Digital
Bild

Bild: iStock/Getty Images

Mit 2 neuen Features will Instagram gegen Mobbing vorgehen

Einige wenige Klicks reichen, um das Opfer zu peinigen: Cybermobbing ist ein großes Problem bei Instagram. Seit Jahren suchen die Betreiber des sozialen Netzwerks Wege, um Mobbing einzudämmen.

Am Montag kündigte Instagram zwei Schritte an, die es den Tätern künftig schwerer machen sollen.

Mobbing über Social Media ist ein bekanntes Problem. Wie viele Nutzer davon betroffen sind, ist nicht ganz klar. Eine Studie der Organisation "Bündnis gegen Cybermobbing" kam zu dem Ergebnis: 13 Prozent der befragten Schüler zwischen zehn und 21 Jahren sind laut eigenen Angaben schon einmal über das Internet gemobbt worden. Das berichtete die "Süddeutsche Zeitung" 2017.

Die Zahlen sind nicht repräsentativ, aber Experten sind sich einig: Hass und Wut sind ein großes Problem in sozialen Netzwerken. "Wo ich früher als Betroffener von Mobbing eine Pause hatte, weil die Schule vorbei war, bin ich heute 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche erreichbar", sagte der Medienpädagoge Matthias Felling dem Deutschlandfunk kürzlich.

Cyber-Mobbing auf Instagram

Auch auf Instagram gibt es Cybermobbing. Nun wollen die Macher des Netzwerks Mittel ergreifen, um ihre Nutzer zu schützen. Zwei Maßnahmen werden dafür gerade getestet.

So funktioniert das erste neue Instagram-Feature:

Der Instagram-Algorithmus soll Nachrichten oder Kommentare vor dem Versenden auf Beleidigungen oder Verunglimpfungen überprüfen. Wird ein verdächtiges Wort entdeckt, erscheint auf dem Bildschirm des Nutzers ein Hinweis: "Bist du dir sicher, dass du das abschicken willst?"

Dieser Hinweis soll dafür sorgen, dass Nutzer noch einmal nachdenken, bevor sie einen anderen Instagram-Nutzer verbal attackieren.

Bild

Bild: instagram

"Bei den ersten Tests dieser Funktion haben wir festgestellt, dass sie einige Leute ermutigt, ihren Kommentar rückgängig zu machen und etwas weniger Verletzliches zu schreiben", teilt Instagram mit.

Das zweite Anti-Mobbing-Feature:

Was aber tun, wenn man auf der anderen Seite steht? Und Opfer von Mobbing wird? Bereits jetzt können Nutzer einen anderen Nutzer auf Instagram blockieren.

Instagram sagt dazu aber selbst: "Wir haben von jungen Menschen in unserer Community gehört, dass sie zögern, ihren Peiniger zu blockieren." Denn das könnte die Situation weiter eskalieren lassen, so die Befürchtung. Blockierte Nutzer können herausfinden, dass sie blockiert werden: Der Blockierer taucht in der Suche nicht mehr auf.

Instagram arbeitet daher an einem neuen Feature namens "Einschränken" ("Restrict").

So erklärt Instagram die Funktion:

"Sobald du jemanden eingeschränkt hast, sind Kommentare zu deinen Beiträgen von dieser Person nur noch für diese Person sichtbar. Du kannst auswählen, ob Sie die Kommentare einer eingeschränkten Person für andere sichtbar machen möchten, indem Sie deren Kommentare genehmigen. Eingeschränkte Personen können nicht sehen, wenn Sie in Instagram aktiv sind oder wenn Sie deren direkte Nachrichten gelesen haben."

Reichen die Maßnahmen von Instagram aus?

Die Funktionen befinden sich noch in der Testphase, wann sie für alle Nutzer zugänglich sein werden, steht noch nicht fest. Aber die große Frage ist: Werden die Maßnahmen auch Wirkung zeigen?

Instagram steht wie die anderen sozialen Netzwerke seit Jahren in der Kritik. Kritiker und Beobachter der Branche sind skeptisch, ob Algorithmen und die automatisierte Suche nach Schlagwörtern wirklich das Problem beheben können. Auch bei den angekündigten Features von Instagram bleiben Fragen:

Das "Time"-Magazin sprach ausführlich mit Instagram-Chef Adam Mosseri über Mobbing auf der Plattform. Der Bericht macht deutlich: Der Konzern hat das Problem erkannt.

Es bleibt abzuwarten, ob die nun getesteten Maßnahmen auch wirklich helfen. Mosseri sagte gegenüber dem "Time"-Magazin: "Technologie ist von Natur aus weder gut noch schlecht. Das ist einfach so. Und Social Media, als eine Art Technologie, ist oft ein Verstärker. Es liegt an uns, sicherzustellen, dass wir das Gute verstärken und nicht das Schlechte."

(ll)

Lena über Ehrlichkeit auf Instagram

Play Icon
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Laut einer Studie sind die goldenen Zeiten der Influencer bereits wieder vorbei

Für die Influencer dieser Welt könnten bald schwierigere Zeiten anbrechen. Das zeigt zumindest eine Studie der Influencer-Marketingagentur InfluencerDB.

Das heißt konkret: Wer mehr als eine Million Follower auf Instagram hat, erhält heute im Durchschnitt 18.000 weniger Likes pro Post als noch ein Jahr zuvor.

"Die Engagementzahlen sind kontinuierlich gesunken und haben eine Art Plateau erreicht", erklärt Mona Hellenkemper, Director of Marketing bei InfluencerDB gegenüber "20 Minuten". Grund …

Artikel lesen
Link zum Artikel