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Der Himmel färbt rot während der Buschfeuer: In der rund 500 Kilometer östlich von Melbourne gelegenen Küstenstadt Mallacoota wurden rund 4.000 Urlauber von den Behörden angewiesen, am Strand Schutz vor dem Flammenmeer zu suchen. Bild: twitter/AP/DPA

4000 Menschen vom Feuer umzingelt: Dramatische Lage in australischem Küstenort

Die Buschbrände im Südosten Australiens nehmen immer dramatischere Ausmasse an und haben möglicherweise über ein Dutzend Menschen das Leben gekostet.

Angesichts der teils unkontrolliert brennenden Großfeuer und vielerorts abgeschnittenen Fluchtwege bangen die Rettungskräfte um das Leben von vier Vermissten in Victoria. Drei weitere Menschen sind nebenan in New South Wales verschollen. Bestätigt sind bislang zehn Todesopfer, doch angesichts der hohen Vermisstenzahl könnte die Bilanz schon bald noch schlimmer ausfallen.

In der rund 500 Kilometer östlich von Melbourne gelegenen Küstenstadt Mallacoota wurden rund 4000 Urlauber von den Behörden angewiesen, sich aus Sicherheitsgründen ans Meer zu begeben. Da die meisten Fluchtwege über Straßen abgeschnitten waren, versammelten sich viele von ihnen am Strand. Selbst bis dorthin trug der Wind die Aschefetzen und Glutspäne der ringsum lodernden Feuer. Der Himmel über Mallacoota sei "pechschwarz, und es ist sehr beängstigend", sagte Andrew Crisp vom Zivilschutz Victoria.

Robert Phillips, Miteigentümer eines lokalen Supermarktes, sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, er beherberge etwa 45 Menschen in seinem Laden, während andere zum Hafen der Stadt geflohen seien. "Überall gibt es Brände – überall weht Glut in den Straßen", sagte er.

"Es gibt hier viele Kinder, die nicht richtig atmen können."

Die Stadt sei von der Außenwelt abgeschnitten.

Auf Social-Media-Beiträgen von noch in der Stadt eingeschlossen Menschen sieht man blutroten, Rauch verhangenen Himmel und Touristen, die Schulter an Schulter am Strand liegen, einige tragen Atemschutzmasken.

"Es ist immer noch eine dynamische und gefährliche Situation", fügte Andrew Crisp vom Zivilschutz mit Blick auf die Gesamtlage im Nordosten Victorias hinzu. Premierminister Scott Morrison sagte dem Bundesstaat die Unterstützung des Militärs zu, nachdem Victorias Regierung Helikopter und Marineschiffe angefordert hatte, um Menschen in Notlage zu versorgen und in Sicherheit zu bringen.

Angesichts der katastrophalen Lage ist vielen Australiern die Lust auf spektakuläre Silvesterfeiern völlig vergangen. Während des traditionellen Feuerwerks im Hafen von Sydney, zu dem eine Million Besucher in der Küstenmetropole erwartet werden, will das Rote Kreuz Geld sammeln für die erschöpften Rettungskräfte und jene Menschen, denen die Flammen fast alles genommen haben.

Hunderttausende Unterzeichner einer Petition bemühten sich bis zuletzt um eine Absage der Pyro-Show, für die eine Sondergenehmigung der Feuerwehr eingeholt werden musste. Der Touristenandrang zum Jahreswechsel beschert der größten Stadt des Landes alljährlich Einnahmen von umgerechnet rund 80 Millionen Euro.

(hd/dpa/rtr)

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