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So reagiert Energiekonzern RWE auf das tödliche Unglück im Hambacher Forst

Nach dem tödlichen Sturz eines Journalisten im Hambacher Forst ist es am Donnerstag in dem Braunkohlerevier ruhig geblieben. "Seit Mittwochabend tut sich nichts", sagte ein Polizeisprecher.

Seit vergangenem Donnerstag wird der Wald zwischen Köln und Aachen mit einem Großaufgebot der Polizei geräumt – dagegen gibt es Widerstand von Klima- und Umweltschützern. Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Hambacher Forstes abholzen, um weiter Braunkohle abbauen zu können.

Police stops protestors in the forest 'Hambacher Forst' near Dueren, Germany, Thursday, Sept. 13, 2018. Young environmentalists fight against German energy company RWE, who plans clearing and grubbing the old forest for their open-pit lignite mine nearby to continue digging for brown coal. (AP Photo/Martin Meissner)

Seit Tagen stehen sich im Hambacher Forst Polizisten und Waldschützer gegenüber. Bild: Martin Meissner/AP

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hatte die Räumungsarbeiten am Mittwoch nach dem Tod des Journalisten zudem "bis auf weiteres" ausgesetzt. "Wir können jetzt nicht einfach so weitermachen", sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf.

Der Todesfall im Hambacher Forst

Der Tote sei ein junger Journalist, der seit Längerem das Leben der Aktivisten in den Baumhäusern dokumentierte, sagte ein Polizeisprecher. Rettungs- und Polizeikräfte hätten Erste Hilfe geleistet, den Mann aber nicht mehr retten können. Zu dem tödlichen Sturz durch eine Hängebrücke war es nach Darstellung der Aktivisten vermutlich gekommen, weil der Journalist einen SEK-Einsatz in der Nähe beobachten wollte. Über die zwischen zwei Baumhäusern gespannte Brücke habe er anscheinend näher an den Einsatz herangehen wollen, schrieb die Initiative in ihrem Blog. Dabei sei er aus über 20 Metern Höhe abgestürzt. Die Polizei betonte jedoch: Zur Zeit des Unglücks "fanden keine polizeilichen Maßnahmen in der Nähe der Unglücksstelle und am genannten Baumhaus statt". 

In einem Pressestatement erklärte ein Polizeisprecher am Abend, wie es zu dem Unfall gekommen sei: Ein anderer Journalist habe eine Speicherkarte mit dem später verunglückten Mann austauschen wollen. "Zu diesem Zweck ist ein Kollege von mir mit dem Journalisten in Richtung Baumhaus gegangen. Man verabredete gerade in dieser Höhe, wie ein Austausch dieser SD-Karte erfolgen kann, als der junge Mann dann durch diese Bretter nach unten stürzte." (Statement des Polizeisprechers hier im Video ab Minute 54)

Das Aktionsbündnis "Hambi bleibt" forderte einen sofortigen Stopp der Räumung. "Wir fordern die Polizei und RWE auf, den Wald sofort zu verlassen und diesen gefährlichen Einsatz zu stoppen. Es dürfen keine weiteren Menschenleben gefährdet werden", schrieb die Initiative am Mittwoch in ihrem Blog.

Der Tote sei "ein Freund, der uns seit längerer Zeit im Wald journalistisch begleitet", schrieb das Aktionsbündnis "Hambi bleibt". In dem Beitrag hieß es, zudem: 

"Wir empfehlen euch zum Schutz aller Aktivist*innen keine Aussagen, auch keine Zeugenaussagen bei der Polizei zu machen. Der Unfall muss und wird aufgearbeitet werden, aber die Polizei ist nicht der richtige Ort dafür. Ihr Interesse ist es, Aktivistis Schuld zuzuschieben."

hambacherforst.org

Die Räumung des Hambacher Forsts

Schon zuvor regte sich Widerstand, nicht nur von Seiten der Aktivisten. Das Hebebühnen-Unternehmen Gerken hatte erklärt, es werde seine Bühnen aus dem Hambacher Forst abziehen: 

Liebe Kunden und besorgte Mitbürger,
in den letzten Tagen haben wir viele E-Mails von Ihnen zum Einsatz im Hambacher Forst erhalten. Wir möchten hier noch einmal betonen, dass die Geräte von uns nur vermietet waren und wir von unserem Kunden (unser Kunde ist NICHT die Polizei) in keinster Weise im Vorfeld darüber informiert wurden, wofür er die Arbeitsbühnen einsetzen wird. Unser Kunde hat regelmäßig von uns Geräte im Einsatz und ist während der Mietzeit der Besitzer. Rein rechtlich haben wir daher keine Möglichkeit, die Geräte abzuziehen. Da auch wir mit der Vorgehensweise im Hambacher Forst absolut nicht einverstanden waren und sind und wir auch den Einsatz unserer Bühnen dort nicht weiter rechtfertigen können, haben wir heute beschlossen, dass wir unsere Geräte dort stilllegen. Wir machen das, obwohl wir es rein rechtlich nicht dürfen, und setzen uns damit hohen Regressansprüchen unseres Kunden aus. Aber wir halten den Einsatz in der Form für nicht weiter tragbar und haben uns daher zu diesem Schritt entschlossen.

(pb/sg/afp/dpa)

Die Räumung des Hambacher Forsts

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