Deutschland
dpatopbilder - 17.10.2020, Berlin: Die drei Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU, Armin Laschet (M), Friedrich Merz (r) und Norbert Röttgen stellen sich den Fragen der Jungen Union (JU) -Mitglieder bei einem Online-Talk. Die JU startet mit dem Talk ihre interne Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz. Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die drei Kandidaten für die Parteispitze: Norbert Röttgen (l.), Armin Laschet (m.) und Friedrich Merz (r.). Bild: dpa-pool / Michael Kappeler

CDU-Vorsitz: Erste Bewerbungsrunde von Merz, Laschet und Röttgen bleibt ohne Gewinner

Die Bewerbungsvorstellung von Laschet, Röttgen und Merz beim Unionsnachwuchs lief recht friedlich ab. Ein Gewinner war kaum auszumachen. In den nächsten zwei Wochen soll der Unionsnachwuchs nun ein Votum abgeben.

Bei der ersten gemeinsamen Vorstellungsrunde der drei Kandidaten für den CDU-Vorsitz ist eine harte Auseinandersetzung auf offener Bühne ausgeblieben. Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Armin Laschet sicherten dem Nachwuchs von der Jungen Union (JU) am Samstagabend in einer im Internet übertragenen Diskussionsrunde zu, sich entschieden für Digitalisierung, Klimaschutz und Innovationen einzusetzen. Alle drei machten bei ihrem Auftritt in Berlin klar, dass sie sich als neue Parteichefs für ein Digitalministerium im Bund einsetzen würden.

Wer mit größerem Streit oder auch Neuigkeiten wie den Namen für potenzielle Generalsekretärinnen von Merz oder Röttgen gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Routiniert spulten NRW-Ministerpräsident Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Merz und der Außenpolitiker Röttgen ihre Antworten auf die Fragen des Parteinachwuchses ab. Es ging neben der Digitalisierung um Bildung und Zukunft, Innovation, Klima, Umwelt und Nachhaltigkeit, Generationengerechtigkeit und die Zukunft der CDU als Volkspartei.

Digitalisierung als gemeinsames Thema

17.10.2020, Berlin: Die drei Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU, Armin Laschet (r-l), Friedrich Merz und Norbert Röttgen stellen sich den Fragen der Jungen Union (JU) -Mitglieder bei einem Online-Talk. Die JU startet mit dem Talk ihre interne Mitgliederbefragung zum Parteivorsitz. Foto: Michael Kappeler/dpa-pool/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Beim "Pitch" hatten die drei kandidaten die Möglichkeit, ihre Ideen vorzutragen. Bild: dpa-pool / Michael Kappeler

Im Bereich Digitalisierung sei schon einiges gemacht worden, aber das reiche nicht, sagte NRW-Ministerpräsident Laschet. Es müsse schneller gehen, gegen alle – bürokratischen – Widerstände. Zugleich erinnerte Laschet daran, dass es in NRW bereits ein Ressort für Digitalisierung gebe - er meinte das Landesministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie.

Nach den Worten von Merz hat die Corona-Pandemie deutlich gemacht, dass Deutschland insbesondere in den Schulen digital schlecht aufgestellt ist. Ein Digitalministerium allein reiche aber nicht, sondern es müsse klare Zuständigkeiten haben, tatsächlich Bürokratie abbauen sowie Querschnittskompetenz haben.

Nach Einschätzung Röttgens hängt Deutschland bei der Digitalisierung nicht nur zehn Jahre zurück, sondern eher 20. Auch er kritisierte, dass die Verwaltung viel zu langsam sei und damit auch Innovationen behindere. Sowohl er als auch Merz machten deutlich, dass Deutschland im Umgang mit Innovationen eine andere Kultur brauche.

JU gibt Empfehlung ab – Parteitag am 4. Dezember

Die drei Bewerber standen erstmals im internen Wahlkampf gemeinsam auf einer Bühne. Ein Präsenz-Parteitag mit 1001 Delegierten soll am 4. Dezember in Stuttgart den Nachfolger von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer wählen.

Zum Abschluss startete JU-Chef Tilman Kuban eine zweiwöchige Mitgliederbefragung der Jugendorganisation zum CDU-Vorsitz. Das Ergebnis gilt als Empfehlung des Parteinachwuchses für die Wahl in Stuttgart. Die JU – die gemeinsame Jugendorganisation von CDU und CSU – hat nach eigenen Angaben knapp 100 000 Mitglieder. Befragt werden allerdings nur die gut 70 000 JU-Mitglieder, die nicht aus Bayern stammen – da es um den CDU-Vorsitz geht. Von den 1001 Delegierten des CDU-Parteitages gehören etwa 100 der JU an.

(lau/dpa)

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Analyse

Neue Enthüllungen zur Maut: Warum Scheuer bald nicht mehr Verkehrsminister ist

Was viele vielleicht überrascht: Andreas Scheuer ist erst seit zweieinhalb Jahren Bundesverkehrsminister. Seit Mitte März 2018 hat der CSU-Politiker aus Niederbayern so viele bemerkenswerte Schlagzeilen produziert wie andere Minister nicht in zwei Amtszeiten.

Heftig kritisiert wird Scheuer für seine Arbeit schon lange, seine Beliebtheitswerte in Umfragen sind stabil im Keller. Jetzt aber wird es wirklich eng für den 45-Jährigen, der vor seiner Ernennung jahrelang als CSU-Generalsekretär …

Artikel lesen
Link zum Artikel