Spasspartei PARTEI in the EU election campaign in front of the peoples stage in Berlin

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Europawahl: "Ad-Blocker mit f dazwischen" – Satirepartei erfindet den AfD-Blocker

Die Satire-Partei "DIE PARTEI" macht ernst. Zumindest ein bisschen. An diesem Montag stellen die Parteispitzen Nico Semsrott und Martin Sonneborn den sogenannten "AfD-Blocker" vor. Damit sollen Nachrichtenseiten von AfD-Inhalten befreit werden. "Für eine seriösere Nachrichtenlage und ein humaneres Klima im Lande", heißt es aus der Parteizentrale. Denn: Ein Leben ohne AfD sei möglich.

Partei-Chef Martin Sonneborn hat watson vorab erklärt, was es mit dem AfD-Blocker denn genau auf sich hat:

Der AfD-Blocker sei eine komplizierte Software, sagt Sonneborn, "ein Plugin, das die wichtigsten Nachrichtenseiten – außer watson natürlich – von sämtlichen Inhalten der AfD befreit". Für ausgewählte Nachrichtenseiten gibt es den AfD-Blocker bereits für Firefox und Chrome.

"Im Grunde ein Ad-Blocker mit einem f dazwischen."

Martin Sonneborn

Für Letztwähler sei der AfD-Blocker auch in einer analogen Version erhältlich. Dafür habe die Partei Ordner mit Schablonen angelegt, die sich pass-genau auf alle gängigen Zeitungsformate legen lassen würden. "Ein Plug-In für ältere Leute, die noch Zeitung lesen", nennt Sonneborn das.

Bild

Der analoge AfD-Blocker Bild: die partei

Der Chef-Satiriker der Partei "DIE PARTEI" findet, es werde zu viel über die AfD gesprochen. "Das ist ja fast wie bei uns." Man könne ja in anderen Ländern sehen, wohin das führe, wenn sich rechtsextreme Parteien immer besser vernetzen. Das sei keine gute Entwicklung.

"Ich will einfach, dass Höcke, Gauland und von Strolch ausgeblendet werden."

Martin Sonneborn, der hier wohl die AfD-Politikerin Beatrix von Storch meint.

Zensur sei das nicht, findet Sonneborn. Der Blocker würde ja freiwillig eingesetzt. "Ich sage, dass ist Selbstzensur." Und ganz nebenbei ein probates Mittel, um einen Wettbewerber loszuwerden. "Wir sehen uns ja als Konkurrenz zur AfD", erklärt Sonneborn. "Wir sind beide Protestparteien. Die AfD für die Dummen und wir für die Klügeren."

Sonneborn erhofft sich durch den Einsatz des AfD-Blockers, dass die AfD weniger Aufmerksamkeit "für ihre menschenverachtenden Thesen" erhält. Dass durch den AfD-Blogger die AfD zunächst einmal mehr Aufmerksamkeit bekommt, ist auch Sonneborn bewusst. "Ja", sagt er, "das ist dann wohl Dialektik".

(ts)

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