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Will er zurück in seine Heimat AfD? André Poggenburg hat seine neue Alternative verlassen und zur Wahl der AfD aufgerufen. Bild: imago stock&people

Er ist wieder da! Poggenburg macht wieder Werbung für die Partei, die er verlassen hat

Das kann so wohl nur André Poggenburg: Sich auf seiner Facebookseite mit Bertold-Brecht-Zitaten schmücken und gleichzeitig "Deutschland den Deutschen" propagieren. Der ultrarechte André Poggenburg war lange Zeit neben Björn Höcke das Gesicht der AfD-Ost. Er war AfD-Chef in in Sachsen-Anhalt und führte die Partei 2016 mit 24,3 Prozent in den sächsischen-Landtag.

Doch Poggenburg war die AfD irgendwie nicht rechts genug. Und so war er 2015 neben Björn Höcke Mitinitiator der "Erfurter Resolution", das Gründungsdokument des völkisch-nationalistischen "Flügels".

Anfang des Jahres hatte er sich dann endgültig mit der AfD überworfen und gemacht, was abtrünnige AfD-Patrioten eben machen: Er trat aus und gründete eine eigene Partei. Die Partei "Aufbruch Deutscher Patrioten" (AdP) sollte fortan eine Alternative zur Alternative sein.

Poggenburg wollte eigene Partei auflösen

Doch damit ist es jetzt vorbei. Denn Poggenburg, das Gesicht der Partei, ist zusammen mit dem sächsischen AdP-Landeschef Egbert Ermer von allen Ämtern zurück und aus der Partei ausgetreten. Das bestätigt der Schatzmeister der AdP, Mirko Schüring, gegenüber watson. Auf dem Parteitag am Sonntag habe es einen Antrag von Poggenburg gegeben, die Partei aufzulösen und den Wahlkampf mit sofortiger Wirkung zu beenden – zu Gunsten der AfD. Poggenburg habe schlicht keine Erfolgschancen mehr für die AdP gesehen. Der Antrag sei allerdings von der großen Mehrheit der Mitglieder abgelehnt worden, sagt Schüring. Kommissarisch habe man dann Benjamin Przybylla zum Vorsitzenden gemacht.

Dass Poggenburg mitten im Wahlkampf einen Antrag zur Auflösung seiner Alternative stellt und zur Wahl der alten Alternative AfD aufruft, dürfte vor allem die AfD-Sachsen freuen. Die will schließlich stärkste Kraft im Freistaat werden und braucht dafür jeden Prozentpunkt. Durch den Rückzug Poggenburgs aus der Poggenburgpartei dürfte sie jetzt einen Konkurrenten weniger haben. Außerdem sendet Poggenburg damit ein grundsätzliches Signal: Die AfD ist ihm wieder rechts genug. Gerade die AfD-Ost mit den Spitzenkandidaten Jörg Urban (Sachsen), Andreas Kalbitz (Brandenburg) und Björn Höcke (Thüringen) ist für Poggenburg offenbar auf dem richtigen Weg. Alle drei sind entweder Teil des völkisch-nationalistischen "Flügels" oder stehen wie im Falle Urbans dem Flügel nahe.

Bis Poggenburg selbst wieder ganz offiziell für oder sogar im Namen der AfD auftreten wird, dürfte es also nur eine Frage der Zeit sein.

(ts)

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