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Spielen macht froh, sagt zumindest eine Studie. Bild: iStockphoto

Zocken gegen Stress: Studie zeigt, wie Videospiele das Wohlbefinden steigern

Sie machen sauer, traurig, frustrieren gelegentlich, heitern aber auch auf und machen Mut. Videospiele können emotionale Katalysatoren sein. Auf einen nach unzähligen Versuchen besiegten Gegner, etwa in "Demon's Souls", folgt ein unvergleichbarer Rausch, den wahrscheinlich nur Spielerinnen und Spieler nachvollziehen können.

Für Außenstehende besteht der dramatische Kampf lediglich aus zwei Pixelbrocken, die so lange auf sich eindreschen, bis nur noch einer übrig ist. Ende. Dabei können Videospiele auch einen positiven Effekt auf das Wohlbefinden haben, wie eine Studie der Universität Oxford zeigt.

Die Forscherinnen und Forscher untersuchten Langzeitspieler von "Animal Crossing" und "Plants vs. Zombies". Nach der Auswertung kamen sie zu dem Ergebnis, dass lange Spielzeiten das Wohlbefinden steigern können – oder vereinfacht: Wer lange spielt, ist glücklicher als Gelegenheitszocker. Der Studienautor Andrew Przybylski sagt der "BBC" dazu:

"Wenn du jeden Tag vier Stunden lang Animal Crossing spielst, wirst du wahrscheinlich sagen, dass du dich wesentlich glücklicher fühlst als jemand, der das nicht macht."

Damit widerspricht das Ergebnis dem bisherigen Forschungsstand. Seit rund 40 Jahren war die Annahme: Je länger sie spielen, desto unglücklicher werden Menschen. Gerade in der Pandemie-Situation, in der wir uns nun mal alle befinden, ein Problem. Viele flüchten sich in Videospiele, etwa um für einen Moment den Trubel vor der eigenen Haustür zu vergessen. Tückisch, wenn das Ventil eher schadet, sobald wir länger daran drehen. Entsprechend hoffnungsvoll stimmt das Ergebnis der Studie aus Oxford.

Positiv ist auch: Die Forscherinnen und Forscher konnten erstmals mit konkreten Spielzeiten arbeiten, indem sie mit den Verantwortlichen für "Plants vs. Zombies" und "Animal Crossing", also Electronic Arts und Nintendo, kooperierten. Die Unternehmen luden ihre Spieler zu einer Umfrage ein, die die Wissenschaftler konzipierten, und stellten zudem die Spieldaten der Teilnehmer zur Verfügung. Es stellte sich heraus, dass diejenigen, die lange Spielzeiten vorwiesen, auch angaben, außerordentlich glücklich zu sein. 3274 Gamerinnen und Gamer nahmen an der Studie teil.

Przybylski merkte jedoch an, dass auch die Absicht, weshalb jemand ein Game spielt, entscheidend für die Psyche ist. Flucht vor der Realität – oder in Fachchinesisch: Eskapismus – führe nicht zwangsläufig zu einem besseren Wohlbefinden. Bei Spielern, die lediglich aus Freude zocken, sehe es anders aus. Grundsätzlich wünscht sich der Studienautor noch mehr Studien zu dem Thema. Denn wie so oft gilt: Mehr Forschung führt zu mehr Sicherheit.

(tkr)

DoktorFroid

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