Elon Musk möchte Auskunft über die Anzahl von Fake- und Spam-Profilen auf Twitter. Jetzt bekommt er seinen Willen.
Elon Musk möchte Auskunft über die Anzahl von Fake- und Spam-Profilen auf Twitter. Jetzt bekommt er seinen Willen.Bild: Everett Collection, Inc. / Kristin Callahan/Everett Collection

Twitter knickt gegen Elon Musk ein und liefert bestimmte Daten

09.06.2022, 14:00

Der Poker um die Übernahme von Twitter durch Elon Musk geht weiter. Der Unternehmer kündigte bereits vor einem Monat einen vorübergehenden Übernahme-Stopp an, denn er möchte sich versichern, ob die Anzahl der Accounts, hinter denen keine echten Menschen stecken, wirklich weniger als fünf Prozent der Nutzer ausmachen. Diese Zahl veröffentlichte der Kurznachrichtendienst, weigerte sich jedoch bisher, dem 50-Jährigen die konkreten Daten zur Verfügung zu stellen.

Laut einem Bericht der "Washington Post" kommt Twitter aber nun wohl seiner Auskunftsforderung nach.

Auf Twitter informierte Musk über sein Vorgehen. Seine Pläne mit dem Kurznachrichtendienst beinhalten unter anderem, Accounts zu verbannen, die lediglich für das Versenden von Spam-Nachrichten genutzt werden.

Musk hatte dazu von Twitter eine Offenlegung verlangt. Die Verhandlungen der beiden Parteien wurden aus diesem Grund zuletzt immer schärfer.

Musk sieht Notwendigkeit eigener Analyse zu Fake- und Spam-Konten

Musk hatte sogar damit gedroht, sein Kaufangebot zurückzuziehen, sollte Twitter ihm nicht entsprechende Daten für eine eigene Auswertung zur Anzahl von Fake- und Spam-Accounts zukommen lassen. Er kritisierte, dass die von der Plattform angewandte Methodik zur Erfassung von Fake-Konten nicht "angemessen" sei und er deshalb seine "eigene Analyse" durchführen müsse.

Elon Musk drohte Twitter mit Rücknahme des Kaufangebots.
Elon Musk drohte Twitter mit Rücknahme des Kaufangebots. Bild: ap / Susan Walsh

Am Montag erklärte er, dass Twitter "einen klaren Verstoß" gegen seine "Verpflichtungen im Rahmen der Fusionsvereinbarung verübt" habe. Das Unternehmen habe seinen Anfragen nach Informationen über gefälschte Konten in dem Onlinenetzwerk "aktiv" widerstanden. Dies betrachte er als klare Verletzung der Verpflichtungen im Rahmen seines Übernahmeangebots.

Twitter beugt sich: Daten sollen geliefert werden

Der Unternehmensvorstand von Twitter beugt sich jetzt offenbar dem Druck. Wie die "Washington Post" am Montag unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, soll Twitter seiner Forderung jetzt nachgeben. In Kürze sollen ausführliche Daten an Musk geliefert werden, die Aufschluss über die Anzahl gefälschter Konten liefern.

Elon Musk will sich Twitter-Konten genauer anschauen: Fake- und Spam-Profile sollen verschwinden.
Elon Musk will sich Twitter-Konten genauer anschauen: Fake- und Spam-Profile sollen verschwinden.Bild: www.imago-images.de / imago images

Der Tesla-Chef und Milliardär macht die Übernahme des 44 Milliarden Dollar schweren Geschäfts von der Anzahl der Fake- und Spam-Profile abhängig. Dabei geht es um sogenannte Bots: Computerprogramme, die mittels Algorithmen mit Nutzerinnen und Nutzern interagieren und dabei vorgeben, echte Menschen zu sein.

Manche Experten sehen in Musks hartnäckigen Fragen zu den Bots ein Mittel, seinen vorzeitigen Ausstieg aus dem Twitter-Deal vorzubereiten – oder um den Übernahmepreis zu drücken.

(and/Mit Material von AFP und dpa)

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