International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.
FILE - In this Friday, June 17, 2011 file image made from video released by Change.org, a Saudi Arabian woman drives a car as part of a campaign to defy Saudi Arabia's ban on women driving, in Riyadh, Saudi Arabia.  Saudi Arabia's king granted women seats on the country's top advisory council for the first time on Friday, giving them a long-awaited toehold in the ultraconservative kingdom's male-dominated political system. (AP Photo/Change.org, File) EDITORIAL USE ONLY, NO SALES |

Bild: Change.org (archivfoto)

Saudische Aktivistinnen vor Aufhebung des Fahrverbots festgenommen

22.05.18, 06:37

Nur gut einen Monat vor dem Ende des Frauenfahrverbots in Saudi-Arabien hat das Königreich mehrere prominente Frauenrechtler festgenommen.

Al-Hathlul musste schon einmal ins Gefängnis

2014 war Al-Hathlul zwei Monate im Gefängnis, weil sie am Steuer eines Autos versucht hatte, von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus ins benachbarte Saudi-Arabien zu fahren.

Dem Golfrat für Menschenrechte zufolge kann sie momentan weder mit einem Anwalt noch mit ihrer Familie sprechen. Die Verhaftungen kommen zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt: In gut einem Monat, am 24. Juni, will das Königreich Frauen als letztes Land der Welt das Autofahren erlauben.

So schätzen Experten die Lage in Saudi-Arabien ein:

Beobachter sehen die Gründe für die Festnahmen in der Sorge Riads vor dem Eindruck, die Proteste der Aktivistinnen hätten zur Aufhebung des Frauenfahrverbots geführt. HRW zufolge wurden Aktivisten, darunter auch einige der jetzt Verhafteten, angewiesen, nicht mit Medien über die historische Entscheidung zu sprechen.

Frauenrechte in Saudi-Arabien

Frauenrechtlerinnen fordern unlängst auch die Aufhebung des Systems der männlichen Schutzherrschaft, das es ihnen unter anderem verbietet, ohne Zustimmung ihres männlichen Vormunds zu heiraten oder zu reisen. Kronprinz Mohammed bin Salman, der starke Mann im Land, will Experten zufolge die absolute Kontrolle über die Öffnung des autokratischen Landes behalten.

Unter den Festgenommenen ist nach Informationen von Amnesty auch die Aktivistin Madiha al-Adschrusch. Die heute 64-Jährige hatte 1990 beim ersten Autofahr-Protest im Königreich teilgenommen. Danach war sie zwölf Stunden in Gewahrsam, wie sie der Deutschen Presse-Agentur im Februar erzählte. Bei dem Interview lobte sie die Reformen im Land und sagte, die "dunklen Zeiten" seien vorbei. Auf die Fahrerlaubnis für Frauen im Juni angesprochen meinte sie: 

"Natürlich werde ich dann sofort losfahren. Dafür haben ich 27 Jahre gekämpft."

Aktivistin Madiha al-Adschrusch

Für seine Reformen hatte der Thronfolger zuletzt viel Lob auch von Aktivisten erhalten. Doch nun werden - wie in der staatsnahen Zeitung Al-Dschasira - Fotos der Eingesperrten veröffentlicht und diese als "Verräter" gebrandmarkt. Die staatliche Nachrichtenagentur Spa teilte mit, dass sieben Personen mit Kontakten zu feindlichen ausländischen Mächten festgenommen wurden, weil sie die Regierung unterwandern wollten. Sie hätten der inneren Sicherheit des Landes schaden wollen.

(pb/dpa)

GoT-Star Natalie Dormer sagt: "MeToo war absolut notwendig!"

"Komm, lass mich dein Daddy sein." New Yorkerin sammelt Ekel-Catcalls 

Joggen, laut Musik hören – worauf viele Frauen aus Angst nachts verzichten

Frauenrap = Schwesta Ewa? Dann schau dir mal diese Rapperinnen an 

1 Jahr nach MeToo: Welche 9 Hashtags noch heute weiterleben

"Wir sind wie Menschen zweiter Klasse", sagt die Anführerin des US-Cheerleader-Aufstands

80-Jährige verklagt Sparkasse und zeigt, wie Feminismus geht

Lasst Barbie in Ruhe! Verteidigung einer unterschätzten Frauenikone

Und wie würde ein männlicher Autor dich beschreiben?

"Er hat genau gezielt" – Aktivistin Jutta Ditfurth im ICE mit Metallstock attackiert

Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

"Die Amerikaner können sehr wohl ausblenden, dass ein Idiot im Weißen Haus sitzt"

Bhaskar Sunkara ist eine der interessantesten Figuren in der politischen Sphäre in den USA. Der 29-Jährige hat sich mit seinem "Jacobin"-Magazin zum publizistischen Wortführer einer dezidiert linken Politik hochgeschwungen. 

Dann ist er plötzlich verschwunden. Seine Pressebeauftragte ist ratlos. Fünf Minuten später steht er im Eingang des Kulturcafés an der Zürcher Europaallee. Sein Blick ist fahrig, das Hemd gewechselt, auf seiner Stirn glänzen noch Wassertropfen. Es ist abends um halb 7 und Bhaskar Sunkara sieht ziemlich erschöpft aus.

Der "Jacobin" ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie in den USA der Post-Obama-Ära immer häufiger vorkommt: junge linke Bewegungen, Medien, Podcasts usw., die die politische …

Artikel lesen