Iraks Ministerpräsident will zahlreiche Islamisten sofort hinrichten lassen – aus Rache

Als Vergeltung für die Tötung von Gefangenen der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi die sofortige Hinrichtung zahlreicher verurteilter Islamisten angeordnet. Die Strafe aller zum Tode verurteilten "Terroristen", deren Berufung abgelehnt und deren Strafe durch die Regierung bestätigt wurde, solle unverzüglich vollstreckt werden, teilte al-Abadi am Donnerstag mit.

Am Mittwoch waren die Leichen von acht Gefangenen des IS gefunden worden. Sechs davon sind in einem Video zu sehen, dass die Dschihadisten am Samstag veröffentlicht hatten und in dem sie die Freilassung "sunnitischer Gefangener" fordern. Den Behörden zufolge waren die Gefangenen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Videos bereits tot.

Mourners attend the funeral of the security men who were kidnapped and killed by Islamic State militants, in Kerbala, Iraq June 28, 2018. REUTERS/Alaa al-Marjani

Die Beerdigung der getöteten IS-Gefangenen. Bild: reuters

So viele Islamisten könnten nun hingerichtet werden

Im April hieß es aus Justizkreisen, dass mehr als 300 Menschen, darunter zahlreiche Ausländer, im Irak wegen ihrer Zugehörigkeit zum IS zum Tode verurteilt wurden. Noch einmal so viele bekamen demnach lebenslange Haftstrafen. Die meisten der ausländischen Verurteilten kommen aus der Türkei oder aus den ehemaligen Teilrepubliken der Sowjetunion. Auch Frauen sind unter den Verurteilten.

(fh/dpa)

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