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November 10, 2019: EUM20191110POL05.JPG.CIUDAD DE MEXICO Politics/Politica-Bolivia-Morales.- Este domingo 10 de noviembre de 2019, el presidente de Bolivia, Evo Morales en imagen de archivo, diciembre 2010, dimitio a su cargo ante la presion social y la perdida del apoyo de las Fuerzas Armadas del pais. En 2006 se convirtio en el primer presidente indigena del pais sudamericano. Foto: Archivo Agencia EL UNIVERSAL/EVZ *** November 10, 2019 EUM20191110POL05 JPG MEXICO CITY Politics Politics Bolivia Morales This Sunday, November 10, 2019, the president of Bolivia, Evo Morales in archive image, December 2010, resigned from his post due to social pressure and the loss of support from the countrys armed forces In 2006 he became the first indigenous president of the South American country Photo Archive Agency EL UNIVERSAL EVZ PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY - ZUMAu78 20191110zafu78035 Copyright: xElxUniversalx

Bild: imago images/ZUMA Press

Der Druck wurde zu groß: Boliviens Präsident Evo Morales erklärt seinen Rücktritt

Die Zeit des ersten indigenen Präsidenten Boliviens geht nach 13 Jahren zu Ende: Evo Morales hat seinen Rücktritt als Staatschef des südamerikanischen Landes erklärt.

"Unser großer Wunsch ist es, dass der soziale Frieden wiederkehrt", sagte der linke 60-Jährige am Sonntag in einer Fernsehansprache. Er trete zurück, um die Gewalt der Opposition zu stoppen. Die Welt solle erfahren, wie sich Oligarchen gegen die Demokratie verschworen, sagt er. Morales hatte zuvor von einem Putschversuch gegen sich gesprochen.

Die Wut der Bolivianer über Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentenwahl vor drei Wochen, bei der er sich eine vierte Amtszeit sichern wollte, wurden Morales zum Verhängnis. Er hatte am Sonntag zunächst eine Neuwahl angekündigt, nachdem die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) in einem vorläufigen Bericht Manipulationen bei der Wahl festgestellt hatte. Trotzdem gingen die Proteste gegen ihn weiter. Es gab auch erneut Berichte von Gewalt – gegen Anhänger sowie Gegner des Präsidenten. Die Chefs der Streitkräfte und der Polizei forderten seinen Rücktritt.

Es wurde allmählich deutlich, das Morales' Stunde geschlagen hatte. Chaotische Szenen spielten sich vor dem Präsidentenpalast in La Paz ab, wo sich der Oppositionsführer Luis Fernando Camacho den Weg durch eine große Menschenmenge bahnte, um Morales ein Rücktrittsschreiben zur Unterschrift zu überreichen. Mehrere Kabinettsminister und Bürgermeister sowie der Präsident der Abgeordnetenkammer, Víctor Borda, und die Chefin des Wahltribunals, María Choque Quispe, erklärten ihre Rücktritte. Medien berichteten, Morales sei auf dem Weg nach Argentinien.

Morales Rücktritt wurde ordentlich gefeiert.

Dann tauchte der Präsident im Fernsehen auf – neben ihm sein Vizepräsident Álvaro García Linera, der ebenfalls seinen Rücktritt erklärte. Die Straßen von La Paz füllten sich mit jubelnden Menschen, die die Nationalfahne schwenkten und Böller zündeten. "Ich werde diesen einzigartigen Tag nie vergessen. Das Ende der Tyrannei", schrieb der Ex-Präsident Carlos Mesa, der bei der Wahl Zweiter geworden war, auf Twitter.

Amtszeitbegrenzung ausgehebelt

Nach der ersten Runde der Präsidentenwahl am 20. Oktober hatte sich Morales direkt zum Sieger erklärt, obwohl die Opposition, aber auch die OAS und die EU erhebliche Zweifel anmeldeten. Seitdem lieferten sich seine Anhänger und Gegner fast täglich heftige Auseinandersetzungen. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben.

Morales regiert Bolivien seit 2006. Der frühere Koka-Bauer hatte sich zum dritten Mal zur Wiederwahl gestellt, obwohl die Verfassung höchstens eine Wiederwahl vorsieht. Morales überwand diese Hürde mit Hilfe der Justiz, die die Begrenzung der Amtszeiten als Verletzung seiner Menschenrechte bezeichnete.

Zwar floriert Bolivien – das Armenhaus Südamerikas – unter dem Sozialisten wirtschaftlich, doch sein zunehmend selbstherrliches und autoritäres Gehabe stieß immer mehr Bolivianern bitter auf. Vor allem die Menschen im wirtschaftlich starken Osten des Landes fühlen sich von Morales über den Tisch gezogen.

(hd/dpa)

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