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Bild: Getty Images/Collage: watson

Die Frau an der SPD-Spitze kommt spät – diese Parteien waren schneller

22.04.18, 19:45 23.04.18, 19:06
Saskia Gerhard
Saskia Gerhard

Andrea Nahles ist zur Parteiversitzenden der SPD gewählt worden. Das Ergebnis war zwar eher schlecht mit rund 66 Prozent (nur Oskar Lafontaine erzielte 1995 mit 62,6 Prozent einen schlechteren Wert). Trotzdem konnte sie die Wahl gegen ihre Kontrahentin Simone Lange für sich entscheiden.

Und dass volle Zustimmung aus der Partei nicht alles ist, zeigte vor nicht allzu langer Zeit das Ergebnis von Martin Schulz: Der bekam 100 Prozent der Stimmen, war aber nicht einmal ein jahr lang Chef der Partei.

Andrea Nahles' Sieg ist historisch. Mehr als 150 Jahre hat die SPD gebraucht, um eine Frau an ihre Spitze zu wählen. Nahles ist die erste Vorsitzende in der Geschichte der Partei. Damit ist die SPD ganz schön spät dran.

Diese Parteien hatten vor den Sozialdemokraten schon Mut zur weiblichen Spitze:

CDU

Die CDU hat die wohl bekannteste Frau als Chef: Angela Merkel.

Sie war Generalsekretärin, als sie im April 2000 Helmut Kohl ablöste. Der stand 25 Jahre an der Spitze der Christdemokraten. Merkel gelang es, die von der Affäre um illegale Parteispenden geschwächte CDU wieder aufzubauen. Seit 2005 ist sie Bundeskanzlerin.

Grüne

Seit der Parteigründung 1980 standen bei den Grünen stets Frauen ganz oben. Mal als Teil von Dreier-, später von Doppelspitzen.

Diese Frauen waren unter anderem grüne Parteivorsitzende:

Linke

Bei der Linken-Vorgängerpartei PDS folgte Gabi Zimmer im Oktober 2000 auf Lothar Bisky. Sie blieb bis 2003 im Amt.

Als nächste Frau kam bei im Mai 2010 Gesine Lötzsch zum Zug, gemeinsam mit Klaus Ernst führte sie die Partei aber nur zwei Jahre.

Im Juni 2012 wurden die beiden durch das Führungsduo Katja Kipping und Bernd Riexinger ersetzt, die seitdem im Amt sind.

AfD

Die AfD startete im April 2013 mit einem Führungstrio, dem neben Parteigründer Bernd Lucke und Konrad Adam die sächsische Politikerin Frauke Petry angehörte. Im Juli 2015 vertrieb Petry auf dem Essener Parteitag mit einer Kampfkandidatur Lucke aus dem Amt und bildete mit Jörg Meuthen eine Doppelspitze.

Nach der Bundestagswahl 2017 verkündete Petry ihren Austritt aus Partei und Fraktion.

Unter den großen Parteien sucht man in zweien die Frauen in der Führung vergeblich: FDP und CSU hatten noch keine weiblichen Vorsitzenden. Wir finden: wird Zeit.

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