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Die fünzehnjährige Wenie sammelt Müll, um dafür etwas Geld von einem Recyler zu bekommen. Bild: helmut schwarzbach/Argus Fotoagentur

Das Unicef-Foto des Jahres erzählt von gleich drei Tragödien unserer Zeit

Wenn das UN-Kinderhilfswerk Unicef sein Foto des Jahres kührt, ahnt man schon, dass es nicht gerade einen Kinderspielplatz an der Außenalster in Hamburg zeigen wird. In diesem Jahr geht die Betrachtung des Siegerfotos besonders tief unter die Haut.

Das "Unicef-Foto des Jahres 2019" zeigt ein kleines Mädchen, das in einem Slum auf den Philippinen nach Plastikmüll fischt. Das Bild des deutschen Fotografen Hartmut Schwarzbach erzähle "vom mutigen Überlebenskampf von Kindern angesichts gleich dreier Tragödien unserer Zeit: Armut, Umweltverschmutzung und Kinderarbeit", erklärte das UN-Kinderhilfswerk am Donnerstag in Berlin.

Die kleine Wenie auf dem Bild sammelt laut Unicef Plastikmüll am Hafen von Manila, um dafür etwas Geld bei einem Recycler zu bekommen. Schon Siebenjährige paddeln demnach auf Bambusflößen und Kühlschranktüren durch das Hafenbecken.

"Sie riskieren ihre Gesundheit und oft auch ihr Leben, wenn sie in dem keimverseuchten Wasser nach Wertstoffen suchen, um ihre Existenz zu sichern."

Heute ist das Mädchen laut dem Fotografen 15 Jahre alt. Schwarzbach beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Armut auf den Philippinen.

Für Unicef-Schirmherrin Elke Büdenbender erzeugt das Bild Nähe: "Nähe zu Kindern, die sonst kaum jemand sieht. Es zeigt ihre Not – aber auch ihre Stärke, selbst unter den trostlosesten Bedingungen nicht aufzugeben." Die Botschaft laute: "Kinder sind das Wertvollste, das wir haben. Wir alle tragen Verantwortung für ihr Leben und ihre Zukunft", betonte die deutsche First Lady.

Auf Platz zwei schaffte es der australische Fotograf Andrew Quilty mit der Aufnahme einer Familie in Afghanistan, die von der Explosion eines Blindgängers gezeichnet ist.

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Dieses Bild dokumentiert die grausamen Folgen von Hinterlassenschaften des Krieges in Afghanistan. Andrew quilty/ agentur vu

Platz drei ging an Vorjahresgewinner Antonio Aragón Renuncio, der ein Schicksal der Goldsucher-Kinder von Burkina Faso dokumentiert hat.

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Goldsucher-Kinder in Burkina Faso. Antonio Aragón Renuncio

Bei dem internationalen Wettbewerb wurden zum 20. Mal professionelle Fotojournalisten ausgezeichnet, "die die Persönlichkeit und die Lebensumstände von Kindern auf herausragende Weise dokumentieren".

(pcl/dpa)

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