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United States President Donald J. Trump, joined by members of the Coronavirus Task Force, makes remarks on the Coronavirus crisis in the Brady Press Briefing Room of the White House in Washington, DC on Saturday, March 21, 2020. At left is United States Secretary of Housing and Urban Development HUD Ben Carson and at right is Director of the National Institute of Allergy and Infectious Diseases at the National Institutes of Health Dr. Anthony Fauci. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY WAX20200321207 STEFANIxREYNOLDS

Donald Trump spricht schon mal von "einem der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin". Also vielleicht. Bild: imago images/UPI Photo / STEFANI REYNOLDS via www.imago-images.de

Coronavirus: Trump will Malaria-Medikament einsetzen und macht Prophezeiung

Donald Trump hat sich mal wieder weit aus dem Fenster gelehnt. Nachdem er das Coronavirus lange als keine Gefahr für die USA abtat, ist der US-Präsident heute anderer Meinung. Nun wirbt er mit Nachdruck für den Einsatz eines Malaria-Medikaments bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankten. Dabei machte er eine Prophezeiung, die mindestens gewagt ist.

Der Wirkstoff Chloroquin könne in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin "einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein", warb Trump. Die Kombination solle "SOFORT" eingesetzt werden, forderte er am Samstag über Twitter. "Was haben wir zu verlieren?" fragte er im Anschluss bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Malaria-Medikament zur Corona-Bekämpfung: Experten mahnen zur Vorsicht

Kritiker warnten jedoch, dass der Einsatz eines Medikaments für einen neuen Zweck nie ohne Risiken sei. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, bemühte sich im Weißen Haus dann auch, Trumps Begeisterung etwas zu relativieren: Es gebe bislang nur vereinzelte Berichte über eine Wirksamkeit des Medikaments, aber keine ernsthaften klinischen Studien.

Fauci zufolge gehe es nun darum, das Medikament kontrolliert und begrenzt einzusetzen, um Daten über die Wirksamkeit zu gewinnen.

"Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet"

Auch das Tübinger Institut für Tropenmedizin plant, das Medikament im Kampf gegen Corona-Erkrankungen an Menschen zu testen. Zumindest im Reagenzglas wirke das Malaria-Medikament auch gegen das Virus Sars-CoV-2, wie Institutsleiter Peter Kremsner am Mittwoch erklärt hatte.

In China und Italien sind Kremsner zufolge sehr viele Covid-19-Patienten mit Chloroquin behandelt worden. Unklar sei aber, ob mit Erfolg, da die Erkrankten Chloroquin teils in sehr hoher Dosierung und gemeinsam mit vielen weiteren Medikamenten bekommen hätten. "Es kann auch sein, dass es nicht wirkt oder sogar schadet", sagte Kremsner.

(hau/dpa)

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