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"Die Sims": In 5 Schritten vom Innenarchitekten zum Serienkiller

Erstmal ein großes Haus bauen, zwei Tage lang einrichten und dann nach und nach alle auf immer absurdere Art und Weise hinrichten.

Yasmina Banaszczuk
Yasmina Banaszczuk

Wer schon mal "Die Sims" gespielt hat, kennt das: An einem Wochenende im Jahr versacken wir plötzlich vollkommen in dem Spiel. Aus "nur mal kurz reingucken" werden sechs Stunden, in denen wir eine schöne, heile Welt erschaffen – nur um sie dann möglichst kreativ ins virtuelle Höllenfeuer zu werfen. 

Machen wir uns nichts vor: Vom Innenarchitekten zum Serienkiller sind es nur wenige Klicks…

Mit Cheats zu Millionen

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Bild: Giphy

Erstmal erschaffen wir uns ein Sims-Alter-Ego und vielleicht eine schrägere WG noch dazu. Damit dieser ungewöhnliche Haushalt auch einen Platz zum Schlafen hat, fangen wir an, unseren Sims ein Haus zu bauen. Warum nicht mal in einem Schloss wohnen? Oder einer Villa?

Das kann zwar selbst bei den Sims niemand bezahlen, aber hey, wofür gibt es Cheats. Mit ein paar dazu geschummelten Eingaben stocken wir das Familieneinkommen auf Hunderttausende Simoleons auf. Schon steht dem Traumhaus nichts mehr im Weg. Hingebungsvoll gestalten wir jeden Raum bis ins kleinste Detail.

Für unsere Sims nur das Beste: Espressomaschine, eigenes Gym, großer Garten, menschenfressende Kuhpflanze.

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Bild: Giphy

Heile, heile Welt

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 Screenshot: The Sims

Hach, dieses fiktive Leben unserer Sims-Alter-Egos ist doch ein Träumchen. Per Klick setzen wir sie auf den Pfad zu ihrem Wunschjob, finden ihnen Partnerinnen, Liebhaber, Schwiegermütter und Hobbys. Da chillt es sich schön am Swimming Pool oder der eigenen Hausbar.

Sollte zu viel Tristesse aufkommen, veranstalten wir einfach eine Party oder fügen jemand Neues im Haushalt hinzu. Mit immer mehr Übung kochen unsere Sims plötzlich wie ein Sternekoch und malen Bilder, mit deren Erlös sie ihre Großfamilie ernähren können. 

Meorpsa! Chumchu! A Mucka shoo.

Langeweile kommt auf

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Screenshot: The Sims

Egal, wie schön und heil die Sims-Welt auch ist: Irgendwann wird sie langweilig. Alles geht viel zu einfach. Cheats sind schön und gut, aber auch fad. Ein bisschen so, wie jeden Tag Weihnachtsgans. Glücklicherweise bietet uns das Spiel so gut wie alle Möglichkeiten! Wen interessiert schon, dass die Sims eigene Kinder bekommen können, wenn man auch mit dem verhassten Nachbarn einen Streit über sein Outfit anfangen kann, der in einer schweren Prügelei endet?

Nach und nach versuchen wir, unseren Sims ein bisschen Würze im Leben zu geben. Und wenn wir sagen Würze, meinen wir natürlich: Dramen!

Ein tragischer Todesfall

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 Screenshot: The Sims

Was könnte dramatischer sein als der Tod? Plötzlich gerät ein Grill in Brand und unser Sim ist zu panisch, um sich zu löschen. Ups. Aber das weckt ungeahnte Mordlust in uns. Plötzlich stellen wir uns Fragen, die wir nicht stellen sollten.

Zum Beispiel: Wie können wir die Sims noch um die Strecke bringen?

Nun, auf mehr Arten, als man vielleicht denkt. Sie können verhungern, sich zu Tode schämen oder einen tödlichen Elektroschock bekommen, wenn wir sie nötigen, fahrlässig die Mikrowelle zu reparieren. Manche ertrinken im Pool, nachdem wir die Leiter entfernt haben und andere sterben vor Erschöpfung, wenn’s richtig mies läuft sogar beim Sex. It’s a hardknock life.

Wir sind Gott

Die endlosen Möglichkeiten unsere Sims hinzurichten, lassen uns nicht mehr los. Auf immer fiesere Art und Weise beginnen wir, das Spiel zu manipulieren. Vier Leute in einem Haus für zwei? Klar. Eine Haustür? Jetzt nicht mehr. Privatsphäre im Bad? Fehlanzeige. Betten? Braucht man nicht. Kühlschrank und Nahrung? Ha. Ha. Ha.

Die ersten Sims sterben geplant – und nicht aus Versehen. Das schlechte Gewissen schmilzt dahin, in dem Moment, in dem wir auf immer perversere Ideen kommen. Wir bauen Ein-Raum-Horrorzellen, in denen die Sims völlig vereinsamen und zwingen sie, sich vor Publikum einzunässen.

Das ist zwar völlig absurd, macht aber irgendwie sehr viel Spaß. Warum, diese Frage stellen wir uns aus Selbstschutzgründen lieber nicht. Man soll sich ja schließlich nicht selbst belasten. (So viel sei gesagt: Wir sind nicht die ersten, denen das auffällt: Die Kollegen von Vice haben sich diese Frage auch schon gestellt. Problematisch wird’s laut Experten erst dann, wenn wir das, was wir mit den Sims machen, auch mit echten Menschen tun würden. Im Spiel Frust abzulassen, das Verlangen nach Kontrolle auszuleben und Tabus zu brechen, kann dagegen sogar gut tun. (New Statesman)

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Video: watson/Benedikt Niessen, Gavin Karlmeier

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